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Kultur im Norden Theater Combinale spielt seine „Lieblingsstücke“
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Theater Combinale spielt seine „Lieblingsstücke“
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13:40 30.01.2019
Die Macher des Theater Combinale (v.l.): Wolfgang Benninghoven, Sigrid Dettlof und Ulli Haussmann (v. l.). Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Die Aufregung vor der neuen Spielsaison ist zwar da – aber irgendwie fühlt sie sich dieses Mal anders an – mehr wie Vorfreude, denn es wird ein Wiedersehen, und das ganze drei Mal. Ulli Haussmann, Wolfgang Benninghoven und Sigrid Dettlof lächeln. „Es ist soweit“, sagt Haussmann. „Wir sind im Laufe der 26 Jahre, in denen es das Theater Combinale nun schon gibt, so oft von den Zuschauern auf das eine oder andere Stück angesprochen worden, dass wir beschlossen haben, das Frühjahr ganz in das Zeichen der Lieblingsstücke zu stellen.“

Gemeint sind die „Lieblingsstücke“, die besonders erfolgreich waren und die Zuschauer am meisten bewegt haben – und natürlich auch den Schauspielern ans Herz gewachsen sind. Jedes auf seine Art. Und die Entscheidung ist auf „Kohlhaas“, „Cornflakes“ und „Ich Romeo, Du Julia“ gefallen. Sie alle werden jetzt noch mal gespielt.

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Los geht’s mit Kohlhaas am 1. Februar

Den Auftakt der Dreier-Reihe macht Ulli Haussmann mit „Kohlhaas“ ab Freitag (1. Februar, 20 Uhr) – eine Fassung von Balliani/Rostagno ein legendäres Solo-Stück des Combinale. Haussmann bringt noch einmal die facettenreiche Geschichte des Rebellen und Aufrührers Michael Kohlhaas auf die Bühne, musikalisch begleitet von Schlagzeuger Benjamin Lütke und – neu im Team – Cellist Daniel Sorour. Dass ein zweiter Musiker das Stück aus dem Jahr 2011 begleitet, ist Teil einer kleinen „Auffrischung“, verrät Haussmann.

Darsteller Ulli Haussmann spielt noch einmal den „Kohlhaas“ Quelle: hfr

Am 8. März – dem Weltfrauentag – geht es weiter mit „Cornflakes“. 1996 hatte die Ein-Frau-Seifenoper Premiere im damals noch jungen Combinale. Und der Erfolg war so überwältigend, dass Sigrid Dettlof das Stück seither alle fünf Jahre wieder ins Programm nimmt. „Und es hat inhaltlich nichts an Aktualität verloren“, sagt die Darstellerin. „Es ist für das Publikum wie auch für mich spannend zu sehen, wie das Stück reift und mit den gesellschaftlichen Veränderungen mit wächst.“ Das sei die besondere Herausforderung für sie. Worum es geht? Um Frauen und ihre Geschichte – und Dettlofs „Spaß am Wechsel zwischen den Figuren, ohne große Kostümwechsel“. Von der geplagten Mutter zur verzweifelten Punkerin, von der knallharten Feministin zur Großmutter einer Punkerin: Dettlof spielt sie alle selbst und verwandelt sich nacheinander (manchmal sogar gleichzeitig) in zwei Männer und neun Frauen.

Frauenstorys und eine Kellerkomödie nach Shakespeare

Als drittes Stück der Reihe holt Wolfgang Benninghoven zusammen Rodolphe Bonnin „Ich Romeo, Du Julia“ auf die Bühne zurück (Premiere ist am 3. Mai) – eine Komödie aus dem Jahre 2001. So erfolgreich, dass sie sogar an ein Theater in der Schweiz verkauft wurde, erzählt Benninghoven. Hier treffen sich ein Kantinenwirt und ein Kleindarsteller im Keller eines Theaters. Aus einer Unterhaltung wird ein Drama „mit allen Stationen im shakespearschen Sinne“, sagt Benninghoven. „Anrührend und amüsant.“ Gespielt wird die hauseigene Combinalelfassung, wieder unter Regie von Stephanie Kunz, die auch am „Kohlhaas“ mitwirkt.

Ob die drei Darsteller und Macher dieses Mal weniger proben müssen? „Nein“, sagt Haussmann. „Man merkt beim Spielen zwar, dass das Stück irgendwo noch abgespeichert ist, und die Texte wieder zurück in die Erinnerung kommen, aber an und für sich ist jede Wiederbelebung auch ein neues Stück für sich.“

Die Zuschauer können sich damit auf „alte Lieblinge in neuem Gewand freuen“, versprechen die Drei und haben auch ein besonderes Angebot für die neue Spielsaison. Wer mag, kann alle drei Stücke im Paket für 50 Euro als Mini-Abo kaufen und nach freier Terminwahl anschauen. Und da sich das Combinale-Ensemble nach den Aufführungen immer gern noch auf einen Plausch mit dem Publikum im Foyer trifft, ist es dieses Mal auf die Reaktionen gespannt. Aber von Aufregung keine Spur –auch hier ist es mehr ein Gefühl der Vorfreude.

Mehr Infos rund um die „Lieblingsstücke“ und die Spielzeiten gibt es auf der Internetseite des Theater Combinale.

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