Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Sonntag ist Museumstag
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Sonntag ist Museumstag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 15.05.2019
Auch das im Holstentor ist beim Musemstag dabei. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Mehr als 6500 Museen gibt es in Deutschland. Am Sonntag beim Internationalen Museumstag und mit freiem Eintritt machen sie ihre Türen weit auf. Auch in Lübeck, wo in diesem Jahr der bundesweite Auftakt stattfindet. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günter (CDU) ist als amtierender Bundesratsvorsitzender Schirmherr der Veranstaltung und wird beim Start im Museumsquartier St. Annen dabei sein.

Dikussion in St. Annen

Ein Podiumsgespräch im Museumsquartier St. Annen wird am Sonntag (12 Uhr) den offiziellen Startschuss für den Internationalen Museumstag in Deutschland geben. Neben Ministerpräsident Daniel Günther werden Jörn Henning Wolf (Vorsitzender des Museumsverbands Schleswig-Holstein und Hamburg), Klaus Staubermann (Geschäftsführer ICOM Deutschland), Hans Wißkirchen (Chef der Lübecker Museen) und Frank Schumacher (Vorstandschef der Sparkasse Lübeck) erwartet.

Seit 1977 wird der Tag vom Internationalen Museumsrat (ICOM) ausgerufen. In diesem Jahr lautet das Motto „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“. Ein Blick auf die Besucherzahlen scheint das zu bestätigen. Mehr als 114 Millionen waren es 2017 in Deutschland – gegenüber 95 Millionen zwanzig Jahre zuvor. Trotzdem haben die Häuser Grund zur Klage. Unter anderem machen ihnen steigende Ausstellungskosten zu schaffen.

Zwölf Jahre Ruhe

Das Geschäft werde immer schwieriger, sagte der Präsident des Deutschen Museumsbunds und Chef des badischen Landesmuseums, Eckart Köhne, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Vorgaben der Leihgeber sind heute wesentlich komplexer, anspruchsvoller und teurer, als sie es vor zehn bis 20 Jahren waren.“ Neben Reisen, Leihgebühren und steigenden Versicherungsprämien schlügen auch immer schärfere Transportauflagen zu Buche – von Klimakisten über Verglasung von Gemälden bis hin zu Kurieren. Alfried Wieczorek, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen, sagte: „Archive und Museen würden am liebsten gar nichts mehr rausgeben.“ Bilderhandschriften etwa müssten heute bis zu zwölf Jahre ruhen, bevor sie wieder gezeigt werden dürften.

Probleme wie diese dürften auch Thema sein beim Podiumsgespräch zum Auftakt am Sonntagmittag (siehe rechts). Ansonsten hoffen die Museen auf eine ähnlich gute Resonanz wie im vergangenen Jahr, als in manchen Lübecker Häusern viermal so viele Besucher waren wie üblich. In der Hansestadt wie andernorts haben sie sich mit zahlreichen Aktionen und – teils kostenpflichtigen – Führungen darauf vorbereitet.

Dreidimensional

Im Museum für Natur und Umwelt etwa gibt es einen Familien- und Kinderaktionstag mit Experimenten, Basteln, Forschen und einer Rallye. Schmetterlinge spielen ebenso eine Rolle wie Wale, eine spezielle App macht den Besuch zum dreidimensionalen Erlebnis.

Im Museumsquartier St. Annen werden von 10 bis 14 Uhr verschiedene Führungen angeboten, unter anderem für Familien zum Thema „Mit Affe, Schwein und Drachenpferd“, aber auch durch die aktuelle Sonderausstellung mit chinesischen Figuren des Theaterfigurenmuseums. Auch die Zukäufe des Hauses während der NS-Zeit werden thematisiert. Und man erfährt, was „Reifentiere“ sind.

Meese und Grass

Die Kunsthalle St. Annen bietet Kurzführungen durch die Jonathan-Meese-Ausstellung an (14 und 14.30 Uhr). Meese ist auch im Grass-Haus zu sehen, wo der Leiter Jörg-Philipp Thomsa die Ausstellung erläutert (16 Uhr). Es gibt aber auch Führungen zu „Günter Grass und die Politik“ (12 Uhr), zur „Blechtrommel“ (14 Uhr) sowie zu „Grass als bildender Künstler“ (15 Uhr).

Das Buddenbrookhaus bietet unter anderem ab 11 Uhr einen literarischen Spaziergang auf den Spuren Thomas und Heinrich Manns durch die Altstadt an. Ab 10 Uhr schon ist neben dem Museum in der Mengstraße 6 die Pop-Up-Ausstellung „A rose is a rose is an onion“ über die öffentliche Präsentation von Literatur zu sehen.

„Kaufmannskind“

Im Holstentor stehen um 10.30 und 11 Uhr „Kaufmannskind“-Familienführungen auf dem Programm. Am Nachmittag (14.30 und 15 Uhr) ist das Thema „Lebendige Geschichte“.

Im Behnhaus Drägerhaus kann man sich um 10.15 Uhr die „Museumserwerbungen in der NS-Zeit“ und um 11.30 Uhr die Psychiatriebilder von Carl Julius Milde erläutern lassen.

Im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk wird in einem Vortrag das Leben und Wirken Moritz Neumarks geschildert, der das Hochofenwerk aufgebaut hat (11 Uhr). Um 14 Uhr wird die Schmiede angefahren.

Zu den Grabplatten

Die Katharinenkirche hat ebenfalls Führungen im Programm – zu ihrer wechselhaften Geschichte (12 und 15 Uhr) sowie zu bedeutenden Grabplatten (12.30 und 15.30 Uhr).

Die Katharinenkirche hat von 12 bis 16 Uhr geöffnet, das Buddenbrookhaus und das Holstentor von 10 bis 18 Uhr, die übrigen Museen von 10 bis 17 Uhr.

Peter Intelmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Unter dem Titel „Ansichten“ sind im Kunstraum K 70 in Lübeck vom 24. Mai an Arbeiten des Lübecker Fotografen Bernd Rüdiger Ehlert zu sehen. Seine Aufnahmen von Alltagssituationen gehen über das Dokumentarische hinaus und setzen gezielt das Kopfkino in Gang.

15.05.2019
Kultur im Norden Gesprächskonzert in Hamburg-Harburg - Fragen Sie Nick Cave

„Conversations with Nick Cave“: Drei Stunden hat der Sänger und Komponist in Harburg von sich erzählt und am Flügel seine Songs gesungen. Großartig.

14.05.2019

Saugroboter zu Kunstwerken: „Catch me if you can“ ist der Titel einer Ausstellung mit den Arbeiten hervorragender Hochschul-Absolventen. Am 17. Mai wird sie eröffnet.

14.05.2019