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Kultur im Norden Bachmann-Preis: Wettlesen in Klagenfurt
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Bachmann-Preis: Wettlesen in Klagenfurt
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16:44 26.06.2019
Nach ihr ist der Preis benannt: Ingeborg Bachmann (1926-1973) 1964 in ihrer Berliner Wohnung. Quelle: Keystone
Klagenfurt

Einer hat noch gar nichts Literarisches veröffentlicht, andere reisen mit der Erfahrung von mehreren Romanen ins österreichische Klagenfurt. Das Wettlesen um den Bachmann-Preis bei den 43. Tagen der deutschsprachigen Literatur verspricht dieses Jahr eine große Bandbreite. 14 Autorinnen und Autoren treten an, darunter auch fünf Deutsche, die auf einen der fünf Preise hoffen. Eine weitere Besonderheit: Dieses Jahr sind erstmals mehr Frauen bei dem renommierten Wettbewerb dabei als Männer.

Besonders viele Blicke richteten sich in den vergangenen Tagen auf den 22-jährigen Daniel Heitzler, der bisher nicht einen einzigen Satz publiziert hat. „Der Wunsch zu schreiben kam Hand in Hand mit der Lust am Lesen“, sagte er. „Ich war nicht nur von den Helden selbst angetan, sondern auch von den Autoren.“

Die Gewinner

Gert Jonke war im Jahr 1977 der erste Bachmann-Preisträger. Später gewannen Autoren wie Sten Nadolny, Katja Lange-Müller, Sibylle Lewitscharoff oder Uwe Tellkamp.

Die Preisträger seit dem Jahr 2010:

2010: Peter Wawerzinek

2011: Maja Haderlap

2012: Olga Martynova

2013: Katja Petrowskaja

2014: Tex Rubinowitz

2015: Nora Gomringer

2016: Sharon Dodua Otoo

2017: Ferdinand Schmalz

2018: Tanja Maljartschuk

Nach Klagenfurt ist er von dem Literaturkritiker Hubert Winkels eingeladen worden. Der kennt einen Verleger, dem Heitzler einen Text von sich geschickt hatte. Der junge Autor tritt unter anderem gegen den Schweizer Tom Kummer (58) an, der in seiner Karriere Promi-Interviews für Zeitungen und Magazine erfunden hat und sich zuletzt 2016 mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert sah. Viel mag er nicht über seinen Text verraten, aber es gehe um eine Familienkonstellation und den Einfluss der Generationen, sagt er.

Auf dem Programm zur Eröffnung der Literaturtage steht am Abend des 26. Juni eine Rede von Clemens J. Setz, der 2008 selbst beim Bachmann-Preis antrat und sich mit der Novelle „Die Waage“ den Ernst-Willner-Preis sichern konnte. Sein Text seinerzeit handelte vom „Grundhorror des Vermessen-Werdens“, wie einer der Juroren befand.

Drei Tage live im Fernsehen

Das Wettlesen beginnt am 27. Juni um 10 Uhr. Die Kandidaten haben in ausgeloster Reihenfolge jeweils 25 Minuten Zeit, ihre Texte vorzutragen. Aus Deutschland treten neben Heitzler der in Bamberg lebende Martin Beyer, Yannic Han Biao Federer aus Köln, Ronya Othmann, die am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert, sowie die in Berlin lebende Katharina Schultens an. Die Entscheidung über den neuen Träger des mit 25 000 Euro dotierten Bachmann-Preises fällt am Sonntag. Das Deutschlandradio (12 500 Euro), die Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (10 000 Euro), der Sender 3sat (7500 Euro) und die BKS-Bank (Publikumspreis, 7000 Euro) stiften vier weitere Preise. 3sat überträgt von Donnerstag bis Sonnabend jeweils ab 10 Uhr live.

Benannt ist die Auszeichnung nach der 1926 in Klagenfurt geborenen Ingeborg Bachmann, einer Meisterin der kurzen und dichten Prosa. Nach Philosophiestudium und Dissertation war sie Redakteurin, bevor sie ab 1953 als freie Schriftstellerin arbeitete. In jenem Jahr wurde sie von der Gruppe 47 auch für ihren ersten Gedichtband „Die gestundete Zeit“ ausgezeichnet. Sie starb 1973 in Rom an Brandverletzungen – sie war beim Rauchen eingeschlafen.

„Blauwal der Erinnerung“

Im vergangenen Jahr war der Bachmann-Preis an Tanja Maljartschuk gegangen, die erst seit 2014 auf Deutsch schreibt und nach ihrem Erfolg bereits einen neuen Roman veröffentlicht hat. In „Blauwal der Erinnerung“ erzählt die ukrainische Autorin von einem vergessenen ukrainischen Volkshelden und davon, was es heißt, wenn die eigene Identität aus Angst, Gehorsamkeit und Vergessen besteht. Auch in ihrem Gewinner-Text von 2018 („Frösche im Meer“) beschäftigte sie das Thema Erinnerungen und das fehlende Interesse der jüngeren Generation an ihren betagten Verwandten.

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