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Kultur im Rest der Welt „Suspiria“ – Die Hexen von West-Berlin
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07:00 15.11.2018
Spuk beim Tanztheater: Madame Blanc (Tilda Swinton) leitet nahe der Berliner Mauer eine namhafte Ballett-Akademie. Quelle: Foto: Alessio Bolzoni/Amazon Studios
Hannover

Mit dem Remake des Horrorfilmklassikers „Suspiria“ von Dario Argento aus dem Jahre 1977 hat sich Luca Guadagnino schon was getraut. Er siedelt seinen kruden und überlangen Mix aus Horror, Tanz und Hexerei genau in jenem Jahr an. Anders als das Original, das im beschaulichen Freiburg angesiedelt war, spielt das Remake im grauen und zumeist verregneten West-Berlin.

Bei der Premiere eines Ballettwerks geschieht Unheimliches

Nahe der Mauer leitet Madame Blanc (Tilda Swinton) die berühmte Marcos Dance Academy mit harter Hand und scharfem Auge für Talente. So darf die junge Amerikanerin Susie (Dakota Johnson) schnell in das Ensemble einsteigen. Sie nimmt den Platz einer verschwundenen Elevin ein und freundet sich mit der Tänzerin Sara (Mia Goth) an, die ebenso Unheil wittert wie der Psychoanalytiker der Vermissten (ebenfalls Tilda Swinton).

Bei den Proben und der Premiere von „Volk“, einem expressionistischen Ballett, geschehen unheimliche Dinge. Der italienische Regisseur lässt die undurchsichtige Geschichte während des „Deutschen Herbstes“ spielen, der Zeit von RAF-Anschlägen und den Toten vom Stammheim. Darüber hinaus schwingt noch das Echo des Nationalsozialismus in dem Stück.

Kopflastiger Plot mit exzessiver weiblicher Körperlichkeit

Aus dieser diffusen Gemengelage entwickelt sich in sechs Akten und einem Epilog ein obskurer und größtenteils kopflastiger Plot mit faszinierender Choreographie und einer exzessiv dargestellten weiblichen Körperlichkeit. Zu Susies Krafttanz krachen bei einem Mädchen in einer anderen Etage die Knochen, das Blut spritzt, die Haut löst sich in Fetzen ab. Ein unwissentlicher Mord.

Die düsteren Hexenrituale der ältlichen Führungsriege des Tanzinstituts sowie ihre schwarze Magie wirken dabei teilweise komisch und bizarr. Im Gegensatz zu Argento mit seiner bunten Farbenpracht setzt Guadagnino bis auf eine blutrote Eruption auf trostlose fahle Farben, verliert sich in raunenden Andeutungen und Leere. Wer will, kann sich darauf einen Reim machen und Interpretationsvolten schlagen, oder das Ganze einfach in die Kiste „Schock und Schrecken“ stecken.

Von Margret Köhler / RND

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