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Kultur im Norden Catrin Mosler erweckt „Tonio Kröger“ zu neuem Leben
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18:07 28.08.2019
Als erste Regiearbeit am Theater Lübeck bringt Catrin Mosler „Tonio Kröger“ von Thomas Mann als Zwei-Personen-Stück auf die Bühne. Quelle: Foto: Agentur 54°
Lübeck

Tonio Kröger“, Sohn des Konsuls Kröger, der sein Glück als Getreidegroßhändler in einer alten Stadt an der Ostsee gemacht hat. Von dessen südländischer Frau hat Tonio die dunklen Augen und südländischen Züge – so hat Thomas Mann als 27-Jähriger in der gleichnamigen Novelle sein literarisches Alter Ego gezeichnet, unverkennbar als Bürgersohn mit Künstlerseele. „Aber was ist der Künstler?“ – um diese Frage kreist Tonio schon als Schüler in seiner Abgrenzung zur bürgerlichen Welt seiner Heimatstadt. Auch Jahre später, als er – längst ein etablierter Autor – noch immer auf der Suche nach Selbstfindung zurück in den Norden reist.

Literarischer Stoff auf der Bühne

Sie habe „Tonio Kröger“ während ihres Literaturstudiums in Mainz gelesen, habe damals keine eigene Verbindung zu dem Werk gehabt, sagt Catrin Mosler. Dann habe sie sich hier in Lübeck beim Anblick der Salzspeicher auf dem Cover der Novelle wieder daran erinnert. Nun hat sich die 27-Jährige den Stoff für ihre erste eigene Inszenierung am Theater Lübeck vorgenommen. Im April 2019 hatte sie mit dem Spielclub das selbst erarbeitete Stück „Findet mich das Glück?“ auf die Bühne gebracht. Für sie sei es besonders schön, ein Stück, das in Lübeck spielt, auch hier zu inszenieren, sagt Mosler, die bislang als Regieassistentin am Theater Lübeck arbeitete.

Vertrauen in die Schauspieler

Sie hat es als Zwei-Personen-Stück angelegt und ihre Wunschbesetzung dafür bekommen: Jan Byl und Will Workman, die beide seit Jahren zum festen Ensemble des Theaters gehören. Beide schlüpfen in permanentem Wechsel in die unterschiedlichen Figuren, beide, sagt Mosler hätten Unmengen an Text gelernt. Und diesen – das geschriebene Wort eines mehr als hundert Jahre alten Werks – wieder mit Leben zu erfüllen, es emotional zu ergreifen, das funktioniere nur, wenn man es zusammen erarbeite. Die junge Regisseurin setzt dabei viel Vertrauen in ihre Schauspieler.

Die, ach, so bürgerliche Gesellschaft

„Wie Tonio Kröger in Thomas Manns Roman sind wir auf der Suche und man kann uns dabei zusehen, wie wir einen Zugang finden“, sagt Jan Byl und schickt hinterher, dass er lange nicht warm geworden sei mit diesem Stoff und der Figur des Tonio Kröger, der eben auch unfassbar eitel sei und sich per Habitus und Attitude heraushalte, Distanz bewahre und sich dabei selbst im Weg stehe in der Erfüllung seiner unbestimmten Sehnsucht nach Heimat, nach Liebe, nach Anschluss an die ach, so bürgerliche Gesellschaft.

Wie kriegt man das auf die Bühne?

Dabei bewegt sich die kleine Crew aus Regisseurin und Akteuren mit Thomas Manns mehr als einem Jahrhundert alten Werk durchaus auch im eigenen Spannungsfeld zwischen künstlerischem Beruf und Alltagsleben. „Ich gerate dabei immer wieder in Situationen, die man kennt, die sehr, sehr nah an mir selbst sind“, sagt Will Workman. „Die Frage ist also: Wie kriegt man das auf die Bühne?“ Indem man die von Thomas Mann geschaffenen Figuren in Bewegung bringt. Wie, das ist am Freitag, 20 Uhr im Jungen Studio zu erleben.

Weitere Aufführungenam 7. 9., 20 Uhr und 29. 9, 18.30 Uhr.

Von Regine Ley

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