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Kultur im Norden So wird das Lübecker Weihnachtsmärchen „Tintenherz“
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12:04 22.11.2019
Probenatmosphäre auf der großen Bühne des Theaters – noch ohne Kostüme und Lichteffekte. Quelle: Foto: Lutz Roeßler
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Lübeck

Ein Fremder mit dem merkwürdigen Namen „Staubfinger“ kommt zu Besuch. Danach steht Meggies beschützte kleine Welt in der Bücherwerkstatt ihres Vaters Mo auf dem Kopf. Zum Advent ist im Theater Lübeck Cornelia Funkes Welterfolg „Tintenherz“ zu sehen: ein Stück, das junge Zuschauer ab acht Jahre mitnimmt auf eine spannende Abenteuerreise voller Gefahren. Erzählt wird aber auch von Freundschaft, Loyalität und Haltung.

Gefährliche Zauberzunge

Mit Staubfingers Stippvisite ist die Zeit des Schweigens für Mo vorbei. Bald erfährt Meggie, warum er ihr niemals aus den unzähligen Büchern in ihrer Wohnung vorgelesen hatte: Mo hat eine „Zauberzunge“. Als Meggie drei Jahre alt war, las er aus dem Buch „Tintenherz“ vor. Plötzlich standen Capricorn und seine Handlanger im Zimmer: „Meine Stimme hat sie aus der Geschichte rutschen lassen wie ein Lesezeichen“, erinnert er sich. Zeitgleich sei Theresa, Meggies Mutter, spurlos verschwunden. Ob sie wohl nun im Buch lebt?

Vater und Tochter auf der Flucht

Dem Bösewicht Capricorn gefällt es in der realen Welt, er will hier bleiben. Um zu verhindern, dass die Zauberzunge ihn zurückliest ins Buch, will er den letzten „Tintenherz“-Band in seinen Besitz bringen – doch den hat Mo. Vater und Tochter begeben sich auf eine riskante Flucht und werden ein Team, zwei Verbündete auf Augenhöhe. Sie verstecken den Band bei Meggies Tante Elinor, doch auch das wird sie und ihre Freunde zunächst nicht vor Verfolgung und Gefangennahme bewahren.

Geschichte eines starken Mädchens

Gut und böse – dieser Konflikt sei den Kindern aus Grimms Märchen bekannt, so Regisseurin Anna Werner: „Wichtig ist, dass alles am Ende aufgelöst wird.“ Und Humor, der bringe Leichtigkeit in die Härte und Düsternis. Zuversicht auch in ausweglos erscheinenden Situationen biete aber ein Kind, die Hauptfigur: „Meggie ist ein starkes Mädchen.“

Meggie fehlt die Mutter

Für eine Zwölfjährige sei sie sehr reif, bestätigt Meggie-Darstellerin Mira Fafjer. Sie habe den Mut, Dinge offen anzusprechen und Entscheidungen zu treffen, „aber man merkt auch, dass ihr die Mutter fehlt“. Elinor sei ebenfalls eine beeindruckende Figur mit ihrer schnoddrigen, energischen Art, über Einschüchterungsversuche einfach hinwegzugehen. Das entkräfte bedrohliche Situationen.

Eine Schulklasse durfte schon schauen

Den Spannungsbogen bis zum guten Ende müsse ausgehalten werden, betont Dramaturgin Katrin Aisser. Eine Schulklasse durfte schon mal schauen: „Die Kinder haben gleich die Zwiespältigkeit von Staubfinger erfasst.“ Nur das Theater biete ihnen die Möglichkeit, die Handlung so lebendig vor Augen zu haben.

Dazu trägt auch das Bühnenbild von Margrit Flagner bei: „Für mich ist die ,Tintenherz’-Welt eher ein abstrakter Ort“, jedes Bild habe seine eigene Zeichenhaftigkeit. So wirkt etwa Capricorns Kerker auch ohne typische Requisiten beklemmend, aber nicht furchteinflößend.

Einladung zum Lesen und Träumen

Die komplexe Handlung des Fantasy-Romans in der Bühnenfassung von Robert Koall wird durch eine Erzählerin verkürzt, die auch die Figuren einführt und die Geschehnisse zuordnet. Allein ihre Frage „Was macht eine Figur in einem Buch, wenn gerade keiner liest?“ dürfte Stoff für Fantasiereisen noch lange nach der Vorstellung bieten. Und zum Lesen inspirieren. Genau das, sagt Regisseurin Anna Werner, sei ebenfalls Ziel des Stücks: „Ein Buch lädt zum Träumen ein, in eine Welt, in der alles möglich ist.“

Das Weihnachtsstück „Tintenherz wird in Szene gesetzt von Anna Werner. Bühnenbild: Margrit Flagner, Kostüme: Linda Schnabel, Musik: Peter Imig. Premiere ist am Freitag, 29. November, 10 Uhr. Weitere Termine unter www.theaterluebeck.de

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