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Kultur im Norden Schöne Bescherung: Robbie Williams ganz seriös
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16:55 21.11.2019
„Es ist in Ordnung für mich, keine Musik für junge Leute mehr zu machen“: Robbie Williams. Quelle: dpa
London

„Was bleibt ihm jetzt noch?“, möchte man verzweifelt fragen. Dem Alkohol hat Robbie Williams schon vor 19 Jahren abgeschworen, die Drogen schlich er aus, als er mit seiner Frau Ayda Field zusammenkam, und seit dieser Zeit – seit 13 Jahren sind die amerikanische Schauspielerin und Englands vielleicht noch immer charismatischster Popstar nun schon, mittlerweile auch verheiratetes, Paar – hat es sich der 45-Jährige aus Stoke auch abgewöhnt, mit anderen Frauen zu schlafen.

„13 Jahre Monogamie“, staunt Williams im Interview mit einem britischen Männermagazin. „Das hätte selbst ich nicht für möglich gehalten.“ Aber Ayda, eine nach Robbies Worten nicht nur zauberhafte, sondern ebenso resolute Person, die auch kernigen Kraftausdrücken nicht abgeneigt sei, habe ihn zum besten und stabilsten Robbie gemacht, den es je gab. Und der am 1. Januar dieses Jahres sogar aufgehört habe zu rauchen, den Kindern – Teddy ist 7, Charlie 4 und Coco 1 – zuliebe und überhaupt.

Ab 22. November erhältlich

28 Songs hat Robbie Williams auf seinem Doppelalbum versammelt. Von „Winter Wonderland“ und „Let It Snow“ bis !“I Believe In Father Christmas“. Mal kommen sie als Swing-Version daher, mal als Duett mit Kollegen wie Rod Stewart und Bryan Adams. Ab dem 22. November ist „The Christmas Present erhältlich“.

Stand heute hält er durch. „Okay, ein einziges Mal bin ich schwach geworden und habe im Studio eine mit Lily Allen gequalmt“, berichtet er über die Begegnung mit der alten Freundin, die zur gleichen Zeit im gleichen Studio an neuer Musik arbeitete wie Robbie. „Außerdem esse ich jetzt sehr viel Fisch und kaum noch rotes Fleisch“.

Mensch, Robbie. Als nächstes fängst du an, Golf zu spielen, oder was? Äh ja, schon passiert. „Golf ist geil. Du läufst zwei Stunden durch die Gegend und verbrennst 1900 Kalorien. Ich habe als Jugendlicher schon gespielt, dann einfach aufgehört und neulich wieder angefangen. Von allen Süchten, die ich je hatte, ist Golf die mit Abstand Gesündeste.“

Ein Video mit Robbie Williams und Helene Fischer sehen Sie hier

Das ist also Robbie Williams im Jahr 2019. Jener Robbie Williams, der mit 16 als jüngstes Mitglied von Take That zum Teenie-Superstar wurde, abstürzte, bevor er solo plötzlich Stadien füllte, am Höhepunkt des Erfolgs Depressionen kriegte und Ufos sah, Ayda kennenlernte, eine Familie gründete, heute eine feste Show in Vegas hat und in London hat, auf dem englischen Land, aber vor allem in Los Angeles lebt. Und dessen größte Sorge es momentan sei, dass die Familienhunde ständig die cremefarbenen Vorhänge vollpinkeln. Und der sich vor etwa zehn Jahren, als seine Singles aufhörten, richtige Hits zu sein, damit abgefunden habe, nun zum mittelalten Eisen zu gehören. „Es hat keinen Sinn für mich, mit Lewis Capaldi oder Harry Styles konkurrieren zu wollen. Deren Fans streamen, meine nicht. Und es ist in Ordnung für mich, keine Musik für junge Leute mehr zu machen.“

Zu dieser gelassenen Erkenntnis passt „The Christmas Present“, Robbies Doppel-Weihnachtsalbum, das halb aus Klassikern wie Slades „Merry Xmas Everybody“ (mit Jamie Cullum) oder „Santa Baby“ (einem Duett mit Helene Fischer, soweit ist es also gekommen), und halb aus gemeinsam mit dem altgedienten Co-Komponisten Guy Chambers gedrechselten und, naja, nicht wirklich umwerfenden, Neu-Weihnachtsliedern (hier singen Rod Stewart, Bryan Adams, Robbies Vater Pete und Boxer und Las-Vegas-Buddy Tyson Fury mit).Tatsächlich ist es seine allererste Weihnachtsplatte, auch wenn man das kaum glauben mag, schließlich war Williams immer schon für Ausritte in swingende, Big-Band-unterstützte, Irgendwie-Altherren-Projekte (man erinnert sich an „Swing When You’re Winning“, speziell den Song „Something Stupid“ mit Nicole Kidman) bekannt. Aber nun kommt also endlich zusammen, was zusammengehört. „Weihnachten ist total unser Ding“, freut sich Robbie schon auf das Fest, das die Familie wie meistens auch in diesem Jahr in LA verbringen wird. „Ayda schmückt schon das ganze Haus, und wir werden auch wieder ein blinkendes Lichterspektakel bieten, das sich gewaschen hat. Unser Heim wird das illuminierteste von ganz Beverly Hills sein.“

Von Steffen Rüth

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