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Kultur im Norden Seeräuber entern Lübecks Hafenschuppen
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07:50 04.08.2019
Alle Mann an Bord: Eingangsszene für die Kinderoper „Störtebeker", die im Hafenschuppen C ab kommendem Sonnabend beim Festival Kunst am Kai zu erleben ist. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler
Lübeck

Ein aus Holzpaletten gezimmertes Piratenschiff prägt das Bühnenbild. Das Klavier setzt ein, Bastian lässt die Segel herunter, von hinten kommen immer mehr Kinder auf die Planken und beginnen zu singen: Segel im Wind, gen Norden, in der Tiefe ist nichts als das Wasser, über Deck sind nur Möwen und Wind. Der Himmel ist über uns gespannt, die Sterne leiten uns bis an Land. . .

Es ist ein starker Einstieg in die PiratenoperKlaus Störtebeker“, die Gabriele Pott vor sechs Jahren als erste Kinderoper für das Festival Kunst am Kai geschrieben hat. Sie wollte etwas Neues für Lübeck schaffen, Schüler einbeziehen, den Hafenschuppen C beleben. „Ich hatte mich in diesen Ort verliebt“, sagt die Festivalleiterin. Dass es eine Erfolgsgeschichte werden würde, konnte sie nicht ahnen. Inzwischen hat sie in jedem Jahr eine selbst geschriebene Oper mit Kindern und Profimusikern aufgeführt, in diesem Jahr wird die Piratenoper noch einmal inszeniert.

60 Kinder kamen zum Casting im April

Es wird eine andere Aufführung sein als vor sechs Jahren – mit neuem Bühnenbild, anderen Akteuren, einigen Neuerungen, sagt Gabriele Pott. War es damals noch ein ambitioniertes Wagnis, nach nur zwei Probewochen in den Ferien Kinder zusammen mit Profis spielen, singen, tanzen zu lassen. Es hat funktioniert. In diesem Jahr hatten sich etwa 60 Kinder zum Casting im April gemeldet, etwa 50 sind nun täglich beim Proben. Sie sind zwischen 10 und 17 Jahre alt, kommen aus Lübeck, Eutin, Malente, Neustadt, Reinfeld.

Das Niveau sei deutlich höher als bei der ersten Aufführung, sagt Choreografin Katja Grzam. „Viele Schüler sind schon mehrfach dabei. Sie sind konzentriert, wissen, worauf es ankommt.“ Zoe gehört inzwischen schon fast zu den Profis – sie war bei allen sechs Inszenierungen dabei. Vor sechs Jahren war die 13-jährige Lübeckerin ein Page des Bischofs, jetzt ist sie im Hofstaat der Königin zu erleben und als Pirat. „Ich habe viel Spaß am Tanzen, Schauspielen und ganz besonders am Singen. Mir gefällt besonders die Stimmung hier, wir verstehen uns alle super, und am Ende ist es toll, wenn wir den Zuschauern zeigen können, was wir zwei Wochen lang geprobt haben.“ Schauspielerin wäre ihr Traumberuf, „aber vielleicht auch Psychologin“.

Es geht um starke Männer, Gerechtigkeit und – die Liebe

Irina ist zum ersten Mal dabei. „Ich wollte schon immer mal Theater spielen.“ Der 14-Jährigen gefällt vor allem das Tanzen. Angst vor Lampenfieber bei der Premiere hat sie nicht. Bastian ist einer von sechs Jungen, die die Bühne in diesem Jahr entern. Er hat schon öfter in den Kinderopern von Gabriele Pott mitgemacht, „denn es macht mir immer viel Spaß, hier zu sein. Man trifft alte Freunde wieder, es bringt mir generell Spaß, hier mitzumachen. Was ich cool finde, dass ich hier tanzen lerne und singen kann.“ Er hatte bereits in der Knabenkantorei gesungen, dort aber aufgehört, um Cello spielen zu lernen, erzählt der 14-Jährige.

Bei der Story um den legendären Klaus Störtebeker, Anführer der „Likedeeler“ ,geht es um starke Männer, die Sehnsucht nach Weite und Meer, die Energie des Freiheitskampfes und natürlich auch um Liebe. „Natürlich gibt es mit dem großen Kinder- und Jugendchor auch Schlachten und Entern auf hoher See“, sagt Gabriele Pott. Das Kunst-am-Kai-Orchester werde wieder spielen, die Solisten sind ausgebildete Sänger aus ganz Deutschland.

Termine: 10./11. Und 17./18. August jeweils 17 Uhr, Schulvorstellung am 16. August, 10.30 Uhr im Hafenschuppen C, nördl. Wallhalbinsel, Willy-Brandt-Allee 31c, 23554 Lübeck. Tickets: 7,50 bis 15 zzgl. VVK-Geb. bei allen LN-Geschäftsstellen und Konzertkassen

Petra Haase

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