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Kultur im Rest der Welt „Fisherman’s Friends“: Singende Seebären
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06:00 07.08.2019
Erfolgstruppe: Die Fischerfreunde in ihrem Element. Quelle: Splendid
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Hannover

Vor neun Jahren war das eine kleine musikalische Sensation: Das Debütalbum des zehnköpfigen Shanty Chors „Fisherman’s Friends“ eroberte 2010 aus dem Stand die britischen Charts. Bis dahin waren die reifen Herren nur in Cornwall bekannt, wo sie – oft unterstützt von harten Getränken – ihre Lieder schmetterten. Seitdem wird die Oldie-Gruppe mit jedem Gig gefeiert und übersteht mit Traditionsbewusstsein jede musikalische Modelaune.

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Wie es zu diesem wahren Märchen kam, erzählt Chris Foggin als warmherziges Feel-Good-Movie. Am Wochenende fallen ein paar hippe Typen aus der Londoner Musikbranche in das idyllische Port Isaac ein und sofort unangenehm auf. Sie halten die Einheimischen für Provinzdeppen, die singenden Seebären mit ihrem „Drunken Sailor“ für antiquiert und die Gegend ohne Handyempfang für ein Entwicklungsland.

Allerdings hat Musikproduzent Danny (Daniel Mays) einen Auftrag zu erfüllen: Er soll die Truppe unter Vertrag nehmen. Nach dem ersten Schreck entdeckt er nicht nur das kommerzielle Potenzial der kauzigen Fischer, sondern darüber hinaus die Tochter des grimmigen Chorleiters (James Purefoy). Gegen alle Widerstände boxt Danny die dickköpfigen Sänger nach oben.

Aufgehübschte Wirklichkeit

So oder so ähnlich soll sich unglaubliche Geschichte ereignet haben – auch wenn die Lust am Fabulieren hier erkennbar dominiert. Die Wirklichkeit wird mit skurriler Situationskomik, anarchischem Witz und einer hübschen Romanze aufgepeppt. Dass der coole Großstädter in Cornwall kapiert, dass es mehr gibt als Ruhm und Reichtum, ist das Sahnehäubchen auf dieser charmanten Komödie.

Fisherman’s Friends“, Regie: Chris Foggin, mit Daniel Mays, James Purefoy, 112 Minuten, FSK 0

Von Margret Köhler / RND