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Kultur im Norden Sasha: Vom Schmusebarden zum ‚Schlüsselkind’
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17:05 15.11.2019
Sasha war selbst viele Jahre „Schlüsselkind“ – nun kommt er mit der gleichnamigen Tour nach Hamburg. Quelle: hfr
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Hamburg

Mit Balladen wie „If you believe“ und „We can leave the world behind“ machte sich ab 1998 ein gewisser Sascha Schmitz unter dem Namen Sasha einen Namen als Schmusebarde und Popheld. Jede Menge radiotauglicher Hits wie „Rooftop“ , „Slowly“, „Turn it into something special“ oder „This is my time“ folgten. Ab 2003 verwandelte sich der gebürtige Westfale unter den erstaunten Augen der Öffentlichkeit in einen angeblichen Kanadier mit geheimnisvoller Vita. Auf die Idee, sich unter dem Pseudonym „Dick Brave and the Backbeats“ augenzwinkernd als verhinderter Rockabilly-Sänger mit Identitätsproblemen zu gerieren, war der Sänger durch ein Plakat von Nick Cave and the Bad Seeds gekommen. Im Dezember 2004 nahm Sasha vor 10 000 Fans in der Dortmunder Westfalenhalle Abschied von seinem Alter Ego.

In der ersten Staffel von „Sing my Song“

Nach insgesamt 18 Chartsingles und neun mit Gold und Platin ausgezeichneten Alben folgte mit dem zehnten Longplayer „Schlüsselkind“ die erste Veröffentlichung in deutscher Sprache. Sasha war 2014 – wie Sarah Connor – einer der Kandidaten der ersten Staffel von „Sing my Song – das Tauschkonzert“. Connor und der ebenfalls teilnehmende Gregor Meyle hatten den bis dato englischsprachig singenden Interpreten überzeugt, sein Glück fortan in deutscher Sprache zu versuchen. Connor selbst vollzog den erfolgreichen Sprach- und Genrewechsel bekanntlich mit dem Album „Muttersprache“.

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Sasha war selbst Schlüsselkind

Den autobiografischen Albumtitel hatte der Sänger in Erinnerung an seine Kindheit gewählt. Sasha war selbst viele Jahre „Schlüsselkind“, die Eltern hatten sich früh scheiden lassen. Wenn seine Mutter Arbeit hatte, so der Westfale, seien er und sein Bruder Norman häufig bei der Großmutter oder allein in der Wohnung gewesen.

Start mit einer Schulband

Der deutsche Popsänger Sasha(bürgerlicher Name Sascha Schmitz) wurde am 5.1.1972 in Soest (Westfalen) geboren. Er startete seine Musikkarriere als Mitglied einer Schulband und später als Background Sänger der deutschen Rapperin Young Deenay, durch deren Single „Wannabe your lover“ Sasha deutlich an Bekanntheit gewann. 1998 gelang ihm dann mit der Single „If you believe“ der nationale Durchbruch, auch international war der Song ein Erfolg. In den folgenden zwei Jahren hatte Sasha weitere Hits und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Coment, den Bambi und den ECHO.

Wahlheimat Hamburg

Den ersten Vorgeschmack zum Album gab es mit der Single „Du fängst mich ein“, einem Liebeslied, das seiner Frau und Managerin Julia Röntgen gewidmet ist. „Wo wäre ich nur, wo wäre ich ohne dich? Das Wichtigste, du bist das Wichtigste für mich. Vielleicht hält das ewig hier, das mit dir und mir“, heißt es in der Ballade pathetisch. In „Leben danach“ klingt es ähnlich lyrisch: „Doch auch wenn du gerade im Dunkeln stehst. Irgendwann endet auch der stärkste Regen“. Der Wahlhamburger, der vor einem Jahr Vater wurde, reihte sich ein in die Schlange von Songpoeten wie Mark Foster, Wincent Weiss, Max Giesinger oder Johannes Oerding. Die für das Album verpflichteten Autoren wie Ali Zuckowski und Hannes Büscher hatten bereits Titel für Adel Tawil, Anett Louisan und Helene Fischer geschrieben.

Ein Auftritt vor dem Papst

Trotz des Einstiegs auf Platz 4 der Albumcharts blieb der Erfolg überschaubar. In der Barclay Card Arena tritt der Sänger denn auch in der reduzierten „Theatervariante “ der Halle auf. Dennoch ist der Mann mit dem Faible für selbst gemachte Promi-Parodien seit über zwei Jahrzehnten einer der gefragtesten Gäste in Talkshows. Zu Sashas Karriere gehören vier Echos, zwei VivaA Cometen, ein Bambi, vier Bravo Ottos, zwei Goldene Kameras, der Deutsche Fernsehpreis und dreimal die 1live Krone. Bereits 2000 wurde er mit dem European Platin Music Award für über eine Million verkaufter Alben in Europa belohnt und war als erster deutscher Künstler ( neben George Michael, Will Smith und Robbie Williams) für den MTV European Music Award nominiert. 2002 trat Sasha als Unicef-Botschafter im Vatikan in Anwesenheit von Papst Johannes Paul II auf. Anfang 2016 feierte er sein Debüt als Coach in „The Voice Kids“. Seit Anfang 2011 tritt der Sonnyboy unter dem Motto „Alive and Swinging“ mit Rea Garvey, Xavier Naidoo und Michael Mittermeier als Tribut an das legendäre Rat Pack auf.

Mittwoch, 11. Dezember, 20 Uhr: Sasha, Barclay Card Arena,

Karten: 44- 57 Euro

Von Alexander Bösch

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