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Kultur im Rest der Welt „Juliet, Naked“: Fans und ihr Gehabe
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19:15 14.11.2018
Kommen sich näher: Tucker (Ethan Hawke), Annie (Rose Byrne). Quelle: Foto: Prokino
Hannover

Autor Nick Hornby kennt sich aus mit Fans. Sein erster Roman „Fever Pitch“ spielte im Fußballmilieu. In „High Fidelity“ stand ein manischer Vinylsammler im Zentrum, und auch in „Juliet, Naked“ (2009) nehmen männliche Musikobsessionen eine zentrale Rolle ein.

Der verschollene Rockstar Tucker taucht bei Annie auf

Regisseur Jesse Peretz schaut nun aus weiblicher Perspektive auf das Fan-Phänomen: Seit 15 Jahren lebt Annie (Rose Byrne) mit dem Dozenten Duncan zusammen. Dessen Herz aber gehört dem Rockmusiker Tucker Crowe, der vor 25 Jahren verschwand. Als ein Mitschnitt von Crowes letzter Platte auftaucht, schreibt Annie auf Duncans Fan-Website einen gehässigen Verriss.

Wenig später bekommt sie eine Mail von Tucker Crowe (Ethan Hawke) persönlich. Der Ex-Rockstar lebt in der Garage seiner letzten Ex-Frau und schaut melancholisch auf die Trümmer seines Daseins: Fünf Kinder von vier verschiedenen Frauen wollen nichts von ihm wissen. Ehe Annie es sich versieht, steht das Idol ihres Lebensgefährten bei ihr in der Küche.

Augenzwinkernd betrachtet „Juliet, Naked“ das Missverhältnis zwischen fanatischer Verehrung und der Lebensrealität des Verehrten. Männliche Unzulänglichkeiten werden mit trockener Ironie verhandelt. Der Schatz des Films ist Ethan Hawke, der für seine Rolle wie gemacht scheint und aus dem Versagen Tuckers unaufdringlich ein wenig Lebensweisheit extrahiert.

Von Martin Schwickert / RND

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