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Kultur im Norden Eine Feier für das Grundgesetz
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15:14 22.05.2019
Nichts sehen, nichts hören, nicht sprechen – diese Haltung nehmen die Fundus-Künstler in ihrem Geburtstags-Programm für das Grundgesetz aufs Korn. Quelle: Dorothea Kurz-Kohnert
Lübeck

Das Grundgesetz (GG) wird 70. Aus diesem Anlass veranstaltet das Team von Fundus eine Reihe von Veranstaltungen im Mai und Juni: „Happy birthday GG“ sagen Franziska Grünig-Volp, Nicola Reinitzer und Peter Grünig.

Am 23. Mai 1949 trat das Gesetzeswerk für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Am Freitag, 24. Mai, startet der erste von vier Abenden, an dem sich Fundus kreativ und spielerisch unter Einbeziehung des Publikums mit einigen ausgewählten Grundwerten unserer Gesellschaft auseinandersetzt: „Würde – Hätte – Sollte – Könnte“ lauten die Stichworte. Alle vier Veranstaltungen folgen dem Aufbau: Einstimmung mit szenischen Lesungen, Spiele, Diskussion mit dem Publikum, zu der „Kompetenzleute“ (Grünig) aus Politik und Kirche Fakten und Daten beisteuern. „Aber keine Angst, das Feiern kommt nicht zu kurz – es gibt Essen, Getränke und Musik“, verspricht Nicola Reinitzer, „schließlich ist es eine Geburtstagsparty!“

Keine Polit-Talk-Runde

„Würde“ steht zum Auftakt in Anlehnung an den viel zitierten Artikel 1 des Grundgesetzes im Mittelpunkt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Allerdings heißt es bei Fundus provokativ „antastbar“. Peter Grünig kommentiert: „Das Grundgesetz ist ein großartiges Gesetzeswerk, aber es wird nicht immer eingehalten. Hier wollen wir die Finger auf die Wunde legen.“ Zu den Experten in der Gästeschar zählen die Grünen-Politikerin und Frauenrechtlerin Angelika Birk. Sie hatte von 1996 bis 2000 das Amt der Frauenministerin in Schleswig-Holstein inne. Zuletzt war Birk stellvertretende Verwaltungschefin der Stadt Trier. Vertreter der Kirche ist Friedrich Kleine, ehemaliger Seelsorger der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Lübeck. Er ist jetzt Gemeindepastor in Bad Schwartau. Die Moderation der gesamten Veranstaltungsreihe übernimmt Katja Mentz. Mitglied der GAL in Lübeck.

„Der Publikums-Disput ist erwünscht!“

„Wir wollen keine Polit-Talkrunde à la Sandra Maischberger oder Anne Will, sondern fordern das Publikum auf, sich aktiv zu beteiligen,“ erläutert Grünig, „der Publikums-Disput ist erwünscht!“ Das Fundus -Team liefert Anregungen zur Diskussion über Würde durch szenische Lesungen von Texten von Ferdinand von Schirach, Gerald Hüther, Bertolt Brecht und Franz X. Nicola Reinitzer: „Wir werden Sozialspiele anbieten, in denen die Geburtstagsgäste ihre Einstellung zu bestimmten gesellschaftlichen Phänomenen überprüfen können – das bietet oft überraschende Einsichten und Erkenntnisse.“ In der Vorbereitung auf den Abend hätten sie selbst gemerkt, wie schwierig es allein sei, den Begriff „Würde“ zu definieren. Dabei habe das neue Buch mit dem gleichnamigen Titel des Neurobiologen Gerald Hüther wichtige Impulse geliefert, sagt Franziska Grünig-Volp.

Sollte ich doch mehr Freiheit haben?

Die zweite Veranstaltung mit dem Stichwort „Hätte“ findet am Sonnabend, 1. Juni, statt. Hier steht Artikel 3 des Grundgesetzes im Zentrum: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Grünig: „Besonders wenn es um die Gleichstellung von Mann und Frau geht, ist noch vieles im Argen – man nehme nur die ungleichen Löhne und Gehälter oder die Kinderbetreuung.“ Auf die Gleichheits-Diskussion wird das Publikum mit Texten von Jelinek, Ibsen und Brecht eingestimmt.

Artikel 2 des Grundgesetzes garantiert „Allgemeine Handlungsfreiheit, Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit sowie Personenfreiheit“. Diese wird das Fundus-Team am Samstag, 15. Juni, abklopfen und stellt die Frage: „Sollte ich doch mehr Freiheit haben?“ Dem Freiheitsbegriff nähern sich die Schauspieler mit Texten von Kafka, Schiller, Kant und Shakespeare.

Termine und Tickets

Die vier Veranstaltungen finden im Theater Fundus, Moislinger Allee 42, in Lübeck statt. Beginn jeweils um 18 Uhr. Der Raum im Fundus bietet Platz für 40 Personen, rechtzeitige Buchung empfiehlt sich.

Karten bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, über luebeck-ticket.de oder an der Abendkasse. Auch über die Kulturtafel sind Karten erhältlich. Der Eintritt beträgt 5 Euro.

Das Angebot richtet sich an Jugendliche und Erwachsene. Auf Einladung geht das Fundus-Team mit seinem Programmen zum Grundgesetz auch an Schulen oder andere Institutionen.

Den Abschluss der Reihe bildet am Mittwoch, 26. Juni, ein Abend über die Meinungs-, Informations-, Presse-, Rundfunk-, Film-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit“ – Artikel 5 des Grundgesetzes. „Könnte das Kunst dürfen?“ heißt das Motto des Abends. Neben szenischen Lesungen mit Essays von Burgess und Beuys werden eine Performance, eine Kunstaktion und Livemusik geboten. Das Fundus-Team betritt mit diesem vielverprechenden interaktiven Format aus Unterhaltung und Information Neuland. Dazu Peter Grünig: „Es wird so gut, wie die Leute mitmachen.“

Dorothea Kurz-Kohnert

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