Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden So rückt Lübecks Kulturszene zusammen
Nachrichten Kultur Kultur im Norden So rückt Lübecks Kulturszene zusammen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:16 09.09.2019
So dicht sitzen Lübecks Kultur-Arbeiter selten beisammen: In kleinen Gruppen wurden Ideen entwickelt. Quelle: Foto: Claudius Stauvermann/privat
Lübeck

Lübecks Kulturszene ist eine vielfältige Landschaft mit altehrwürdigen Gewächsen wie den Museen, dem Theater und sakraler Kunst, einem bunten Garten aus kulturellen Angeboten der etablieren und freien Szene und jeder Menge „jungem Gemüse“, um mal im Garten-Bild zu bleiben, das seinen Platz sucht. Um die Aufmerksamkeit füreinander zu stärken und eine neue Form des Miteinanders zu finden, hat sich bereits vor mehreren Monaten die Arbeitsgemeinschaft „Kultur-Treibhaus“ gegründet.

„Unsichtbare Grenzen zwischen den Institutionen“

Eine der Initiatorinnen ist die freie Moderatorin Stefanie Reis, die vor drei Jahren von Hamburg nach Lübeck gezogen ist. „Ich war begeistert von den vielen Angeboten, aber ich hatte das Gefühl, dass es unsichtbare Grenzen zwischen den Institutionen und Kultursparten gibt und dass man das Potenzial der Stadt viel besser nutzen könnte.“ Im Gespräch mit anderen Menschen aus der Kulturszene bestätigte sich ihr Eindruck – so entstand das Projekt „Kultur-Treibhaus“.

180 Kultur-Arbeiter in der Marina Baltica

Um das weite Feld der Lübecker Kultur zu beackern, trafen sich am Sonntag 180 Vertreter aus Politik – etwa Bürgermeister Jan Lindenau und Kultursenatorin Kathrin Weiher –, von den Theatern, Museen, der Musikhochschule, von Galerien, vom SHMF, aus der freien Szene bis zu den Bücherpiraten und dem Campus Open Air und erarbeiteten Ideen und Visionen für ein lebendiges Kulturleben in Lübeck. In der Marina Baltica herrschte gespannte Arbeitsatmosphäre, in vielen kleinen Gruppen wurde diskutiert.

Humus für neue Kultur-Pflänzchen

Mit welchem Ergebnis? „Es war ganz deutlich, dass alle gerne enger zusammenarbeiten möchten“, sagt Felicia Sternfeld, Leiterin desEuropäischen Hansemuseums. Sie fand die intensiven, Gespräche sehr berührend. „Es ist ein tolles Signal, dass sich Lübecks Kulturszene aus sich heraus ohne äußeren Anlass auf diesen Weg gemacht hat.“ Man habe sich auch auf einer anderen, persönlichen Ebene kennengelernt – vielleicht der Humus für neue Kultur-Pflänzchen.

Nächstes Treffen 2020

Ein ähnliches Treffen habe es vor mehreren Jahren schon gegeben, sagt Musiker und Poetry-Slammer Thilo Strauß. Damals ging es um die Entscheidung, ob die Stadt Lübeck sich als Kulturhauptstadtbewerben sollte (was sie dann nicht getan hat). „Es war schon ein toller Ansatz und es ist einiges in Bewegung geraten, aber diesmal hatte ich viel stärker den Eindruck, dass sich ein Wir-Gefühl entwickelt.“ Außerdem habe ihn beeindruckt, wie kompetent und selbstbewusst die jungen Kulturschaffenden aufgetreten seien, die sich mehr als die herkömmlichen Kultur-Konsum-Räume wünschen für eigene Projekte oder nur als Treffpunkte.

Die Ideen sollen nun in Lübecks Kulturleben einfließen. Ein Folgetreffen ist 2020 geplant.

Von Petra Haase

Eine stimmige Aufführung: Die Lübecker Knabenkantorei und der Stadtsingchor Halle sorgten in St. Aegidien mit ihrer Aufführung von Haydns „Schöpfung“ für stehende Ovationen.

09.09.2019

Wäre die Welt ohne Religionen friedlicher? Ließen sich die globalen Konflikte mit einer Einheitsreligion lösen? Diesen Fragen geht das Theater Combinale in der Komödie „Gottesdämmerung“ nach.

09.09.2019

32 Länder, eine halbe Million Kilometer in 20 Jahren: Der Journalist und Fotograf Oliver Lück geht mit seinem Bulli seit mehr als zwanzig Jahren auf Reisen, um die Länder Europas zu erkunden. In seinem neuen Buch „Zeit als Ziel“ erzählt er in Text und Bildern die Geschichten der Menschen, die er unterwegs getroffen hat.

09.09.2019