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Kultur im Rest der Welt Godzilla II King of Monsters – Wie ist der neue Monster-Blockbuster?
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12:08 06.06.2019
Macht kaputt, was ihn kaputtmachen will: Godzilla (rechts) kämpft gegen Ghidorah. Quelle: Foto: Warner Bros.
Hannover

Fünf Jahre war Gozilla weg. Jetzt kämpft er wieder und will die Kinokassen klingeln lassen. Alles, was sie über die Rückkehr des Monsters wissen müssen (Vorsicht: Spoilergefahr!).

Godzilla II King of Monsters – Worum geht’s im neuen Film?

Ein Familiendrama. Mutter Emma Russell (Vera Farmiga) kann den Tod ihres Sohnes nicht verwinden. Der Junge kam bei der Verwüstung San Franciscos während eines Monsterkampfes zwischen Godzilla und Cantremember ums Leben. Ihre Tochter Madison (Millie Bobby Brown) versucht ihre Mutter durch Nettigkeiten wie überraschende Frühstückzubereitung aufzumuntern (lässt aber den Tost anbrennen).

Und Vater Mark (Kyle Chandler) hat sich komplett von seinen Liebsten separiert und therapiert sich in der Wildnis als Naturfilmer. Eine dysfunktionale Familie muss nach den Gesetzen des Hollywooddramas wieder zueinander finden. Und Godzilla könnte dabei helfen.

Godzilla II – Alle wollen die Monsterkommunikationsmaschine

Emma glaubt, dem Gedenken an ihren Sohn mit der nicht unbedenklichen Weiterentwicklung einer technischen Apparatur gerecht zu werden. Die Maschine namens Orca diente ursprünglich dazu, Schwertwale auf Distanz zur Küstenlinie zu halten. Emma, die stets für Überraschungen gut ist, hat einen Weg gefunden, mit Titanen wie Godzilla (man nennt sie nicht Kojira – Monster – wie in den japanischen Filmen, weil so auch die Ungeheuer in „Pacific Rim“ heißen) zu kommunizieren, respektive sie aus dem Schlaf zu wecken und – typisch Kontrollfreak Mensch – sie zu steuern.

Der Ex-Offizier und Öko-Terrorist Jonah Alan („Game of Thrones“-Star Charles Dance) nimmt Emma und Madison als Geiseln und reißt Orca an sich. Sein Plan (und nicht nur seiner): Die von Mexiko bis München verstreuten Titanen sollen aufgeweckt werden und den Planeten Erde von seiner Infektion Mensch „heilen“.

Godzilla II – Das sind die Monster!

Godzilla kennen wir ja schon von 2014. Ein Wolkenkratzer mit Beinen untendran, der auf Seiten der Menschheit steht, bei dessen innerstädtischen Gefechten mit anderen, ultragroßen Monsterkollegen die von Menschenhand gebauten Wolkenkratzer aber gleich mal das Wolkenkratzen einstellen. Er hat Riesenschenkel, einen kleinen Kopf, und trägt immer ein grimmiges Grinsen im Gesicht, das gelinde Ähnlichkeit mit dem älteren Clint Eastwood hat.

Godzillas engster Verbündeter: die liebe Mothra – eine XXXL-Motte, die oft nur wie ein Klecks Sonnenlicht aussieht. Die Gegenspieler: Rodan, ein extrem hässlicher Giga-Hippogreif. Und King Ghidorah - ein dreiköpfiger Drache, wie man ihn von den Porzellanvasen im Chinarestaurant kennt. Er kam einst aus dem All, gehört also „nicht zur Natur unseres Planeten“ (O-Ton) und hat als Alphatier die Kontrolle über die (insgesamt 17) weltweit erwachenden Titanen übernommen.

Er ist das größte Monster hier, allerdings beileibe nicht so majestätisch wie der Drache Drogon aus „Game of Thrones“, und er schafft es fast, Godzilla zu besiegen. Doch gerade als Ghidorah Madison in einem Baseballstadion in Boston unter Feuer nehmen will, trifft Godzy zum Showdown ein. Das Mädchen ist gerettet, die Skyline der (hoffentlich vollständig evakuierten) Stadt ist nicht mehr zu retten.

Godzilla II – Die Monster helfen beim Planetenretten

„Size matters – auf Größe komm es an!“ – das wusste schon Roland Emmerich bei seiner „Godzilla“-Version von 1998. Selbst wenn sich die Saurier aus Steven Spielbergs „Jurassic Park“ wie die Bremer Stadtmusikanten übereinander stapeln würden, kämen sie bei Godzy gerade mal auf Höhe Kniescheibe.

Die 100-Meter-Biester sind keine Mutationen sondern Spitze der Nahrungskette aus einer supraprähistorischen Zeit, als die Radioaktivität auf Erden noch um ein Vielfaches höher war. Sie sind Schläfer, die hunderte Millionen Jahre unterirdisch, unterseeisch und im ewigen Eis gechillt haben und jetzt vom ewig destruktiv gesinnten Homo sapiens als Abrissbirnen gegen die Zivilisation eingesetzt werden.

Godzilla II – Alte Bekannte spielen mit

David Strathairn war schon im Vorgängerfilm von 2014 dabei – ein Kommisskopp zur See mit monotoner Besorgnis im Blick und knapp bemessener Leinwandzeit. Sally Hawkins („Happy-go-Lucky“) spielt ein weiteres Mal mit, ohne aber eine Rolle zu spielen.

Und Ken Watanabe ist erneut der weise japanische Doktor Ishiro Serizawa, ein Gegner aller militärischen Omnipotenzoptionen, ein Monsterflüsterer, Godzilla-Versteher, der den Hardlinern unablässig versichert, Godzilla und Seinesgleichen seien prinzipiell gute Leute – riesige Helferlein (von zahllosen Kollateralschäden und der Überforderung sämtlicher Gebäudeversicherer abgesehen), dazu dienend, die Welt wieder in die Balance zu bringen.

Spätestens da gerät dem Zuschauer der Kopf aus der Balance. Man kann von nun an nicht anders als ihn dauerhaft zu schütteln. Auch die anderen Darsteller sind übrigens oscarunverdächtig – allesamt spielen sie Schau, ohne selbige den Monstern zu stehlen.

Godzilla II – Die Menschlein sind winzig

Manchmal fragt man sich, warum Dougherty überhaupt Sprechrollen besetzt hat. Seine Menschen sind so winzig, dass sie in den handlungsrelevanten Höhen des Films nicht einmal mit einem Megafon zu vernehmen wären. Immerhin müssen sie Godzilla zwischendrin mal auf die Beine helfen und dabei gibt es sogar einen ungemein zärtlichen Godzillakuschelmoment auf Augenhöhe. Streicheleinheit fürs Supermonster!

Godzilla II – Wer siegt am Ende?

Dreimal dürfen Sie raten!

Godzilla II – Die Botschaft(en)

Achte alle Kreaturen! Sei lieb zu deinem Heimatplaneten! Verbessere deine Ökobilanz stetig! Wähle auch du die Grünen! Hilf auch sonst, die Klimaziele deines Landes zu erreichen! Sei für die Familie da! Alles was alle brauchen, ist Liebe! Mach nicht kaputt, was deine Städte kaputt macht!

Godzilla II – Mächtiger Sound

Die Musik prustet, donnert und bläht sich auf wie schon im ersten Film, wo sich Komponist Hans Zimmer hörbar zu einem Hans Haus aufschwingen wollte. Diesbezüglich eifert ihm „Walking Dead“-Soundtracker Bear McCreary ungeniert nach.

Godzilla II – Nachts sind alle Pixel grau

Gemonstert wird meist bei schlechter Sicht oder im Dunkeln. Das kann hochwirksam sein - wie Ridley Scott mit den vom Schweizer Künstler H. R. Giger designten Puppen im klaustrophobischen „Alien“ (1979) bewiesen hat. Hier aber vermutet man, es werde nur die Dürftigkeit der CGI-Effekte kaschiert. Nachts sind alle Pixel grau und meist weiß man sowieso nicht, was gerade wo hinein kracht.

Wenn Godzy dann allerdings mal kurz still hält, sieht er nur noch aus wie ein Klumpen Lehm in Reptilgestalt, wie in den ganz frühen „Godzilla“-Streifen, bei denen noch ein Statist im Monsterkostüm steckte. Er wirkt (und unterscheidet sich darin beispielsweise ganz frappierend von Peter Jacksons „King Kong“, mit dem wir auch viel mehr Mitgefühl empfanden), als gäbe es ihn gar nicht.

Godzilla II – Und es gibt ihn doch

Was Quatsch ist! Natürlich gibt es Godzilla, es geht ihm gut, er macht nach den Strapazen bloß erstmal ein paar Wochen Urlaub in Loch Ness. Und beginnt dann mit dem Training für den Kampf gegen King Kong. Dieser Fight soll 2020 in die Kinos kommen.

Filmtitel: „Godzilla II – King of the Monsters“Regie: Michael DoughertyDarsteller: Kyle Chandler, Vera FarmigaFilmlänge: 130 MinutenAltersfreigabe: ab 12 Jahren

Von Matthias Halbig/RND

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