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Kultur im Rest der Welt „Christo“: Der übers Wasser geht
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07:00 18.04.2019
Endlich geht es los: Christo auf dem Iseosee. Quelle: Foto: Alamode
Hannover

Christo, der Künstler, steht in seinem New Yorker Atelier und zeichnet: Skizzen der „Floating Piers“, die er auf dem italienischen Iseosee mithilfe einer Heerschar von Freiwilligen installieren will. Jahrzehntelang hat er mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude an dem Projekt gearbeitet. Die Doku „Christo: Walking On Water“ von Andrey M. Paounov begleitet ihn die letzten Monate, bevor die Idee 2016 Wirklichkeit wird. Auf dem See entstehen schwankende Stege mit leuchtend gelben Stoffbahnen vor Bergpanorama.

Wenn Christo aus dem Atelier heraustritt, dann warten Leute, mit denen er reden soll. Mit Behörden. Mit Größen der Kunstszene. Mit Fans. Ein Großteil seines Jobs scheint aus Kommunikation zu bestehen. Und doch hat er im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) gesagt: „Ich mag es, nicht zu reden. „Aber ich muss alle möglichen Leute von dem Projekt überzeugen, damit es bewilligt wird.“ Seinen Plan weiß er bestens zu bewerben: „Es ist, als würde man auf dem Wasser gehen“, sagt er seinen begeisterten Zuhörern. Wie in einem Drama setzt sich der Held Christo gegen Hindernisse durch. Gegen Sturm, Menschenmassen, Bürokratie. Doch niemals gegen eigene Zweifel. Das muss er nicht: Über Zweifel scheint Christo erhaben zu sein.

Von Geraldine Oetken

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