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Kultur im Norden Wiener Sängerknaben rühren im Lübecker Dom zu Tränen
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17:30 07.12.2018
Die Wiener Sängerknaben begeisterten ihr Publikum im Lübecker Dom.
Die Wiener Sängerknaben begeisterten ihr Publikum im Lübecker Dom. Quelle: Lukas Beck
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Lübeck

Zum geschlagenen Tambourin, begleitet von einer Flöte ziehen am Abend des Nikolaustages 23 Knaben in das Schiff des Lübecker Doms ein und singen „Gaudete, Christus est natus“ – festlicher Auftakt eines Konzerts, das schon in der ersten Adventswoche 2018 die Vorfreude auf das Weihnachtsfest feiert.

Der Dom ist großzügig bestuhlt, der Andrang am von Fackeln erleuchteten Einlass im „Paradies“ groß, denn: Das Schleswig-Holstein Musik Festival hat den „Mozart-Chor“ der Wiener Sängerknaben zu Gast. Unter der Leitung von Luiz de Godoy singen sie ein buntes Programm, das sich über 400 Jahre geistlicher Chormusik erstreckt. In der ersten Hälfte spannt sich der Bogen von Renaissance-Motetten des Jacobus Gallus bis zu Stücken aus „A Ceremony of Carols“ von Benjamin Britten. Dieser ernste Teil hat seinen Höhepunkt mit „Pueri concinite“ von Johann Ritter von Herbeck, das einer der Knaben solistisch von der Kanzel über den Köpfen des Publikums darbietet – und schlicht zu Tränen rührt. Der zweite Teil ist heiter gestimmt und lässt schmunzeln über kecke zeitgenössische Arrangements von geistlichen Liedern aus der österreichischen Tradition. „Das nächste Stück ist wieder Latein, das können Sie besser verstehen!“, kommentiert de Godoy, bevor es in das Finale geht, nach der Zugabe gekrönt vom titelgebenden „Stille Nacht“.

Luiz de Godoy dirigiert den Chor mit zackiger Eleganz und begleitet mit Schwung am Klavier. Die Knaben lassen bei aller Disziplin spüren, dass sie ganz bei der Sache sind und werden darin von ihrem Leiter unterstützt, der nie Beifall für sich allein beansprucht, sondern zwischen die jungen Sänger tritt und gerne nach einer solistischen Partie in den Applaus für seine Zöglinge mit einfällt. Dieser Eindruck wirkt nach.

Jakob Rieke

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