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Kultur im Rest der Welt Neues Album „My Songs“ – Sting überarbeitet seine Klassiker
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06:00 23.05.2019
Viva Las Vegas: Sting bringt am Freitag (24. Mai) das Album „My Songs“ herau. Es enthält 15 seiner Klassiker in Neuversionen, die zu oft zu nah am Original bleiben. 2020 tritt er im Caesar’s Palace in Las Vegas auf. Quelle: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa
London

Nein, „My Songs“ ist keine echte Best-of-Sammlung von Sting. Auch kein neues Studioalbum wie im Vorjahr sein sonniges Reggae-Teamwork mit Shaggy. Der britische Sänger, einst Frontmann der Wave-Reggae-Band The Police, hat alte Lieder aus seinem Oeuvre neu überarbeitet – zu einem Storybook, das „mein Leben in Songs“ erzählt.

Wie Bruce Springsteen das zuletzt in seinen Broadway-Shows machte, nur ganz anders. Zum einen bekommt man von Gordon Sumner keine Begleitgeschichten zur Musik erzählt. Sondern muss in den Texten nach den Sumnerschen Lebensfasern fahnden.

Sting – „My Songs“: „If You Love Somebody“ klingt nach Disco

Zum anderen sind manche der Stücke überarbeitete Originalversionen, andere wurden komplett neu eingespielt, nur „Roxane“ ist live (auf der Deluxe-Version schließen sich vier weitere Konzertaufnahmen an).

Wie ein aufgemöbelter Discohit aus den Siebzigern kommt etwa „If You Love Somebody“ 2019 daher, wie ein Hardrockstück der „Demolition Man“, der „Englishman in New York“ klingt noch jazziger als das Original und erhält ein paar Straßengeräusche fürs Manhattan-Flair.

Während bei dem größten Police-Hit „Every Breath You Take“ auf den ersten Horch bloß mehr Hall auf der Gitarre zu sein scheint und „Fields of Gold“ kaum mehr als ein Streicherintro von der vertrauten Version unterscheidet.

Sting – „My Songs“: Manchen Songs fehlt das punkige Klirren

„Can’t Stand Losing You“ hat im Update nicht mehr die punkige, klirrende Wut vom Police-Debüt „Outlandos d’amour“ (1978), es klingt weicher. Ähnlich verhält es sich mit „Message in a Bottle“ mit seinen allzu gefälligen Backingvocals. Bei „So Lonely“ kriegt Gitarrist Jerry Fuentes ein perfektes Andy-Summers-Imitat hin. Der Fan indes sendet ein S.O.S. aus: Für die Party bevorzugt er jeweils die ursprüngliche Version. Die fetzt mehr.

Jeden Abend entdecke er auf der Bühne Neues an seinen Songs, sagt Sting. Überdies sei seine Stimme im Lauf der letzten Jahrzehnte reichhaltiger geworden. Das alles habe er nun einbringen wollen. „Es liegt Entdeckertum in der Wiederholung“, erklärte er entsprechend dem „Billboard Magazine“.

Sting – „My Songs“: Vielleicht erzählt er in Las Vegas sein Leben

Sting mag das Album sehr am Herzen liegen, für den geneigten Fan gilt: Der Mehrgewinn durch Erneuerung ist einfach zu gering. Und es gibt nun mal keine zweite Originalversion eines Songs. Sting geht auf eine Welttour, für 2020 plant er eine Zeitlang fest in Las Vegas zu spielen. Er scheint in der repetitiven Phase seiner Karriere angelangt. Vielleicht erzählt er im Caesar’s Palace ja zwischen den Songs aus seinem Leben.

Neues Album: Sting „My Songs“ (Universal)

Tourdaten: 6. Juni – Hannover, TUI-Arena; 23. Juni – Forchheim, Sportvereinigung Jahn Forchheim25. Juni – Mönchengladbach, Warsteiner Hockeypark; 26. Juni – Lingen, EmslandArena; 6. Juli – Halle, Peißnitz; 11. Juli – Stuttgart, Schlossplatz; 15. Juli – Bonn, Kunstrasen

Von Matthias Halbig

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