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Kultur im Norden Wunderbarer Bach in neuem Arrangement
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17:52 28.08.2019
Das Calmus Ensemble gastierte gemeinsam mit der lautten compagney im Ratzeburger Dom. Quelle: Axel Nickolaus
Ratzeburg

Die Berliner waren mit fünf Instrumentalisten angereist, die Besetzung mit Theorbe/Laute, Schlagwerk, Gambe, Blockflöte und Saxofon/Klarinette verwunderte zunächst. Was haben Saxofone in einem Konzert, in dem Werke von Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt standen, eigentlich verloren? Im Prinzip nichts – aber Bachs Musik erträgt auch Instrumente, die erst hundert Jahre nach seinem Tode erfunden worden sind. Mehr noch: Wie sich der unglaublich weiche Saxofon-Ton von Karola Elßner mit den Stimmen des Leipziger Quintetts mischte, war ein ästhetisches Erlebnis für sich. Harmonie durchflutete den romanischen Bau, bei Bachs Kompositionen ebenso wie bei Werken von dessen Vorgängern und von modernen Komponisten.

Originalität und Farbigkeit

Die Arrangements der Choralvorspiele und der Choräle selbst stammten mehrheitlich von Wolfgang Katschner, dem musikalischen Kopf und meisterhaften Theorbe-Spieler der lautten compagney. Sie zeichneten sich durch Originalität und Farbigkeit aus. Wenn etwa der Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ im Stil der Swingle Singers ertönte, hörte man zwar ein bekanntes Interpretationsmuster. Klitzekleine Einschübe und Veränderungen in der >Instrumentierung aber machten daraus viel mehr als ein Schreiten auf altbekannten Pfaden. Die stimmliche Qualität der Mitglieder des Calmus Ensembles tat ein übriges, um ein Klangbild zu erzeugen, das man lediglich zehn Musikern nicht zugetraut hätte. Vor allem, wenn die Sopranistin Anja Pöche und ihre vier Kollegen singend durch den Kirchenraum wanderten, entstand ein betörender und berührender Raumklang.

Frischer und freier als das Original

Was bei Bach gelang, geriet auch bei modernen Werken bestens. Die Bearbeitung von Arvo Pärts bekannter Komposition „Fratres“ klang viel frischer und freier als das Original für Streichorchester und Schlagzeug. John Taverners (1944-2013) „The Lamb“ erwies sich als ganz wunderbar gelungene Vertonung eines Gedichtes von William Blake. Und sie erwies sich als Beispiel dafür, wie emotional zwölftönige Musik wirken kann. Herrliche Musik, die hervorragend in den Ratzeburger Dom passte.

Das Publikum war begeistert von den fünf Instrumentalisten und den fünf Sängern. Für den großen Beifall bedankten sich die lautten compagney und das Calmus Ensemble mit zwei Zugaben. Das kleine Menuett aus Bachs Notenbüchlein für Anna Magdalena in einer verjazzten Version zu hören, ist einem auch nicht alle Tage vergönnt.

Von Jürgen Feldhoff

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