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Kultur im Rest der Welt Legenden unter sich: Foo Fighters zollen zum Abschluss The Cure Tribut
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21:22 24.06.2019
Dave Grohl von den Foo Fighters live auf dem 23. Hurricane Festival 2019 am Eichenring. Quelle: imago images / Future Image
Scheeßel

Die Sonne steht neben der Bühne tief am Himmel, ihr Licht bricht sich am künstlichen Nebel – wer bereit ist, knapp daran vorbei zu blinzeln, erahnt Robert Smith, dessen sehnsüchtige Stimme bereits keinen Zweifel daran lässt: The Cure sind zurück in Deutschland, exklusiv beim Hurricane in Scheeßel und seinem Schwesterfestival Southside. Smith zerbirst nicht zu Asche, als ihn die Sonnenstrahlen schließlich doch treffen. Vielmehr trägt der Effekt zur nötigen Dramatik bei und scheint zunächst visuell zu widerlegen, was die gealterte Ikone später im Song „39“ andeutet: „Das Feuer ist fast verloschen.“

Fans erwarten neues Album im Herbst wohl zu Recht mit Spannung

The Cure haben die Genres Wave und Gothic seit 1978 maßgeblich mitgeprägt, sind längst schillernder Teil der Musikgeschichte. Eine junge Frau im Publikum hält ein großes Banner hoch, auf dem der junge Smith zu sehen ist, perfekt gestylt. Äußerlich hat der Veteran nur noch wenig damit zu tun, er hat längst kultiviert, inzwischen eher auszusehen wie eine zerzauste Krähe. Doch musikalisch beweisen er und sein Band, dass sie die bloßen Zitate ihres Sounds den anderen überlassen. Sie vermögen noch immer hypnotischen Rock und Pop mit dem Gefühl der Verlorenheit im unendlichen Nichts zu vereinen, den Sehnsüchten Liebender, Verschmähter und Unverstandener einen maßgeschneiderten Soundtrack zu verpassen.

Smith ist dabei immer mehr zum in sich ruhenden, verschrobenen Außenseiter geworden, mit unbeholfenen Gesten und Blicken, aber auch mit Selbstverständlichkeit und unverhohlener Freude. Weder er noch die Band zeigen musikalische Alterserscheinungen, der Sound pulsiert und schwelgt, gönnt sich keinen Augenblick der inneren Ruhe. Gitarrist Reeves Gabrels, der vor sieben Jahren zu The Cure stieß, entpuppt sich als Gewinn. Er hatte da bereits viele Jahre lang den Sound David Bowies mit geprägt. Fans erwarten das neue Album im Herbst wohl zu Recht mit Spannung.

Bandliste hat wohl noch nie so gut funktioniert

Als die letzten Töne von The Cure verklingen, setzen die Foo Fighters nebenan bereits mit „The Pretender“ zum allerletzten Konzert des Festivals an. Sänger Dave Grohl gründete die Band bereits ein Jahr nach dem Ende von Nirvana, deren Schlagzeuger er war. Smiths britischer Verschrobenheit setzt Grohl seine lässige US-Großmäuligkeit entgegen. Den Anspruch, eine gute Show abzuliefern, teilen sich beide. Die Foo Fighters verneigen sich sogar kurz vor The Cure, indem sie kurz deren „Just Like Heaven“ anspielen.

Auch mit den eigenen Songs lassen sie es nicht langweilig werden. Sie spicken sie wie gewohnt mit Soli, Zitaten und Plaudereien. Das Programm ist bekannt, aber nie langweilig – und vor allem immer kompromisslos. Dass Grohls Stimme bei „Rope“ fast wegbricht, ist ihm egal. Hauptsache Rock’n’Roll. Die Band beschließt das Festival mit dem Hit „Everlong“ und einem fast endlosen Gitarrenfeedback. Es ist das würdige Ende eines Festivals, dessen Bandliste wohl noch nie so gut funktioniert hat. „Wir haben in diesem Jahr zum ersten Mal alles bekommen, was wir haben wollten“, sagt Stephan Thanscheidt vom Veranstalter FKP Scorpio. Die Sonne hat den Rest erledigt.

[Das nächste Hurricane Festival findet vom 19. bis 21. Juni 2020 statt. Die erste bereits angekündigte Band ist Seed. Der Vorverkauf beginnt heute Abend.]

Von Thomas Kaestle/RND

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