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Kultur im Norden Zu neuem Leben erweckt: „Die tolle Lola“
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17:51 05.07.2019
Die tolle Lola (Jana Thomas) bringt in der gleichnamigen Operette Hugo Bendler (Markus Schiefer) gehörig aus dem Gleichgewicht. Quelle: Foto: Sommeroperette
Lübeck

Ein Wagnis sei es schon gewesen, dieses 100 Jahre alte Werk aus der Versenkung zu holen, gibt Michael P. Schulz zu. Die Rede ist von Hugo Hirschs Berliner Schwank-Operette „Die tolle Lola“ (1919), die der Leiter der Lübecker Sommeroperette in deren Jubiläumsjahr wiedererweckt hat. Aber sie funktioniert auch heute noch: Die eingängigen Melodien sind zeitlos. Davon kann sich das Publikum noch bis zum 3. August im Theater Geisler überzeugen.

Der ungekrönte König der Operette

Nein, die „tolle Lola“ hat nichts mit der „feschen Lola“ zu tun, die Marlene Dietrich im „Blauen Engel“ von 1930 verkörperte. Der Schlager „Ich bin die fesche Lola“ von Friedrich Hollaender ist im Gegensatz zu den Liedern der Operette unsterblich geworden. Der jüdische Komponist und einst ungekrönte König der Operette, Hugo Hirsch, musste 1933 aus Deutschland emigrieren. Die Nationalsozialisten haben sein Werk quasi getilgt. Von der „tollen Lola“ gab es genau noch einen Notenauszug für Klavier. Und so hat Michel P. Schulz die Operette auch auf die Bühne gebracht: mit Klavierbegleitung (musikalische Leitung: Sven Franick). Das hat einen besonderen, reduzierten Charme.

Hugo Hirsch (1884 – 1961)

„Die tolle Lola von Arthur Rebner mit der Musik von Hugo Hirsch sei eine Schwank-Operette im typischen Berliner Stil, erklärte Michael P. Schulz, Leiter der Lübecker Sommeroperette, die Auswahl des Stücks. „Hugo Hirsch war einer der wichtigsten Komponisten in diesem Genre.“

Hirsch (Foto: Ullstein), ein deutsch-jüdischer Komponist, war im Berlin der Weimarer Republik mit seinen Operetten und musikalischen Lustspielen äußerst erfolgreich.

„Die Melodien sind Ohrwürmer“, sagt Michael P. Schulz, und er hat Recht. Dennoch hat er die Musik noch ein wenig mit Bekanntem unterfüttert. Vor allem das allerletzte Schlusslied, unisono von allen Darstellern gesungen, ist geläufig: „Wer wird denn weinen, wenn man auseinandergeht“. Das allerdings stammt aus einer anderen Hugo-Hirsch-Operette. Aber wen stört es? Das Publikum jedenfalls mag die Produktion und fühlt sich bestens unterhalten, auch wenn sie mit zweieinhalb Stunden Aufführungsdauer doch recht gedehnt erscheint.

Den Männern eine Lektion erteilt

Das Verwirr- und Versteckspiel um die verführerische spanische Tänzerin Lola Cornero (Jana Thomas) ist schnell durchschaut und bietet keine wirklichen Überraschungen. Im Mittelpunkt steht der gebeutelte junge Ehemann und Schwiegersohn Hugo Bendler, der mit Markus Schiefer hervorragend besetzt ist. Immer gehetzt, verängstigt und auf der Flucht – vor allem vor dem dominanten „Schwiegermonster“ Agathe (Mona Hermes). Er ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu seiner Tilly (Sonja Pitsker) und dem Sog der Verführung durch die Spanierin. Auch Schwiegerpapa Emil (Günter Lüdtke) droht, Lola zu verfallen. Am Ende siegt natürlich die Treue und die Frauen tun sich zusammen, um den Männern eine Lektion zu erteilen.

Freude an der Komik

Die unbeschwerte Musik und die vielen tänzerischen Einlagen (Choreographie: Sarah Schneider) sorgen für Schwung und Leichtigkeit. Alle Darstellerinnen und Darsteller zeichnet dabei ihr großer (Körper-) einsatz und ihre Freude an der Komik aus. Der wunderbare Tommy Geisler ist in einer Doppelrolle als Lolas russischer Verlobter Graf Barakoff und ihr – herrlich hypernervöser – Impressario Duriano zu erleben. Charmant waren auch die Zwischendarbietungen der Tänzerinnen Sarah Schneider und Antje Tolkmit. Voller Grazie tanzten sie immer wieder durch das Publikum.

Weitere Aufführungen: Sonnabend, 6. Juli, sowie 20. Juli, 14.30 Uhr, 27. Juli, 19.30 Uhr, 3. August, 14.30 Uhr.

Die große Jubiläums-Revue „Operetten-Geschichten“ hat am 12. Juli um 19.30 Uhr im Johanneum Premiere. Am Freitag, 19. Juli, um 19.30 Uhr gibt es dort die Uraufführung der Komödie mit Musik „Der Diener zweier Herren“.Programm und Tickets unter www.luebecker-sommeroperette.de

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