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Kultur im Rest der Welt „Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft“ – Bezaubernder Anime aus Japan
Nachrichten Kultur Kultur im Rest der Welt „Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft“ – Bezaubernder Anime aus Japan
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06:00 26.05.2019
Märchenhaft: Kun und seine Schwester Mirai aus der Zukunft. Quelle: AV Visionen
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Hannover

Ein kleiner Junge in Yokohama bekommt eine Schwester und hat das Problem aller plötzlich „großen“ Geschwister. Abseits stehen, sich unbeachtet fühlen – während das neue Familienmitglied rund um die Uhr betüttelt wird. Der vierjährige Kun kann Mirai nicht leiden, wirft ihr sogar eine Spielzeuglok an den Kopf, was ihn nur kurze Zeit und unangenehm in den Mittelpunkt rückt.

Dann bekommt Kun magischen Besuch von Familienmitgliedern: Aus der Vergangenheit tauchen seine Mutter als junge Frau und sein Urgroßvater, ein Kriegsheld auf, aus der Zukunft seine Babyschwester als Teenager. Wie einst Geizhals Scrooge in Charles Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte in Prosa“ lernt Kun zu lieben und Verantwortung zu übernehmen.

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Selten wurde das Thema Familie so leicht verhandelt wie in „Mirai“

Und wie Dickens‘ Erzählung ist auch Mamoru Hosadas neues Anime „Mirai“ ganz und gar bezaubernd. Kun lernt, wie Menschen in verschiedenen Lebensaltern ticken, was sie antreibt, dass sie nicht perfekt sind und dass es anderen ebenso ergeht wie ihm – der Familienhund Yuko beispielsweise war auch deprimiert, als Kuns Geburt alle Streicheleinheiten von ihm abzog.

Selten wurde das Thema Familie und Identität so leicht und wahrhaftig verhandelt. Wie man wird, der man ist – der japanische Regisseur zeigt es in magischen Bildern.

„Mirai – das Mädchen aus der Zukunft“, Regie: Mamoru Hosada, 98 Minuten, FSK 6

Von Matthias Halbig/RND