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Kultur im Rest der Welt Willie Nelson und sein Sohn Lukas – Zwei Alben für mehr Menschlichkeit
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12:26 17.06.2019
Der Apfel: Lukas Nelson (2. v. l. im Kreise seiner Band Promise of the Real) ist der Sohn von Countryoutlaw Willie Nelson. Sohn und Vater haben neue Alben am Start. Quelle: Joey Martinez
Austin

Die Zärtlichkeit Willie Nelsons: Wenn der 86-jährige Country-Outlaw davon singt, zu einem „viel besseren Ort“ zu reiten, ist noch immer viel Soul in dieser Stimme aus Honig und Mehl. Und natürlich hat der Hörer sofort den Verdacht, Nelson singe im Titelstück seines neuen Albums „Ride Me Back Home“ von der eigenen Endlichkeit, dem Ritt in die Ewigkeit. Leise simmert eine Mundharmonika, eine Lapsteelgitarre schlägt ihre traurigen Bögen, ein Klavier malt Töne, die nach Abschied klingen allesamt.

Willie Nelson wünscht ein Zuhause für alle geschundenen Pferde

Aber im Video sind dann die Pferde und Maultiere zu sehen, denen der Sänger und Songwriter auf seiner Ranch, die Luck (Glück) heißt, Gnadenbrot gewährt. Viele der 60 Tiere hat er vor dem Schlachthof gerettet. Gewidmet ist der Song speziell der Fuchsstute Sergeant Reckless, dem höchst dekorierten Pferd der US-Geschichte, das im Koreakrieg Verletzte evakuierte. „Ich wünschte ich könnte all deine Brüder aufsammeln und ihr würdet mit mir nach Hause reiten“, singt Nelson, der Pferdeflüsterer.

Sein Output ist derzeit beträchtlich. Sechs Monate nach seiner Sinatra-Hommage „My Way“, ein Jahr nach seinem „Last Man Standing“ kommt nun dieses Album über die Fallstricke des Alters (das flotte „Come On Time“) und der Lust (das bluesige „Seven Year Itch“). Auf dem Nelson Erwartbares (Guy Clarks an Roy Orbisons „Blue Bayou“ erinnerndes „My Favorite Picture of You“) und völlig Unverhofftes (Billy Joels „Just the Way You Are“) covert. Den Schunkler „It’s Hard To Be Humble“ seines texanischen Landsmanns Mac Davis hat er an Präsident Trump adressiert, wie er dem amerikanischen „Rolling Stone“ verriet: „Oh Gott, es ist schwer bescheiden zu sein / wenn man in jeder Hinsicht vollkommen ist.“

Lukas Nelson sieht das Heil im einfachen, gemeinschaftlichen Leben

Nelson spielt auch auf „Turn off The News (Build A Garden)“ mit, dem neuen, fünften Album seines zweitjüngsten Sohns Lukas (30) und dessen Band Promise of the Real (seit einigen Jahren auch die Live- und Studioband von Neil Young). Die Platte, reich an Gästen (Kesha, Dolly Parton, Sheryl Crow), erscheint nur eine Woche vor dem des Vaters und bietet eine Mischung aus Tom-Petty-artigem Southern Rock, Soul und Country.

Alles ist gefällig, eingängig, bis zum Schmacht von „Where Does Love Go?“, wo für knapp vier Minuten der Geist von Roy Orbison in Lukas Nelson gefahren zu sein scheint. Und von „Stars Made Of You“, das nach Albert Hammond Sr. klingt und dessen kalifornischen Sonnenfolkpop. „Out in LA“ beginnt schlendernd, mit synthetischen Beats und endet mit einem furiosen Gitarrenwirbel. Rock’n’Roll können Promise of the Real am besten. Einen hübschen Garten hat Nelson Jr. mit diesem Album angelegt, - voller bunter Klanglumen, -gräser, -bäume.

Vter und Sohn Nelson haben einiges gemeinsam

Lukas Nelsons Botschaft: „Lass dich von deinem Herzen durchs Leben führen.“ Nelson sieht das Heil im einfachen Leben, er macht den Fernseher aus, den Apparat der Passivität, Spaltung und Hasserzeugung und fordert seine Zuhörer auf, sich lieber aktiv in die Gesellschaft einzubringen: „Schalt die Nachrichten aus und zieh deine Kinder groß / gib ihnen etwas, woran sie glauben / lehre sie, gute Menschen zu sein / gib ihnen Hoffnung, die sie erfahren können.“ Liebe, Frieden, Freiheit.

Um es mit den Gärtnern zu sagen: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Lukas Nelson & Promise of The Real: „Turn off the News (Build A Garden) (Concord Records) erscheint am 14. Juni

Willie Nelson: „Ride Me Back Home“ (Sony) erscheint am 21. Juni

Von Matthias Halbig/RND

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