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Kultur im Rest der Welt Der Strand von Cannes: Tagsüber nackte Haut, abends Open-Air-Kino
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07:00 25.05.2019
Trubel in Cannes: Abends gibt es Open-Air-Kino am Strand. Quelle: imago images / Starface
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Cannes

Inzwischen dürften sich die Juroren einig sein: Am Samstagabend werden die Palmen vergeben in Cannes – und die glücklichen Sieger müssen rechtzeitig wieder eingeflogen werden. Zeit, sich die Kino(alb)träume am Strand aus dem Kopf pusten zu lassen.

Frühmorgens ist es jenseits des alten Hafens in Richtung La Bocca am schönsten. Ein paar tapfere Schwimmer kraulen durchs Meer. Der ein oder andere Rentner schwingt einen Metalldetektor über dem Sand – Schatzsucher auf der Jagd nach verlorenen Münzen.

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An der Croisette kommt man kaum ans Wasser: Die Strandlokale versperren den Zugang. 1954 spielte sich hier ein echter Skandal ab. Ein Starlet namens Simone Silva ließ sein Bikini-Oberteil fallen und umarmte barbusig den verblüfften Robert Mitchum. Von da an gehörten Oben-ohne-Auftritte zur alljährlichen Festival-Folklore.

In diesem Jahr läuft „Easy Rider“ im Strandkino

Heute gibt es nackte Haut ganz ohne Skandal an der einzigen öffentlichen Badestelle. Am Nachmittag packen die Cannes-Bewohner mit ihren Kindern buntes Plastikspielzeug aus.

Während des Festivals ragt hier ein metallenes Gestell in den Himmel. Allabendlich nach Einbruch der Dunkelheit wird eine riesige Leinwand heruntergelassen. Das Festival lädt zum kostenlosen Open-Air-Kino – auch wenn manche Vorstellung in diesem Jahr vom Winde verweht wurde.

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Spielt das Wetter mit, sitzt man in Liegestühlen mit Cannes-Loge oder und schaut sich frisch restaurierte Kinoklassiker an. In diesem Jahr bretterte man mit Peter Fonda 50 Jahre nach dem Erscheinen von „Easy Rider“ durch den Süden der USA.

Dem armen Starlet Simone Silva brachte der Publicity-Coup übrigens kein Glück: Niemand wollte Silva später Rollen geben. Drei Jahre später wurde sie, gerade 29 Jahre alt, tot in ihrem Londoner Apartment gefunden.

Von Stefan Stosch/RND