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Kultur im Rest der Welt „Bumblebee“ – der „Transformers“-Familienfilm
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06:00 19.12.2018
Freunde in der Not: Charlie (Hailee Steinfeld) mit ihrem einstigen VW Käfer, dem Robotwesen Bumblebee Quelle: Foto: Paramount
Hannover

Als Charlie (Hailee Steinfeld) auf einem Schrottplatz den gelben VW-Käfer entdeckt, die Plane beiseite zieht, die Tür langsam öffnet, die darin nistenden Bienen ins Freie lässt und sanft den Staub von dem Armaturenbrett streicht, ist das mehr als nur der Beginn einer langen, tiefen Freundschaft: Es ist Liebe auf den ersten Blick.

Ein toller Käfer – dieser VW hat es wahrlich in sich

Charlie ist gerade 18 geworden und eine begeisterte Hobby-Mechanikerin. Das hat sie von ihrem Vater, der vor einigen Jahren gestorben ist und von der Tochter immer noch schmerzlich vermisst wird. Nach ein paar Stunden Schrauberei fährt das Mädchen mit dem Käfer Baujahr 1967 strahlend vom Hof. Es ist ihr erstes, eigenes Auto – und das hat es in sich.

Denn wir befinden uns hier im sogenannten „Transformers“-Universum, wo sich auch ein harmloser, deutscher Kleinwagen mit schlechten Abgaswerten in einen riesigen Roboter verwandeln kann. Das Franchise wurde von Kracher-Regisseur Michael Bay ins Leben gerufen, der in den umbaufähigen Autorobotern der Spielzeugfirma „Hasbro“ eine Lizenz zum Gelddrucken erkannte. Falls es eines Beweises bedurft hätte, dass man in Hollywood mit hirnlosen Drehbüchern und digitalen Dauergefechten Besucherheerscharen ins Kino locken kann – „Transformers“ hat ihn in fünf Sequels mit einem Einspielergebnis von fast 4,38 Milliarden Dollar erbracht.

Im Zentrum von „Bumblebee“ steht die hochbegabte Hailee Steinfeld

Auf der Welle des Erfolgs ballerte sich Bay zunehmend ins Effekte-Delirium, was im letzten Teil dann die Zuschauerzahlen doch ein wenig einbrechen ließ. Nun hat man ihm das Regie-Zepter aus der Hand gerissen und startet mit Travis Knights „Bumblebee“ ein Prequel, das eine neue Richtung vorgeben will. Knight kommt aus dem Animationsfilm und sein „Kubo: Der tapfere Samurai“ erhielt vor zwei Jahren eine Oscar-Nominierung. Als Drehbuchautorin wurde Christina Hudson unter Vertrag genommen, die mit dem klugen Mystery-Thriller „Shut In“ ihr Skript-Debüt gab.

Während die Vorläuferwerke sich eher an mehr oder weniger junge Männer richteten, die nicht erwachsen werden wollen, ist „Bumblebee“ nun ganz klar als Familienfilm konzipiert und wurde vom enervierenden Machismo der Bay-Ära befreit. Frauenfiguren dienten in „Transformers“-Filmen immer nur als Stichwortgeberinnen für männliche (oder mechanische) Helden und wurden vor allem anhand der Körbchengröße gecastet.

In „Bumblebee“ steht nun die hochbegabte Hailee Steinfeld („True Grit“) als eine vereinsamte Jugendliche im Zentrum, die zu dem Käfer-Roboter eine unkonventionelles Freundschaftsverhältnis entwickelt.

„Bumblebee“ haucht dem herzkalten Franchise Menschlichkeit ein

Den Animatoren gelingt es das Metallwesen erfolgreich zu humanisieren. Nach seiner ersten Verwandlung wirkt der riesige Roboter wie ein verschrecktes Kind, das erst einmal zu seiner Adoptivmutter Vertrauen entwickeln muss. Das grobe Handlungsgerüst entspricht hingegen den „Transformers“-Vorgaben: Von einem fernen Planeten reisen böse Decepticons an, die den menschenfreundlichen Autobot genauso vernichten wollen wie die Armeen der Erdlinge.

Aber das Herz des Filmes ist die Freundschaft zwischen dem Mädchen und der liebenswerten Maschine. Das erinnert über weite Strecken mehr an Klassiker wie „E.T.“ oder „King Kong“ und weniger die epischen Dauergemetzel der Vorgänger.

Zugegeben: Die Messlatte für emotionale Berührungspunkte hängt in diesem Franchise besonders tief. Aber „Bumblebee“ haucht diesem herzkalten Hi-Tech-Unternehmen ein wenig Menschlichkeit ein und krempelt dessen erstarrte Rezeptur erfolgreich um.

Von Martin Schwickert / RND

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