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Kultur im Norden Theater Combinale: Von Engeln und Schafen
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15:07 25.11.2019
Die Herde ist weg – der Rest sucht Erleuchtung und gerät in eine tierische Sinnkrise.  Quelle: Foto: Michael Eichholz
Lübeck

Ein fabelhaftes Stück im Wortsinne erlebt in Kürze seine Uraufführung im Theater Combinale: „Die Herde“ erzählt die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht von Tieren. „Drei Schafe müssen eines Wintermorgens feststellen, dass sie zusammen mit dem Hütehund zurückgeblieben sind, während die übrige Herde und die Hirten sich offenbar über Nacht davongemacht haben“, schildert Ulli Haussmann, Theaterleiter, Schauspieler und Autor des neuen Weihnachtsstücks, die Ausgangslage. Für die Rest-Herde wirft die Situation praktische und existenzielle Fragen auf: Was ist passiert? Wer übernimmt die Verantwortung? Hat Franz, der Hund, versagt? Und wie sinnvoll ist es, immer noch weiter nur zu grasen und zu verdauen? Als dann ein ziemlich verpeilter Engel auftaucht und von Erlösung, Gott und einem neugeborenen Kind spricht, wird die tierische Sinnkrise zum Auslöser für unerwartete Aktionen, Allianzen und Geständnisse.

Schafe fangen mit dem Denken bei null an

In bester Combinale-Tradition setzt „Die Herde“ auf eine Verbindung aus spaßiger Unterhaltung und nachdenklichem Tiefgang, angereichert mit einem zum Weihnachtsthema (und zum aktuellen Combinale-Motto „Kaum zu glauben“) passenden religiös-spirituellen Akzent. „Die Schafe haben keine Ahnung, was Gott ist oder der Messias, sie sind unvoreingenommen und fangen mit dem Denken sozusagen bei Null an“, erklärt Ulli Haussmann seinen Ansatz als Autor. Als Schauspieler tritt er als Hütehund Franz auf, die übrigen Rollen übernehmen vier Gäste aus Hamburg: Rouven Kriete und Tobias Schaller, die zum ersten Mal am Combinale zu sehen sind, sowie Alexandra Neelmeyer und Andrea Gerhard, die schon bei anderen Produktionen mitgewirkt haben.

Gastschauspieler loben das Theater

„Es ist toll hier zu spielen, an einem Haus, wo auch die drei Intendanten selbst auf der Bühne stehen. Außerdem ist das Publikum sehr offen“, sagt Schauspielerin Alexandra Neelmeyer. Ihr Kollege Rouven Kriete ergänzt: „Bei einer Uraufführung zusammen mit dem Autor zu spielen, hat Vorteile, wenn es eine vertrauensvolle Atmosphäre gibt wie hier. Wir können bei den Proben kurzfristig den Text verändern, wenn wir merken, anders funktioniert es besser.“

Das Schaf ist nicht immer das Opferlamm

Regie führt L.-Christian Glockzin, langjähriger Dauergast im Combinale. In der Vorbereitung auf „Die Herde“ hat er sich mit der Natur der Protagonisten beschäftigt: „Das Schaf ist nicht immer das Opferlamm. Es ist viel individueller, manchmal auch klüger und kämpferischer als angenommen.“

Premiere am Freitag,29. November, im Theater Combinale, Karten unter Tel. 0451 / 78817 oder www.combinale.de.

Von Von Sabine Spatzek

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