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Kultur im Norden Super Ding, Super Wang!
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20:03 12.07.2019
Super Wang! in neuer Formation: Gitarrist Phil, Sänger Attila und Drummerin „Dine“ aus Lübeck (v.l.) Quelle: Tobias Oberrauner/Attila Eruestuen
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Lübeck

Sie sind nicht mehr zu viert sondern zu dritt. Sie sind nicht mehr so punkig dafür etwas poppiger. Aber sie sind noch Super Wang! – die Band mit dem Ausrufezeichen, einer Schlagzeugerin aus Lübeck und zwei Hamburgern, die ihre ganz eigene Musik macht: Melodisch, rockig, und nachdenklich. Am 12. Juli haben die Drei ihre neue EP namens „Am Ende wir“ veröffentlicht.

Aufgeregt und glücklich sei sie, sagt Nadine Stellmacher. Die 31-Jährige, die ursprünglich aus Lübeck Eichholz kommt und hier aufgewachsen ist, hat in den vergangenen Monaten viel mit ihren Jungs auf die Beine gestellt: Die Bandbesetzung wurde ausgetauscht, neues Pressematerial und Fotos mussten her, neue Termine besprochen und neue Aufnahmen durchgehört werden. Songs schreiben. Songs spielen. Songs aufnehmen. „Das ist das, was wir lieben“, sagt Stellmacher.

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Inzwischen sind die Drei – das sind neben Schlagzeugerin Nadine noch Sänger Attila und Gitarrist Philip – auch bei einer Plattenfirma unter Vertrag: „Alster Records“ übernimmt dabei den Vertrieb und die administrative Verwaltung der Band – aber die Musik bleibt immer noch in eigenen Händen. Und das ist der Band sehr wichtig. „So bleiben wir absolut authentisch“, sagt Nadine.

Super Wang! ist viel: Ist Popmusik oder Indierock und am liebsten deutscher Britpop – der Wechsel zwischen Laut und Leise, Hart und Weich, sowie die Magie im Proberaum im Moment des Entstehens ergeben ein großes Ganzes und prägen den eigenen/individuellen Sound der Band.

Die Texte sind Deutsch und „heucheln keine Internationalität“, wie die Band auf ihrer Homepage schreibt – wobei selbst in London, wo Super Wang schon gespielt hat, das englische Publikum auf deutsch mitsingt. Es geht doch!

Erste Single aus dem Jahr 2016

Schon die erste Singe „Lass nicht los“ aus dem Jahr 2016 zeigt einen Einblick, wie akribisch und anspruchsvoll Super Wang an ihre Musik herangeht.

„Wir schreiben die Songs nach wie vor selbst, produzieren und mixen sie in Unterstützung mit einem Freund“, sagt Nadine. Auch wird noch wie immer in dem alten Proberaum in Hamburg-Hamm geprobt, den die Band regelmäßig aufsucht. „Nicht ganz einfach, weil wir keine Berufsmusiker sind“, sagt Nadine. „Aber wir nehmen die Band und unsere Musik sehr ernst und deshalb schaffen wir das auch neben unseren Berufen.“

Sie selbst arbeitet bei einem großen Plattenlabel in Hamburg. „Das mag komisch klingen, aber so einfach ist es nicht, sich auf dem Markt zu positionieren, auch nicht, wenn man bei einer Plattenfirma arbeitet.“

Das Cover der neuen EP von Super Wang – selbst entworfen natürlich. Quelle: Superwang

Neuer Song über Panikattacken

Nun also wurde die ersehnte neue EP mit einer Release-Party in Hamburg präsentiert. Ganz besonders am Herzen liegt der Band der neue Song „Nur mit Dir“, darin geht es nämlich um Panikattacken. „Ein ungewöhnliches Thema“, weiß Nadine. „Aber ein sehr wichtiges, weil immer mehr Menschen durch Stress und Druck überfordert sind und psychisch darunter leiden. Auch wir haben da unsere Erfahrungen.“

Der Song wurde jetzt auch von einer Schule als Projekt visualisiert. „Darauf sind wir ganz besonders stolz“, sagt die Drummerin. „Wir haben den Song einer Schülerin und ihrer Schule zur Verfügung gestellt, die damit mehrere Musikvideos gedreht haben. Das Ergebnis ist klasse.“

Und auch das sei wieder ein Moment, der Super Wang! darin bestätigt, weiterzumachen – weil sich mit Musik so viel erreichen lasse.Nun also wurde die ersehnte neue EP – eine Art Mini-Album mit einer Handvoll neuen Songs –veröffentlicht, in einem feierlichen Rahmen mit Live-Gig in einem Hamburger Club.

Super Wang! – „Am Ende wir“

Die Platte erscheint am 12. Juli mit vier Songs, die die Band in Eigenregie produziert hat:

„Viel zu schön“:Eine Ode an das Leben, ein Song über die Schönheit der Welt und die Verbundenheit mit der Natur

„Nur mit dir“: Der wohl abwechslungsreichste Song der Platte. Fälschlicherweise oft als Liebeslied wahrgenommen, doch eigentlich geht es im Song um Panikattacken. Ein schwieriges, tabuisiertes Thema, dessen sich die Band annimmt.

„Du fehlst mir“: Jeder, der eine schmerzhafte Trennung hinter sich hat, kann sich in dem Song wiederfinden. Obwohl man weiß, dass es vorbei ist, fällt es schwer loszulassen.

„Die Tür“: Ein emotionaler Song, der vom Umgang mit Lebenskrisen handelt.

„Wir sind so dankbar, dass wir auch in der neuen Besetzung weiter bestehen können und so gut aufeinander eingespielt sind“, sagt die Schlagzeugerin. Einen großen Herzenswunsch habe sie aber noch: „Einen Gig in der Heimatstadt spielen“, sagt Nadine Stellmacher. Sie könne zwar noch nicht so viel verraten, aber sie arbeite daran, „mal live in Lübeck zu spielen“.

Neuigkeiten, Termine und Konzertinfos kommuniziert die Band auf ihrer Homepage www.superwang.de oder auf ihrer offiziellen Facebook-Seite.

Schabnam Tafazoli