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Kultur So war die Premiere der Oper „Rusalka“ am Theater Lübeck
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13:07 18.11.2019
Rusalka (María Fernanda Castillo) wird als Wassergeist entführt – sie möchte so gerne ein Mensch sein. Quelle: Foto: Olaf Malzahn
Lübeck

Man verknüpft gewisse Erwartungen mit dieser Oper. Jugendstilistische Szenerie, ein Wassermann mit grünen Haaren, Schwelgen in Romantizismen – all dies gibt es in dieser Inszenierung nicht. Die Regiearbeit von Otto Katzameier setzt auf Minimalismus. Der Bühnenraum ist nahezu leer, mit geringsten Mitteln werden Spielräume geschaffen, die mit einer ausgeklügelten Beleuchtung (Falk Hampel) Atmosphäre vermitteln. Die Welt der Land- und Wassergeister wird auf diese Weise ebenso deutlich wie die der Menschen, die in dieser Oper nur eine Nebenrolle spielen. Dieses Regiekonzept entwickelt geradezu einen Sog, es entführt den Zuschauer in diese Märchenwelt und nimmt ihn gefangen.

Und das, obwohl Regisseur Katzameier , der auch für die Ausstattung verantwortlich zeichnet, die tragische Geschichte der Nixe Rusalka, die aus Liebe zum Menschen wird und letztlich daran scheitert, auf einen Punkt bringt, den man so nicht erwartet hat. Denn er unterlegt die Handlung mit einem sexuellen Subtext, der an Deutlichkeit kaum zu übertreffen ist. Dieser ist in Libretto und Musik durchaus vorhanden, ihn so zu betonen, ist eine Sicht auf „Rusalka“, die Sinn macht.

Erstmals war der Sänger Otto Katzameier für Regie und Ausstattung der Oper „Rusalka“ am Theater Lübeck zuständig. Hier einige Szenenbilder.

Hocherotisch ist zum Beispiel der Auftritt der fremden Fürstin in ihrem hochgeschlitzten Kleid, drastischer wird es, wenn der Heger seinen Neffen ernsthaft bedrängt. Der Prinz will von Rusalka nur das eine, er erlangt es auch – zum Verhängnis beider. Es ist ein Erlebnis, wie sich die Personen auf der Bühne in ihren geschmackvoll gestalteten Kostümen umeinander bewegen, aber niemals wirklich zueinander finden. Rusalka endet als Irrlicht, das den Menschen ins Verhängnis führt, der Prinz stirbt an seiner Liebe, weil Rusalka ihm den Tod bringen muss. Das Geschehen ist ergreifend und manchmal sogar überwältigend bebildert, ein großer Wurf des Regisseur.

Musikalisch von hoher Qualität

Musikalisch ist diese Produktion von hoher Qualität. Generalmusikdirektor Stefan Vladar setzt auf zügige Tempi, das verhindert ein Abgleiten in den Kitsch, der in dieser Oper durchaus auch vorhanden ist. Vor allem aber gelingt es Vladar, musikalische Strukturen offenzulegen, die direkten Bezüge zu Wagner und Verdi etwa, ohne die Dvoráks Oper nicht denkbar wäre. Das in großer Form aufspielende Orchester setzt diese Vorgaben seines Dirigenten wunderbar um – auch das ein Erlebnis.

Sängerisch ist diese Inszenierung über alle Zweifel erhaben. Maria Fernanda Castillo in der Titelrolle ist eine fabelhafte Rusalka, sie singt und spielt auf höchstem Niveau. Hier wächst eine Sopranistin von Klasse heran, nach ihrem Auftritt in „La Traviata“ ein zweiter großer Erfolg für die junge Sängerin. Tobias Hächler als Prinz überzeugt mit seinem elegant geführten Tenor. Marlene Lichtenberg als fremde Fürstin zeigt alle Schattierungen dieser verlogenen Figur, Romina Boscolo als Hexe Jezibaba ist unheimlich und mitfühlend zugleich.

Jubel am Ende war groß

Rúni Brattaberg als Wassermann verleiht seiner Figur die Tiefe, die sie braucht, mit wohlfundiertem Bass. Steffen Kubach als Heger besticht durch einen fabelhaften Umgang mit der tschechischen Sprache. Herausragend auch der Auftritt der drei Elfen Claire Austin, Angela Shin und Milena Juhl, ihre Stimmen mischen sich fantastisch. Auch der von Jan-Michael Krüger einstudierte Chor, den Stefan Vladar live hinter der Bühne singen lässt, hinterlässt einen sehr guten Eindruck.

Am Ende war der Jubel groß über diese ungewohnte Sicht auf „Rusalka“. Das Publikum applaudierte begeistert, es gab unzählige Bravos und Ovationen im Stehen für alle Beteiligten. Endlich wieder einmal ein großer Erfolg für das Lübecker Musiktheater.

Von Jürgen Feldhoff

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