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Kultur im Norden So crazy war Gitte Haenning in Lübeck
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15:17 18.11.2019
Mädchenhaft im ersten Teil: Gitte Haenning sang Songs aus ihrer Zeit als Kinderstar. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

„Still crazy“ heißt Gitte Haennings neues Konzertprogramm, das sie jetzt mit ihrer Band im Theater Lübeck zum Besten gab. Der Titel bezieht sich nicht nur auf den Paul-Simon-Song „Still crazy after all these years“, er ist auch passend für die sympathische Dänin. Das Lübecker Publikum feierte sie im nahezu ausverkauften Großen Haus.

Wie als Mädchen verkleidet

Ein bisschen verrückt kam schon das Outfit der 73-Jährigen rüber. Im ersten Teil des Konzerts trug sie ein sonnengelbes weites Kleid mit riesigem weißem Matrosenkragen, dazu weiße Socken und geschnürte Stiefeletten. Es war, als hätte sich die gereifte Gitte als kleines Mädchen verkleidet. Verkleidung oder nicht: Gitte ist immer sie selbst – eigenwillig, witzig, mutig.

Harmlose Liedchen auf Dänisch und Deutsch

Auf der Lübecker Theaterbühne, auf der sie als Norma Desmond im Musical „Sunset Boulevard“ zu erleben war, blickte sie zurück auf ihre Anfänge. 1958 war Gitte bereits in Skandinavien ein Star und veröffentlichte um diese Zeit auch deutsche Schlager. In ruhigem Tempo, auf einem Barhocker sitzend und mit den Songtexten vor der Nase („Ich kann mir nichts merken“), gab Gitte Haenning immer wieder selbstironische Anekdoten aus der Kinder- und Teenie-Zeit zum Besten. Auf Dänisch und auf Deutsch erklangen noch einmal die harmlosen Liedchen. Gittes zärtliche Verbundenheit zu dieser naiven Welt wurde spürbar. Mit hoher, mädchenhafter Stimme trug sie die alten Songs vor.

Femme fatale im lila Kleid

Im zweiten Teil zeigte die Künstlerin eine andere Facette von sich. Diesmal war das Kleid eher femme fatale, lilafarben mit rotem Futter. Dazu erzählte die Dänin die Geschichten der erwachsenen Gitte. Vor allem ihre Verbundenheit zum Musical kam zum Tragen. Auch Norma Desmond erweckte sie noch einmal zum Leben. Hier konnte die Sängerin ihre ganze Stimmgewalt zeigen, mit ihrem tiefen Alt, der so viel Leidenschaft vermitteln kann. In den Chansons und Balladen überzeugte sie mit authentischem Gefühl, sie erzählte Geschichten mit ihren Songs und lebte diese geradezu. Bestes Beispiel: „Der Anruf“. Gittes Hit von 1982 wirkt heute noch aktuell und zeitlos gut - dank der wunderbaren Interpretin und dem modernen Arrangement. Dann wurde es wieder jazzig, federleicht und virtuos. Für eine harmonische Einheit im musikalischen Reigen sorgte die wunderbare Begleitband aus Sebastian Weiß (Piano), Benedikt Reidenbach (Gitarre), Thomas Alkier (Schlagzeug) und Björn Werra (Bass).

Der „Cowboy“ am Ende gejazzt

Drei Zugaben mussten es am Ende sein, und auch den unvergessenen Schlager „Ich will ‚nen Cowboy als Mann“ (1963) schenkte die Dänin ihrem dankbaren Publikum – natürlich in der Jazz-Version.

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