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Kultur im Norden Wirbel um Wechsel von Grass-Archiv nach Lübeck
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17:31 04.10.2019
Um Ton- und Filmaufnahmen von ihm geht es: Günter Grass. Quelle: imago
Lübeck

Seit geraumer Zeit laufen Gespräche zwischen Bremen und Lübeck über die Verlegung der Günter-Grass-Stiftung von der Weser an die Trave. Es geht um ein Tausende Dokumente umfassendes Ton- und Bildarchiv rund um den Nobelpreisträger.

Die Verhandlungen sind weit gediehen, aber nicht abgeschlossen. In dieser Situation hat der Bremer Stiftungsgeschäftsführer Horst Monsees der Lübecker Seite jetzt vorgeworfen, sich nicht zu bewegen. Bei einem Gespräch im Mai habe Bürgermeister Jan Lindenau signalisiert, dass die Stadt einverstanden sei, sagte er dem Bremer „Weser Kurier“. „Aber seither haben wir nichts mehr gehört. Wir haben keine Zusagen, das ist eine echte Geduldsprobe.“

Hier lesen Sie mehr zum Thema: https://www.ln-online.de/Nachrichten/Kultur/Kultur-im-Norden/Grass-von-der-Weser-an-die-Trave

„Das befremdet mich“

Hans Wißkirchen, Leitender Wißkirchen Direktor der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck, zeigte sich verärgert. Er sei „sehr verwundert“, dass Einzelheiten aus den Gesprächen in der Zeitung stehen, sagte er. „So verhandelt man eigentlich nicht miteinander. Das befremdet mich schon sehr.“ Dass Lübeck interessiert sei, „ist völlig klar“. Aber es gebe noch Dinge zu regeln, und die regle man nicht öffentlich. Wißkirchen sieht auch nicht Lübeck, sondern Bremen am Zug. Von dort müsse die Verlegung der Stiftung nach Lübeck beantragt werden, dann könnten weitere Schritte erfolgen. Das sei die Sicht von Kulturstiftung und Bürgermeister gleichermaßen.

Digital zugänglich

Die Bremer Grass-Stiftung wurde zur Jahrtausendwende von der Stadt Bremen, Radio Bremen, der Sparkasse Bremen und Bremer Unternehmern gegründet. Das Medienarchiv sammelt Film- und Tondokumente von und über den Nobelpreisträger, erschließt sie und macht sie digital zugänglich.

Anfangs in einem Haus in der Bremer Innenstadt untergebracht, ist es inzwischen in die Jacobs University im Norden der Stadt ausgegliedert worden. Dort gibt es nicht nur wenige Besucher, das Archiv leidet auch unter zu wenig Geld und Personal sowie unter veralteter Technik. „Wir werden hier nicht ausreichend wahrgenommen“, sagte Monsees dem „Weser Kurier“. Auch hatte die private Universität schon 2018 Eigenbedarf signalisiert. Die Stiftung könnte also demnächst ohne Räume dastehen. Zudem war vor zwei Jahren eine Geschäftsführerin wegen Veruntreuung von Geldern abberufen worden.

Forderungen aus Bremen

Geschäftsführer Monsees sagt denn auch, dass das wissenschaftliche Umfeld in Lübeck oder Göttingen interessanter sei, auch wenn er das Archiv lieber in Bremen sähe. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, der Windkraftunternehmer Klaus Meier, sehe in Lübeck ebenfalls bessere Chancen für das Archiv. Monsees hat auch schon aufgelistet, was ihm bei einem Umzug an die Trave wichtig ist: Fortbestand der Stiftung, Übernahme der Archivarin und eines wissenschaftlichen Mitarbeiters, ein Vorstandsposten für eine Bremer Persönlichkeit sowie gemeinsame Ausstellungen.

Von Lübecker Seite wollte man das nicht kommentieren. Grass-Haus-Leiter Jörg-Philipp Thomsa machte aber deutlich, dass die Bremer Bestände eine gute Ergänzung wären für sein Haus. Im Übrigen arbeite man seit Jahren eng mit dem Bremer Archiv zusammen.

Von Peter Intelmann

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