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Kultur im Rest der Welt Mehr als Maigret: Neue Werkausgabe von Georges Simenon
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11:01 22.12.2018
Wie sein berühmter Kommissar ebenfalls immer mit Pfeife: Der Schriftsteller Georges Simenon. Quelle: Victor Diniz/Simenon
Hannover

Es fühlt sich ein wenig an, als komme man nach Hause. In eine andere, ruhigere, übersichtliche, vertraute Welt. Diese Welt, die Welt von Kommissar Maigret, riecht nach Pfeifenrauch, der Kanonenofen bullert. „Maigret schlüpfte in seinen Mantel, zog die Melone in die Stirn und ging kurz danach, vom Regen schraffiert, die Hände in den Taschen vergraben, durch die Straßen der kleinen Stadt.“

Es ist aber trotz der vertrauten Atmosphäre keine rein gute Welt, schließlich geschehen Verbrechen. Morde, die Maigret, der Mann mit der Pfeife, aufklären muss. Er löst diese Fälle menschenzugewandt, mitfühlend und deshalb auch mitreißend.

Die Geschichten des berühmten Kommissars und viele weitere Werke seines Schöpfers Georges Simenon erscheinen nun in einer neuen Edition als Hörbücher im Audio-Verlag und als Bücher bei Kampa, der dabei mit Hoffmann und Campe kooperiert.

Eine Chance, den Autor ganz neu zu lesen

In der Buchedition sollen bis Herbst 2020 alle 75 Maigret-Romane, 28 Maigret-Erzählungen und viele der 117 sogenannten Non-Maigrets in schönen Ausgaben, zum Teil mit Nachworten von Julian Barnes über Alain Claude Sulzer bis Axel Hacke, erschienen sein.

Dann wird neben bereits bekannten Werken auch viel Neues zu entdecken sein: erstmals sämtliche Erzählungen – die meisten davon als deutsche Erstveröffentlichungen –, Fälle des in Deutschland bislang unbekannten Maigret-Vorgängers Kommissar G 7, alle Reportagen in Neuübersetzungen, ein Bildband mit Fotografien von Simenon, Briefe und vieles mehr.

Es ist eine Chance, diesen belgischen Autor wieder oder ganz neu zu lesen, nicht nur als Krimiautor, als der er vor allem in Deutschland berühmt ist, sondern als großen Romanschriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Der belgische Schriftsteller Georges Simenon, Autor unzähliger Romane und Schöpfer des "Kommissar Maigret", aufgenommen im Dezember 1981. Quelle: dpa

„Für mich gehört Simenon zu den wichtigsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts“, sagt Daniel Kampa, der seit Kurzem mit seinem neu gegründeten Verlag die Rechte an Simenons Werk hält. (Das vollständige Interview mit Daniel Kampa finden Sie am Ende dieses Beitrages.) Er ist mit dieser Einschätzung nicht allein: „Ich hatte nie etwas für die leeren Stunden des Tages oder der Nacht, bis die ersten Bücher von Simenon erschienen“, sagte einst Ernest Hemingway.

Auch Walter Benjamin, Gabriel García Márquez und André Gide gehörten zu den begeisterten Lesern des 1903 in Lüttich geborenen und 1989 in Lausanne gestorbenen Autors. Die Zahlen sprechen ebenfalls eine eigene Sprache: Die Auflage der weltweit verkauften Simenon-Bücher liegt bei mehr als 500 Millionen Exemplaren. Zum Vergleich: Hermann Hesse – einer der meistgelesenen Autoren dieser Erde – kommt auf 150 Millionen.

Da sind zum einen die Non-Mai­grets, also die Romane ohne seinen berühmten Kommissar. Dass Simenon ein Zeitgenosse von Albert Camus war, zeigt sich etwa in dem düsteren existenzialistischen Roman „Der Schnee war schmutzig“, zu dem Daniel Kehlmann ein Nachwort verfasst hat.

Schwieriges Verhältnis zur Mutter

Ein weiteres Meisterwerk ist das im Frühjahr erscheinende „Der Mann, der den Zügen nachsah“, in dem der Prokurist Kees Popinga irgendwann nicht mehr sehnsuchtsvoll Züge beobachtet, sondern selbst aufbricht, um sein eigenes Leben zu leben – und das um jeden Preis.

Ein besonderes autobiografisches Werk ist der „Brief an meine Mutter“, in dem Simenons schwieriges Verhältnis zu seiner Mutter deutlich wird. „Meine liebe Mama, es ist nun dreieinhalb Jahre her, dass du einundneunzigjährig gestorben bist, und vielleicht lerne ich dich erst jetzt richtig kennen“, lautet der traurig-zuversichtliche erste Satz dieses poetischen Buchs, das nicht umsonst häufig mit Kafkas „Brief an den Vater“ in Verbindung gebracht wird.

Es war kompliziert mit seiner Mutter, ihr war er nie genug, sie bevorzugte seinen Bruder. Und es gibt Biografen, die Simenons unglaubliche Produktivität und literarische Qualität auch darauf zurückführen, dass er zeitlebens seiner Mutter beweisen wollte, dass er es doch zu etwas bringen kann.

Unter den vielen Schauspielern, die Maigret in Filmen gespielt haben, war auch Jean Gabin (Mitte). Quelle: United Archives/Roba Archiv

Zum Zweiten ist da sein Maigret. Für ihn ist Simenon berühmt, weltberühmt. Maigret ist ein stämmiger, mittelalter Kommissar der Pariser Kriminalpolizei, sein Büro hat er am Quai des Orfèvres. In seinem Büro steht ein alter gußeiserner Ofen. Wenn er nicht zu Hause am Boulevard Richard-Lenoir bei seiner Frau – die in den Romanen immer nur Madame Maigret heißt – speisen kann, isst er in der Brasserie Dauphine. In seinem Mund glimmt eigentlich unentwegt eine Pfeife.

Es sind diese immer wiederkehrenden Details, die Maigret zu einer der ersten Krimiserien gemacht haben. Sie sorgen für die dichte atmosphärische Stimmung, die die Maigret-Geschichten auszeichnet. „Simenon ist der Erfinder des literarischen Netflix. Er hat die erste Romanserie im großen Stil erfunden, mit einer Hauptperson, die immer wiederkommt“, sagt Daniel Kampa.

Das Besondere an den Maigret-Krimis ist, dass sie anders als klassische Whodunits nicht ausschließlich darauf aus sind zu klären, wer die Tat begangen hat. Vielmehr steht im Mittelpunkt, wie Maigret den Fall löst. Er versetzt sich in die Menschen, mal den Täter, mal das Opfer, und versucht, sich auf psychologischen Pfaden den Protagonisten eines Falls zu nähern.

Alle 75 Maigrets als Hörbuch

In „Maigret im Haus des Richters“ heißt es über den Kommissar: „Er schien nicht nur den Schlüssel zu diesem Louis-XIV-Sekretär zu haben, sondern auch den Schlüssel zur Seele all der Menschen, die einander so viele Jahre lang das Leben schwer gemacht hatten.“

Spannend bleibt es in diesen Krimis aber trotzdem. In „Weihnachten bei den Maigrets“ etwa steigt ein als Weihnachtsmann verkleideter Mensch ins Zimmer eines kleinen Kindes in Maigrets Nachbarschaft ein. Er tut dem Mädchen nichts zuleide, sondern hebelt die Dielen auf, auf der Suche nach etwas Wertvollem. Wer dieser Mann und was sein Motiv ist, bleibt bis zum Schluss offen.

Es ist wundervoll, diese Bücher zu lesen. Mindestens genauso schön aber ist es, sie zu hören. Im Audio-Verlag erscheinen alle 75 Maigrets und ausgewählte Maigret-Erzählungen, ungekürzt und neu eingesprochen von Walter Kreye. Dazu kommt ein Teil der Non-Maigrets, gelesen von Schauspielern wie Christian Berkel und Felix von Manteuffel.

Spricht alle Mai­grets neu ein: Der Schauspieler Walter Kreye. Quelle: Thomas Kierok

Aber vor allem dank Kreye, unter anderem bekannt als „Der Alte“ und selbst bekennender Simenon-Fan, ist diese Edition ein herzerwärmendes Hörvergnügen. Mit seiner Vielfalt an Stimmfarben lässt er die einzelnen Figuren der Geschichten lebendig werden, in jeden Charakter denkt er sich hinein und gibt ihm durch seine Stimme etwas Eigenes.

Wer Walter Kreyes ruhige und dennoch extrem spannende und fesselnde Maigret-Lesungen im Autoradio hört, wird so einige Extrarunden drehen. Oder sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich eine Pfeife anzünden.

„Simenon gehört zu meinen Hausgöttern“: Daniel Kampa im Interview

Verleger Daniel Kampa Quelle: Kampa Verlag

Die neue Simenon-Gesamtausgabe erscheint im Verlag von Daniel Kampa. Im Gespräch mit Kristian Teetz erzählt er, was ihn an Georges Simenon fasziniert, wie er an die Rechte an dessen Werk gekommen ist und mit welchem Maigret man einsteigen sollte.

Herr Kampa, Sie haben für Ihren neu gegründeten Verlag die Rechte am Werk Georges Simenons übernommen. Zuvor waren Sie unter anderem bei Diogenes für die Simenon-Ausgabe zuständig. Was verbinden Sie mit diesem Autor?

Simenon gehört zu meinen Hausgöttern. Ich bewundere ihn.

Was fasziniert Sie denn an Simenon?

Vieles. Aber in erster Linie, dass Sie jedes beliebige Werk von ihm aufschlagen können und sofort von der Geschichte gefesselt sind. Heute reden alle ständig von der Krise des Buchs, aber trotzdem lieben die Menschen Geschichten. Das ist auch der Grund, warum Netflix so erfolgreich ist. Und eigentlich hat Simenon das serielle Schreiben mit Maigret erfunden. Aber darüber hinaus hat er Romane verfasst, die – obwohl sie vor 60, 70, 90 Jahren geschrieben wurden – heute noch packend sind. Ich sage immer: Ein schwächerer Simenon ist immer noch besser als vieles, was heute in den Buchhandlungen liegt. Und dann erst ein guter Simenon!

Ist Simenon wirklich einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, wie Gabriel García Márquez sagt?

Ich teile seine Meinung, ja. Ich würde nicht sagen, dass Simenon der wichtigste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts ist, aber definitiv einer der wichtigsten. Er hat ein gewaltiges Oeuvre hinterlassen, von einer Qualität, die einen sprachlos macht. Es gibt ja immer wieder mal Autoren, die wiederentdeckt werden. Aber dass, wie im Fall Simenon, ein Autor seit 90 Jahren weltweit ununterbrochen gelesen wird, ist schon etwas Besonderes.

Wie sind Sie denn an die Rechte gekommen?

Georges Simenons Sohn John betreut das Werk seines Vaters seit mehr als 30 Jahren. Als er von meinen Plänen hörte, einen eigenen Verlag zu gründen, hat er mich gefragt, wie ich das Werk seines Vaters in den kommenden 15 Jahren präsentieren würde, und ich habe ihm meine Ideen gern skizziert. Ich war dann aber selbst überrascht, als John Simenon mich gefragt hat, ob ich die Rechte nicht übernehmen will. Wir sind uns recht schnell einig geworden, auch was das Finanzielle angeht. Er hat mir blind vertraut, es war ja noch vor der eigentlichen Gründung des Verlags, was natürlich ein ungeheurer Vertrauensbeweis ist oder schlicht verrückt.

Beeindruckend ist ja nach wie vor Georges Simenons unglaubliche Produktivität.

Wenn ein Romancier ein, zwei große Meisterwerke schreibt, ist das ja völlig ausreichend. Und viele Autoren haben auch nicht mehr geschrieben. Aber bei Simenon ist das Verrückte: Wenn wir die Maigret-Serie mal beiseitelassen und nur die sogenannten Non-Maigrets beachten, dann sind unter diesen 117 Romanen nicht zwei, drei großartige Bücher, sondern 20, 30 absolute Meisterwerke. Und warum sollte man sie heute noch lesen? Weil Simenon über den Menschen schreibt, über die essenziellen Probleme des Menschen. Die sind in den letzten 100 Jahren die gleichen geblieben, und Simenon geht ihnen in seinen Romanen auf den Grund. Im Französischen gibt es dafür eine Formulierung, die auch Simenon immer benutzt hat: „À la recherche de l’homme nu“, also: „Auf der Suche nach dem nackten Menschen“. Dieser „nackte Mensch“ ist in Frankreich der gleiche wie in den USA, Afrika oder in Mittelamerika.

In Afrika und Mittelamerika?

Ja. Auch die Romane spielen nicht nur in Paris oder Flandern. Aber egal wo sie spielen, immer schreibt Simenon über das, „was bei allen Menschen gleich ist“, was sie in ihrem Innersten ausmacht und was sie nie ändert. Das macht seine Bücher bis heute so zeitlos. Und darin liegt auch das Geheimnis, warum Simenon weltweit 500 bis 600 Millionen Exemplare seiner Bücher verkauft hat. Es gibt jetzt aktuell zwei neue Simenon-Editionen. Raten Sie mal, wo! In Sri Lanka und in Vietnam. Es ist doch verrückt, dass heutzutage Menschen in Vietnam einen Simenon-Roman lesen, der 1930 geschrieben wurde. Und dass sie damit etwas anfangen können. Das ist Simenon!

Autor hunderter Romane mit Milliardenauflage, rasender Reporter, Frauenheld und Weltreisender - Georges Simenon war schon zu Lebzeiten eine Legende. Quelle: dpa

Aber verkauft sich ein Autor wie er hierzulande auch noch?

Zum Glück ja! Aber grundsätzlich gilt: Egal, wie beliebt das Werk eines Autors ist, der nicht mehr lebt, es ist wahnsinnig schwierig, sein Werk am Markt halten zu können. Ständig erscheinen neue Bücher, und der Platz in den Buchhandlungen ist begrenzt. Man muss schon Ideen haben und ein wenig dafür wirbeln. Und genau das versuchen wir im Verlag.

Machen Sie einfach da weiter, wo Diogenes aufgehört hat? Oder wird es auch Neues geben?

Diogenes hat in den vergangenen Jahren viel publiziert, alle Maigrets neu herausgegeben und rund 50 Non-Maigrets. Aber vieles war auch nicht mehr lieferbar. Einige von Simenons großen literarischen Romanen fehlen seit 20, 30 Jahren. Wir wollen die erste deutschsprachige Gesamtausgabe herausbringen. Und auch Bücher, die noch nie auf Deutsch erschienen sind. Da gibt es durchaus ein paar Überraschungen. Zum Beispiel die Geschichten um Kommissars G7, einem Vorläufer Maigrets. Das ist eine deutsche Erstausgabe, die jetzt im Herbst erschienen ist. Und so planen wir in jedem Halbjahr eine deutsche Erstausgabe.

Was planen Sie noch an Neuem?

Simenon hat auch fotografiert, es existieren rund 3000 Fotos von seinen Reisen, die eine faszinierende Ergänzung zu seinen Romanen darstellen. In Frankreich gab es schon Ausstellungen und Kataloge, in Deutschland werden wir den Fotografen Simenon zum ersten Mal präsentieren. Im April 2019 bringen wir den allerersten Maigret, den Ur-Maigret: „Maigret im Haus der Unruhe“

Sie sprachen von 20, 30 Meisterwerken. Welche Bücher zählen Sie dazu?

„Der Schnee war schmutzig“ ist eines dieser Meisterwerke, ein sehr düsterer Roman. Im Frühjahr 2019 erscheint „Der Mann, der den Zügen nachsah“. Axel Hacke schreibt das Nachwort, weil er den Roman als sein absolutes Lieblingsbuch bezeichnet. Er hat es x-mal gelesen. Als ein weiteres Meisterwerk möchte ich aber auch den Roman „Die Glocken von Bicêtre“ nennen.

Beschreiben Sie kurz, worum es geht?

Die Hauptfigur ist der Herausgeber einer der wichtigsten Zeitungen in Paris und damit einer der bedeutendsten Männer Frankreichs. Dieser Mann erleidet einen Schlaganfall und wacht im Krankenhaus auf, kann sich nicht mehr bewegen und nicht sprechen. Die Geschichte spielt 250 Seiten lang nur in diesem Krankenhauszimmer, und es passiert nicht viel, außer dass sich der Mann an seine Kindheit erinnert. Der ganze Roman ist beschrieben als innerer Kampf zwischen der einen Seite, die sagt, endlich bin ich aus dem Hamsterrad raus, das ganze Leben, dieser Stress, die Macht, all das ist vollkommen unwichtig, ich will damit nichts mehr zu tun haben, gar nicht mehr reden und gehen können und einfach hier liegen. Und natürlich der anderen Seite, die sagt, ich möchte wieder alles können, ich will wieder zurück ins Leben. Und das auf 250 Seiten. Der Roman erscheint bei uns voraussichtlich im Herbst 2019.

Womit soll man einsteigen?

Bei Maigret hat man zwei Möglichkeiten: „Maigrets Pfeife“ ist ein schmales Buch, ungefähr 100 Seiten lang, und die schönste Erzählung, die es gibt. Maigrets persönlichster Fall, denn ihm wird seine Lieblingspfeife gestohlen. Und ohne Pfeife kann man sich Maigret gar nicht vorstellen, er braucht sie, um seine Fälle zu lösen. Das perfekte Buch, wenn man einen kürzeren Einstieg möchte.

Und ein längeres Buch?

Wenn man einen Maigret-Roman lesen möchte, würde ich „Maigret und die junge Tote“ empfehlen. Ein Mädchen aus der Provinz kommt nach Paris, um ihr Glück zu suchen, und wird dort ermordet. Es ist einer seiner ergreifendsten Fälle. Maigret versucht ja oft, sich in das Opfer hineinzuversetzen, um den Täter zu finden. Das ist seine Methode. Man merkt beim Lesen, wie nahe der Fall Maigret geht und wie viel Mitleid er mit der jungen Frau hat.

Und bei den Non-Maigrets?

Der schon genannte „Der Schnee ist schmutzig“ ist einer seiner existenzialistischen Romane. Simenon geht der Frage nach, was eine unmoralische Welt aus einem Menschen macht. Am Ende geht es auch darum, wie der Mensch durch die Liebe gerettet werden kann. Daniel Kehlmann hat kürzlich darauf hingewiesen, dass man schon ein Genie sein muss, wenn man so etwas schreibt und es nicht im totalen Kitsch endet. Und Georges Simenon ist eben ein Genie, so Daniel Kehlmann. Ein ganz anderer Roman, vielleicht eher ein „klassischer“ Simenon, ist „Das blaue Zimmer“. In diesem Zimmer in einem Hotel gibt es keine Regeln, nur Leidenschaft. Hier treffen sich regelmäßig eine Frau und ein Mann, die verheiratet sind, aber nicht miteinander. Es ist die ganz große Liebe. Und aus dem Traum, gemeinsam ein neues Leben anzufangen, wird schließlich ein Alptraum. Dafür reicht eine einfache Frage: „Wenn ich frei wäre … würdest Du dich auch befreien?“.

Von Kristian Teetz

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