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Kultur im Rest der Welt „Ant-Man & The Wasp“ und mehr DVD-Tipps
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20:30 18.12.2018
Quelle: iStockphoto
Hannover

Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer. Als wir nun schon Älteren noch klein waren, öffnete sich im Fernseher eine braune Holzkiste und eine Kapelle swingte sich quietschvergnügt durch den Jazzschlager über „eine Insel mit zwei Bergen“. Schon wurden wir dieser Berge ansichtig, waren da bunte Häuschen, ein Schloss und ein Bahnhof, und das Zellophanmeer der Augsburger Puppenkiste schwappte an den ockerbraunen Strand.

Es ging mit Jim Knopf, Lokführer Lukas und der Lokomotive Emma nach China, durch Gebirge, Wald und Wüstenei zu seltsamen Drachen und widersinnigen Wesen wie Scheinriesen. Michael Ende, der spätere Autor von „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“, hatte einfach drauflosgeschrieben. Erster Satz, mal sehen was rauskommt. Wunderbares kam raus.

Das hat Dennis Gansel jetzt mit Henning Baum und Solomon Gordon in einen Realfilm gepackt - Kinderkino vom Regisseur von „Das Phantom“ und „Die Welle“. Und wenn der güldene Hammerschlag-Schriftzug frappierend an den der Harry-Potter-Streifen erinnert, befürchtet man schon Babelsberger Größenwahn - noch so ein hurtiges Franchise, einen hingeworfenen Streifen mit Zellophanseele.

Stattdessen ist „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ Bild für Bild ein üppiges, ja verschwenderisches Werk der Liebe. Die Figuren und Kulissen erinnern durchaus an die putzige Puppenstube von einst, alle Tricktechnik lässt staunen, und nur einmal müssen die kleinsten Zuschauer die Luft anhalten – der Wächter des Drachenvulkans gemahnt doch ein wenig an Smaug, den brandgefährlichen Lindwurm der „Hobbit“-Filme. Was Michael Endes unbändiger Geschichte im Original fehlte, war der Humor.

Gansel nun lässt sein Roadmovie witzig swingen. Mit dem Thema einer Schein-Übervölkerung und der Neigung von Populisten, damit in Migrationsfragen zu punkten, könnte „Jim Knopf“ einige Aktualität für sich reklamieren. Wobei am Ende bei Ende und Gansel alles gut wird. Vernunft regiert, wahre Nächstenliebe führt zu ultimativer Integration. Und der knuffige Jim fragt nicht mehr „Wo komme ich her?“ sondern „Wo gehöre ich hin?“ Die Antwort ist so gewiss wie eine Fortsetzung des Films. Viva Lummerland!

Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer Quelle: Warner

Star Trek – Discovery, Staffel 1. Der Planet Vulkan brachte mit Mister Spock den interessantesten Charakter des „Star Trek“-Universums hervor. Von Spocks Vater Sarek wurde auch Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) großgezogen, eine junge Offizierin der Sternenflotte, die zu Handlungsbeginn der ersten Staffel von „Discovery“, neun Jahre vor Beginn der ersten Mission des Raumschiffs Enterprise, auf der USS Shenzou dient.

Eine unverhoffte Begegnung mit den feindseligen Klingonen führt zur Zerstörung des Schiffs und einem Krieg, dessen Ausbruch Burnham zur Last gelegt wird. Als Gefangene gerät sie an Bord der Discovery, wo sie der um ihre außerordentlichen Fähigkeiten wissende Captain Lorca (Jason Isaacs) unter seine Fittiche nimmt und ihr eine zweite Chance gibt. Bei den Versuchen, dem klingonischen Imperium Einhalt zu gebieten, verschlägt es die Discovery dann in ein Paralleluniversum, wo die Klingonen zu den Verfolgten gehören und die Föderation eine menschenverachtende Diktatur ist.

Und: Action – aber mit Grips! Das „Star Trek“-Franchise ist nach langen Jahren Fernsehpause mit einer vielversprechenden neuen Serie am Start. Die horizontale Erzählweise macht aus ihr einen riesigen Spielfilm, die Story hält die Fans am Bingen, am Ende der ersten Staffel ist man gespannt auf weitere Abenteuer aus dem Jahr Zweitausendzweihundertundzerquetschte (Streamingstart im Januar). Die Klingonen freilich sind von den braun geschminkten Kriegern der Captain-Kirk-Zeit zu Wesen geworden, deren mimische Verhornung sie langsam aber sicher zu einer Art von zweibeinigen Hummern macht.

Star Trek – Discovery, Staffel 1 Quelle: Paramount/Universal

Greyzone, Staffel 1. Die Geschichte einer Geiselnahme vor terroristischem Hintergrund. Der Syrer Iyad Adi Kassar (Ardalan Esmaili) nimmt eine junge Frau und ihren kleinen Sohn zu Geiseln. Victoria Rahbek (Birgitte Hjort Sorensen), eine der führenden Ingenieurinnen eines Kopenhagener Herstellers für Drohnentechnik soll ihm und seinen Hintermännern behilflich sein, einen Terroranschlag durchzuführen.

Die hartgesottene Kommissarin Eva Forsberg (Tova Magnusson) und ihr empathischer, indes angeschlagener Kollege Jesper Lassen (Joachim Fjelstrup) entdecken an der dänischen Grenze einen Lastwagen, der einen Raketensprengkopf transportiert. Sie kommen bei ihrer Fahndung nach den Hintermännern Victorias Entführung auf die Spur, knüpfen Kontakt zu ihr und benutzen sie als Informantin, um die komplette Verschwörung aufzudecken (statt sie von Iyad zu befreien).

Am meisten sorgt man sich in diesem dänischen Zehn-Episoden-Thriller, wenn ein Polizist sagt, es sei „alles unter Kontrolle“. Denn meist geht danach irgendetwas gründlich und blutig schief, und nur weil der wankelmütige Iyad ab und zu unverständlicherweise kein Misstrauen gegen seine Gefangene hegt, gibt es kein frühes Hauptfigurensterben.

Wie die meisten skandinavischen Serien schlägt auch diese ihre Zuschauer durch die persönlichen Dramen ihrer Charaktere in Bann. Als da wären die privaten Handicaps der Ermittler und die mähliche Ausprägung des Stockholm-Syndroms zwischen den Gefangenen und dem Kidnapper. Trotz einiger nicht unerheblicher Logiklöcher ist diese Serie sehenswert bis zum explosiven Finale!

Greyzone, Staffel 1 Quelle: Edel

Early Man. Saurier und Frühmenschen lebten, so zeigt es dieser Animationsfilm aus dem Hause Aardman, eben doch zur selben Zeit. Und vom großen Kometen blieb nach dem großen Wumms nur ein fußballförmiges Kügelchen übrig, das der Homo dingsbums sofort in eine Mannschaftssportart mit Torschussmöglichkeit verwandelte.

Einige Zeitalter später ist das Kicken bei den Höhlenmenschen in Vergessenheit geraten, die Steinzeitler leben im grünen Kometenkrater, sind noch ziemlich nonsapiens (um das Wort debil zu vermeiden) und werden eines Tages von einem Kriegsmammuts reitenden, Metall verarbeitenden Stamm mit französischem Akzent aus ihrem nahezu friedlichen urbritischen Kaninchenjägerdasein aufgescheucht. Um der Versklavung oder Vernichtung durch die kapitalistischen Bronzezeitler und der Ausbeutung ihres Tals zu entgehen, schlägt der pfiffige Steinzeitler Dug ein Fußballmatch ums Überleben vor.

Die eigenwillige Geschichtsschreibung von Nick Park und seinen Knetfilmfabriken ist damit zuvörderst eine Parabel über den Zustand des britischen Fußballs, über die einstige Kickerglorie des Kingdoms und den Traum von neuer Größe – vor allem gegenüber dem amtierenden Weltmeister Frankreich (der zur Zeit des Kinostarts von „Early Man“ noch nicht damit rechnen konnte, den Boches den Cup abzujagen). Ein Pro-Brexit-Statement ließe sich freilich auch in den Freiheitswillen von Dugs Mannen hineinlesen.

Vor allem aber ist der Film eine weitgehend gelungene Komödie für alle Lebensalter, deren charmante, ja hinreißende Animationen darüber hinwegtrösten, dass die herrliche Skurrilität der „Wallace & Gromit“-Streifen und die Gagdichte und Furiosität von „Chicken Run“ hier nicht mehr erreicht werden.

Early Man Quelle: Studiocanal

Tanken – mehr als Super, Staffel 1. Tankstellen bei Nacht haben etwas Unwirkliches und Unheimliches. Glühende Kuben in der Finsternis, fast menschenleer, wäre da nicht der Kassierer, der im Neonlicht vor den Regalreihen wie ein übernächtigter Vampir wirkt. Aus dem Schreckensreich der Nachtschicht erzählt die ZDF-Neo-Serie „Tanken – mehr als Super“.

Erzählt von dem dorthin verdammten ehemaligen Tagschichtleiter Georg Bergstedt (Stefan Haschke), der nichts unversucht lässt, wieder in die Sonne zurückzukehren und der bis zu diesem in immer fernere Zukunft rückenden Zeitpunkt seine Mitarbeiter, den dauermampfenden Olaf (Daniel Zillmann) und den schüchternen Daniel (Ludwig Trepte) nach Herzenslust drangsaliert.

Die von Gernot Gricksch und Julia Drache geschriebene ZDF-Neo-Serie basiert auf dem isländischen Vorbild „The Night Shift“. Die von der Taggesellschaft Ausgestoßenen leiden hier – anders als in echten Tankstellen - keinesfalls an Langeweile. Sie müssen verlorengegangene, demente Opas suchen, vermeintlichen Zeitungsreportern Rede und Antwort stehen oder das Pipimalheur wegwischen, das passiert, weil der pedantisch-besserwisserische Bergstedt wieder mal Besuchern, die nicht tanken wollen, den Toilettenschlüssel verweigert. Eine Comedyserie aus der Arbeitswelt auf den Spuren von „Stromberg“, die in Sachen Komik allerdings noch einigen Gestaltungsspielraum bietet.

Tanken – mehr als Super, Staffel 1. Quelle: Eye

Slasher, Staffel 1 & 2. Der Nachahmer des berühmt-berüchtigten, hinter Gittern sitzenden Halloween-Mörders Tom Winston hat den selben üblen Kostümgeschmack wie das Original. Er sieht in seinem Scharfrichterkostüm eher aus wie eine verdorbene Zwiebel als wie ein Henker. Aber er ist nicht zu unterschätzen, er benutzt sein Schwert-meets-Säge-ähnliches Riesenmesser ähnlich grausig wie sein Vorbild. Überdies nutzt er für seine Untaten aber auch Gift, einen Baseballschläger oder tierische Beihilfe.

Keiner kann sich mehr sicher fühlen, jeder ist verdächtig - das Übliche also. Ausgangspunkt der Horrorgeschichte: In der Halloween-Nacht 1988 wurden im kanadischen Waterbury die Eltern der Heldin ermordet. 29 Jahre später kehrt Sarah Bennett mit ihrem Verlobten in das leerstehende Mordhaus zurück. Naja, und mit ihr natürlich das Grauen.

Wie in David Finchers „Sieben“ scheint der Killer die Sieben Todsünden zu bestrafen, wie im „Schweigen der Lämmer“ wird der Originalmörder zum Berater (hier der jungen Sarah). Und so kommt in der sauberen Kleinstadt während der Suche nach dem Messermörder ein düsteres Geheimnis nach dem anderen an den Tag.

Die erste Staffel von „Slasher“ ist eine Fest für Trash-Fans, erfreut sich all der üblichen B-Movie-Unebenheiten – vom hanebüchenen Drehbuchtwists über ruckartige Charakterzeichnung bis zum unzulänglichen Schauspiel – für das die Gattung bekannt ist. Wer ein glaubwürdiges Gruseldrama braucht, dem sei dringend abgeraten, wem eine Blut-Soap mit Unappetitlichkeiten genügt, der bekommt hier mehr als genug. Und die irische Hauptdarstellerin Katie McGrath hat dieses bezaubernde Keira-Knightley-Lächeln, das einen so manchen Handlungsunfug und (diesem Fall absichtsvoll gestreute?) unfreiwillige Komik schlucken lässt.

Die zweite Staffel hält eine neue Story, neue Figuren und sonst mehr vom Selben bereit: Diesmal ist es die Geschichte von den alten Freunden in der alten Hütte, um die einer schleicht, der nichts Gutes im Sinn hat. „Freitag, der 13.“ lässt grüßen.

Slasher, Staffel 1 & 2 Quelle: JustBridge

Wildes Herz. Der Punk von Feine Sahne Fischfilet ist einer mit Ach, Krach und Trompeten, und wie im Genre üblich, hat Sänger Jan „Monchi“ Gorkow auch eine derbe Stimme, eine zum Brikettzählen. Geliebt, gehasst, umstritten – und mit ihrer strammen Antifascho-Haltung bis heute Gegenstand von politischer Diffamierung (wie die Diskussion um das Bauhaus-Konzert zuletzt zeigte), sind sie eine der wenigen Bands, die Position beziehen, statt nur Befindlichkeitsplatitüden fürs Happy-go-lucky-Radio zu dreschen.

Die Doku „Wildes Herz“ ist vor allem ein Porträt des eindrucksvollen, raumfüllenden Monchi, der schon als kleines Kind das Rampenlicht genießt (ob er nun dem Opa ein Geburtstagsständchen bringt oder dem Nikolaus ein Fußballlied vorsingt), der später bei den Fußball-Ultras von Hansa Rostock durchaus nicht vor rabiaten Aktionen zurückschreckt und schließlich Frontmann einer Band wird, die hochenergetische Sounds mit provokativen Texten bestückt und damit den Geist des Rock’n’Roll am Leben hält.

Im Hintergrund summt die Republik 2016, das Land Meck-Pomm, die bedingt vor allem durch die sogenannte Flüchtlingskrise ihre Weichen einer Rechten darbieten, die ob der allgemeinen Verunsicherung, ob der dem alten christlichen St.-Martins-Postulat zuwiderlaufenden Angst des Volks vorm Abgeben-Müssen Morgenluft wittert. Der „Held“ des Films ist sympathisch, aber mit jeder Menge Ecken und Kanten (u. a. verurteilter Ex-Fußball-Ultra), die in dieser Doku nicht ausgespart werden.

Anders als bei den Bands der extremen Rechten ist Hass aber kein Treibmittel der Fischfilet-Musik, steht die Gruppe, die das Herz auf dem linken Fleck hat, deutlich auf Seiten der Demokratie, auch wenn man mit den Ansichten Monchis nicht immer übereinstimmen mag. Auch der Verfassungsschutz ist längst aus der Hab-Acht-Stellung raus. Beobachtung eingestellt. Man darf diese Band jetzt ganz offiziell mögen. Ein Pfarrer aus Monchis Umfeld stellt Feine Sahne Fischfilet in die Nachfolge von Ton, Steine, Scherben und darüber darf man - bei allen Unterschieden - wohlwollend nachdenken.

Wildes Herz Quelle: Good Movies!

Journeyman. Exzellenter Schauspieler („Dead Man’s Shoes“), exzellenter Regisseur („Tyrannosaur“). Paddy Considine hat zu seinem zweiten Langfilm „Journeyman“ das Drehbuch geschrieben und spielt die Hauptrolle. Der Boxer Matty Burton, Weltmeister im Mittelgewicht, Familienvater, will noch diesen einen Kampf durchziehen. Der letzte Gegner, gefährlich, großmäulig, prophezeit ihm ein verändertes Leben nach dem Fight.

Zwar bleibt Matty auch diesmal im Ring unbesiegt, aber die Folgen dieses letzten Duells verändern das Leben seiner Familie komplett – er trägt eine Hirnverletzung davon, die ihn zu einem motorisch und mental eingeschränkten Grobian macht, dessen Aggressionen sich zunehmend gegen seine Ehefrau Emma (Jodie Whittaker) und auch gegen die kleine Tochter richten.

Considine spielt einen in sich verschwundenen Mann, Whittaker ist nicht minder nuanciert als liebevolle Frau und Mutter, die ihren Mann sucht, ihn nicht finden kann, die trauert, schreien möchte und gefangen ist in den Wänden eines hellen, modernen Heims, das zu einer kalten, einsamen Falle geworden ist. Und die solange durchhält, bis das Durchhalten zu einer Überlebensfrage wird.

Considines Zweiter ist weicher als sein Sozialdrama „Tyrannosaur“, aber dennoch ein Film mit Seele, der zum Beginn des Abspanns die meisten Runden gewonnen hat. Zwar verkündete Considine aus Enttäuschung über Festvalablehnungen, er sei mit dem Thema Filmemachen durch. Aber das glauben wir nicht und erwarten ungeduldig sein nächstes Werk.

Journeyman Quelle: Universum

Ant-Man & The Wasp. Hank Pym (Michael Douglas) ist der Mann, der einst die Ant-Man-Technologie erfand. Seine Tochter Hope alias The Wasp (Evangeline Lilly) kidnappt Pyms alten Weggefährten Scott alias Ant-Man (Paul Rudd), der nach einem katastrophalen Superhelden-Stelldichein am Leipziger Flughafen (siehe: „The First Avenger: Civil War“) unter Hausarrest steht.

Die Pyms hoffen, mit seiner Hilfe Mama Jane (Michelle Pfeiffer) aus dem Quantenreich bergen zu können. Dabei kommen ihnen einige Widersacher in die Quere. Und so wechselt Pyms Labor, ein klobiges Hochhaus, das sich bei Bedarf auf Rollkoffergröße (mit Henkel!) lilliputisieren lässt, in diesem Film den Besitzer wie einst die Reisetaschen in Peter Bogdanovichs „Is‘ was, Doc?“.

Die Folge ist die rasanteste Verfolgungsjagd, die auf den Straßen von San Francisco zu sehen war, seit sich 1972 Barbra Streisand und Ryan O’Neal hier auf einem Botenfahrrad abstrampelten. Sprachwitz und Slapstick versichern uns dabei stets, dass nichts wirklich Tragisches bevorsteht. Außer vielleicht für zwei Flugameisen, die sich im Hafen von Frisco als Insekten-Pegasusse für Ant-Man bereithalten.

Ein Superheldenstreifen darüber, wie super Familie ist. Der erste der im Abspann üblichen Marvel-Ausblicke auf kommende Filmereignisse verlinkt den Film dann mit „Avengers: Infinity War“. Und da ist dann ganz abrupt Schluss mit lustig.

Ant-Man & The Wasp Quelle: Disney/Marvel

Sherlock – komplette Serie. Da hielt die Holmes-Gemeinde kollektiv den Atem an: Die dritte und letzte Folge der zweiten „Sherlock“-Staffel hieß „Die Reichenbach-Fälle“ – das war ja nun die mordschäumende Wassergurgel, von der Sir Arthur Conan Doyle seinen Detektiv verschlingen ließ. Zwar bezog sich der Titel in diesem Fall auf ein gestohlenes Gemälde des britischen Landschaftsauflösers Joseph Turner, das Holmes wiederbeschafft hat, aber mit dem König der Schlussfolgerer gings zum Schluss trotzdem den Bach runter (respektive das Hochhaus).

Aber danach ging es doch noch (bislang) mit zwei Staffeln und einem Fernsehfilm weiter. Alles Tolle aus der Baker Street gibt’s jetzt zu Weihnachten in ein Paket geschnürt. Wer sie noch nicht kennt: Hier kommt Benedict Cumberbatch als schnöseligster aller Holmese und Martin Freeman, ein hobbitartiger Doktor Watson (der in Peter Jacksons Tolkien-Filmen zu Recht den Bilbo Beutlin spielte).

Der Reiz der Reihe war die Verlegung der viktorianischen Figuren ins heutige England. Die Inszenierung ist stylish, mit poppigem Schnitt und viel Schrift im Bild. Nie zuvor (mit Ausnahme von Guy Ritchies bislang zwei Kinofilmen – ein dritter kommt 2020) waren Holmes-Verfilmungen so dynamisch und temporeich. Wobei die Action hier niemals zu Lasten der erlesenen Drehbücher geht.

Natürlich gibts auch altmodische Spinettmusik, und die Junggesellenbude in der Baker Street ist voller Schrullzeugs. Der Deduktionsmagier spielt Geige und kommt – eher durch Zufall –auch an sein modisches Markenzeichen, den Deerstalker-Hut. „Klick!“ macht die Kamera, und die Presse titelt dreist von „Hatman und Robin“. Schade, wenn diese Zusammenfassung bedeuten würde, dass es sich für immer ausgesherlockt hat mit dieser Reihe. Die Gemeinde wartet auf Staffel 5.

Sherlock Quelle: Polyband

Fack ju Göhte – Filme 1 bis 3. Herr Müller ist der wohl außergewöhnlichste Lehrer an der Goethe-Gesamtschule. Hausaufgaben kommen bei ihm nicht vor, auch sonst übt er keinerlei Bildungsdruck auf seine Schüler aus. Und nur wenige Regeln gibt es in seiner Klasse, darunter die, dass Rauchen im Unterricht gestattet ist – allerdings nur ihm. Die 10b hat er mit seiner eher grobschlächtigen Pädagogik lammfromm gemacht, die Schülerinnen und Schüler der für unbelehrbar gehaltenen Klasse lieben ihn abgöttisch.

Zeki Müller, eigentlich ein haftentlassener Bankräuber, der nur seine auf dem Schulgelände vergrabene Beute ausbuddeln wollte, verkörpert gleich zwei der fünf Lehrertypen aus dem Buch „Superlehrer + Superschule = Supergeil“ von Dirk Stötzer (der übrigens keinen der beiden Filme gesehen hat). Er ist „der Faule“, der sich vor allen Extras drückt, wegen seiner Lockerheit aber dennoch beliebt ist. Und er ist „der Engagierte“, der seine Klasse – wenn auch stets aus eigennützigen Gründen – vom Hocker reißt.

Müllers Schüler wollen jedenfalls nur unter seiner coolen Knute bis zum Abitur durchhalten, und das schaffen sie schließlich mit Ach und Doppelkrach im dritten Film der Reihe mit Elyas M’Barek, Jella Haase, Max von der Groeben und (in den ersten beiden Filmen) Karoline Herfurth. So erfolgreich war das Ganze, dass – trotz Abi gut, alles gut – hartnäckig von einem vierten Teil gemunkelt wird. Zum Frohen Fest sind hier erstmal die bisherigen drei Filme als Paket zusammengefasst.

Fack ju Göhte – Filme 1 bis 3 Quelle: Constantin

Von Matthias Halbig

Nach dem Echo-Skandal um die Deutschrapper Kollegah und Farid Bang verlässt die Echo-Geschäftsführerin Rebecka Heinz nun den Bundesverband Musikindustrie. Ob es wieder einen großen Pop-Preis geben wird, ist noch nicht bekannt.

18.12.2018

Der Streit mit Verbraucherschützern geht seit Jahren. Nach einem BGH-Urteil reagiert der Ticketriese Eventim jetzt und schafft die Zusatzgebühr beim Kauf von Konzertkarten ab. Der Eventim-Chef übt unterdessen harsche Kritik am Kartellrecht.

18.12.2018

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat eine Shortlist der Oscar-Semifinalisten 2019 veröffentlicht. Darunter ist auch der Film „Werk ohne Autor“ von dem deutschen Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck.

18.12.2018