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Kultur im Norden Bewährte Wege
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18:10 04.09.2018
Pit Holzwarth, Schauspieldirektor, und Operndirektorin Katharina Kost-Tolmein. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Der Aufsichtsrat des Theaters Lübeck vertraut offensichtlich der künstlerischen Leitung des Hauses. Einstimmig beschloss das Gremium die Verlängerung der Verträge von Operndirektorin Katharina Kost-Tolmein und Schauspieldirektor Pit Holzwarth um zwei Jahre bis zum 31. Juli 2022.

Katharina Kost-Tolmein amtiert seit der Spielzeit 2013/14 als Operndirektorin, zuvor war sie leitende Musikdramaturgin. Pit Holzwarth leitet das Schauspiel bereits zehn Jahre lang, er war vor seiner Lübecker Zeit unter anderem für die Bremer Shakespeare Company tätig. Beide haben in der vergangenen Saison gute Ergebnisse erzielt, die Auslastung in Schauspiel und Musiktheater lag jeweils bei 81 Prozent. „Besucherzahlen sind nicht alles, aber wir sind stolz darauf, dass wir mit einem anspruchsvollen Spielplan so viele Menschen neugierig auf unsere Arbeit machen konnten“, sagt Pit Holzwarth. Ähnliches äußert auch Katharina Kost-Tolmein: „Ich freue mich über die Planungssicherheit, die es uns erlaubt, auch weiterhin viele verschiedene Regie-Handschriften zu präsentieren. In den kommenden Jahren werden wir zudem versuchen, thematische Schwerpunkte zu setzen.“

Beide künstlerischen Leiter sehen die Verantwortung des Theaters darin, sich in die gesellschaftliche Debatte einzumischen und Stellung zu beziehen. „Wir werden zum Beispiel konkret Bezug auf die 20er und 30er Jahre nehmen, in denen die ökonomische und politische Spaltung der Gesellschaft noch schlimmer war als heute. Aus alten Werken wie der ,Dreigroschenoper’ oder ,Berlin Alexanderplatz’ kann man viel lernen für die Bewertung der heutigen Situation, in der immer mehr Menschen eine diffuse Angst verspüren.“ Katharina Kost-Tolmein sieht auch die Oper als Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung. „Deshalb beteiligen wir uns auch gemeinsam mit dem Theater Halle an einem Projekt, das den künstlerischen Kontakt und Austausch mit Afrika fördern soll. Halle spielt Meyerbeers Oper ,L’Africaine’ in einer aktualisierten Fassung, im März 2020 wird in Lübeck eine Oper mit dem Titel ,Die Europäerin’ uraufgeführt, die gerade von einem südafrikanischen Komponisten geschrieben wird.“

Theater in Zahlen

Das Theater Lübeck wird finanziert von der Stadt Lübeck und dem Land Schleswig-Holstein. Eigenes Geld steuert das Land nicht zu den Etats der drei Häuser im Lande bei, es handelt sich um Mittel aus dem kommunalen Finanzausgleich.

Das Theater Lübeck zählte in der vergangenen Saison bei insgesamt 648 Veranstaltungen 180 000 Besucher, was einer Platzauslastung von 80 Prozent entspricht. Im Musiktheater gab es 148 Vorastellungen, im Schauspiel 290.

Pit Holzwarth will auch seine beim Publikum überaus beliebten „Liederabende“ weiterführen. „Dabei greift mir der Begriff ,Liederabend’ zu kurz“, sagt er. „Es sind biografische Stücke über Musikerinnen und Musiker, dazu gehören natürlich die Songs. Wichtig ist mir, dass die zu behandelnden Personen von der Lyrik kommen. Vor allem aber sind es Stücke, die man nirgendwo sonst zu sehen bekommt.“ Einen Konflikt zwischen dem Autor und dem Theaterangestellten Pit Holzwarth sieht er nicht: „Ich bekomme für meine Stücke noch nicht einmal die Hälfte der Summe, die man einem Theaterverlag bezahlen müsste, das ist für beide Seiten eine vorteilhafte Situation.“

Ungelöst ist nach wie vor die Besetzung des Postens des Generalmusikdirektors. Vor einem Konflikt in Spielplan- oder Besetzungsfragen fürchtet sich Operndirektorin Katharina Kost-Tolmein nicht: „Ich bin sicher, dass wir gut zusammenarbeiten werden, obwohl mir laut Vertrag die Entscheidung über Spielplan und Besetzung zusteht“, sagt sie. Sie will auch die zu Beginn ihrer Amtszeit begonnene Reihe mit barocken und frühklassischen Opern wieder aufnehmen: „Das geht jedoch nur, wenn wir keinen Mozart auf dem Spielplan haben. Beendet ist diese Reihe nicht, sie ist nur unterbrochen.“

Jürgen Feldhoff

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