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Kultur im Norden Selcuk Cara probt „Weiße Rose“ in Lübeck
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16:19 13.06.2019
Lübecker Gesangsstudenten bei Proben zur Kammeroper „Weiße Rose“ über die letzten Stunden von Sophie und Hans Scholl. Quelle: Olaf Malzahn
Bad Oldesloe/Lübeck

Zwei junge Menschen in Todesangst: Sophie und Hans Scholl erleben die letzte Nacht vor ihrer Hinrichtung. Der zeitgenössische Komponist Udo Zimmermann hat in seiner Kammeroper „Weiße Rose“ diese Stunden der jungen Widerstandskämpfer gegen das Naziregime nachgezeichnet. Geprobt wird dieses emotional wie künstlerisch anspruchsvolle Projekt unter der musikalischen Leitung von Robert Roche derzeit von Studenten der Lübecker Musikhochschule in Bad Oldesloe. Als Gastregisseur konnte die Musikhochschule den ausgebildeten Opernsänger, Bestsellerautor („Türke, aber trotzdem intelligent“), Filmemacher, Theater- und Opernregisseur Selcuk Cara gewinnen, der gerade mit seiner Inszenierung „Faszination Wagner“ im Staatstheater Wiesbaden bei Kritikern und Besuchern für Jubel gesorgt hat.

Es gibt viele Scholls

Vor drei Jahren bereits bekam er die Anfrage, und seine Wahl fiel auf die Oper „Weiße Rose“ um die gleichnamige Widerstandsgruppe, deren Mitglieder von den Nazis 1943 ermordet wurden. „Das Stück sollte nah am Menschen und unserer Zeit sein“, sagt Selcuk Cara im LN-Gespräch. Das Interesse an der Zusammenarbeit mit dem international agierenden Gast war groß, mehr als 20 Studenten aus den Gesangsklassen meldeten sich für das stimmlich sehr anspruchsvolle Projekt. Und das war okay, denn Cara hatte nicht vor, die Zwei-Personen-Oper nur mit zwei Sängern zu besetzen. „Es gibt viele Scholls. Wir sind Sophie und Hans, und wenn eine oder einer fällt, dann stehen die nächsten auf.“ Seit einem halben Jahr bereitet Cara die Aufführung mit intensiven Übungen auch zur Darstellung, Choreographie und Improvisation vor. Der preisgekrönte Regisseur ist bekannt für seine Unbedingtheit und Klarheit bei seinen Projekten, und dass inzwischen „nur“ noch neun Mitwirkende dabei sind, hat nicht nur mit der schwierigen Musik zu tun. Einige Teilnehmer hätten mit seinen klaren Ansagen etwa zur Kleiderordnung („ein T-Shirt mit Totenkopf gehört für mich nicht in eine Geschwister-Scholl-Probe“) oder zum Auswendiglernen des Textes schon zu Beginn der Proben zu tun, sagt Cara. Es sei für die Studenten harte, emotionale Arbeit gewesen, „manche hatten Tränen in den Augen“.

Große Begeisterung im Mai

Ein Kammerorchester mit sechs Instrumentalisten an Blas- und Streichinstrumenten, Klavier und Schlagzeug begleitet das Bühnenspiel, das in 16 Szenen gegliedert ist. Bewegen sich die Sänger anfangs noch fast meditativ, steigern sich Tempo und Dramatik bis zu körperlichen Auseinandersetzungen. Dass Caras Konzept aufgeht, wurde bereits im Mai beim Brahms-Festival deutlich – nach einigen Kostproben aus der Kammeroper gab es große Begeisterung. So darf man gespannt sein auf die Aufführungen im Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe und in Lübeck. Cara will die Oper auch in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Theresienstadt zeigen. Ein Höhepunkt ist für ihn die Aufführung der „Weißen Rose“ zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der Lübecker Marienkirche.

Premiere: Freitag, 14. Juni, 20 Uhr im Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe. Weitere Termine: 15. Juni, 20 Uhr, 16. Juni 19.30 Uhr, Eintritt Abendkasse 20,50/14,50 Euro, Vorverkauf 18,50/12,50 Euro. Aufführung im Großen Saal der MHL Lübeck am Sonntag, 23. Juni, 17 Uhr, 14/19 Euro

Petra Haase

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