Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Medien & TV Deshalb steht die geplante ARD-Glamour-Serie „Siegfried und Roy“ vor dem Aus
Nachrichten Medien & TV Deshalb steht die geplante ARD-Glamour-Serie „Siegfried und Roy“ vor dem Aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:15 11.06.2019
Siegfried & Roy 1992 – mit ihren weißen Tigern. Quelle: imago images / teutopress
Berlin

Gerade erst sprach der UFA-Chef und Produzent Nico Hofmann über seine vielen Pläne für die deutsche Fernsehlandschaft – am Rande der Nibelungen-Festspiele in Worms, deren amtierender Intendant er ist, nannte er jüngst ganz oben auf seiner Liste: Die Serie „Siegfried und Roy“.

Nun wird überraschend bekannt: Die Serie steht kurz vor dem Aus. Der WDR-Rundfunkrat soll dem Projekt laut des Branchenblogs „DWDL“ der sechsteiligen Serie eine Absage erteilt haben – aus Kostengründen. Seit zwei Jahren arbeitet Hofmann schon an „Siegfried und Roy“ – die beiden Zauberkünstler haben sogar für die Serie ihre Zustimmung gegeben.

„Siegfried und Roy“ hätte 2020 im Ersten zu sehen sein sollen

Eigentlich sollte „Siegfried und Roy“ zum Jahreswechsel 2020/2021 zu sehen sein. Zur Primetime um 20.15 Uhr sollten die sechs Folgen à 45 Minuten laufen. „Dem Rundfunkrat lagen die Konditionen vor, nach denen sich der WDR an der Koproduktion der ARD-Tochter Degeto hätte beteiligen sollen. Nach kontroverser Diskussion im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung lehnte das Gremium den Vertrag unter anderem aus Kostengründen ab“ zitiert der Branchenblog „Medienkorrespondenz“ aus einer Mitteilung des WDR-Rundfunkrats. „Da der WDR als größte Landesrundfunkanstalt auch finanziell den größten Anteil aller ARD-Sender an der Produktion getragen hätte, bedeutet dies auch das Aus für das Projekt“, so der WDR gegenüber „Medienkorrespondenz“. Auch ein Mitglied des Rundfunkrats meldet sich bei Twitter zu Wort: Kosten seien der Grund warum die opulente Verfilmung der Lebensgeschichte von Siegfried und Roy im Rat gescheitert sei.

WDR erteilt „Siegfried und Roy“ eine Absage – aus Kostengründen

WDR-Intendant Tom Buhrow versucht in einem Statement die Wogen zu glätten: „Die menschliche und gesellschaftspolitische Story von Siegfried und Roy hätte unsere Zuschauer auf höchstem filmischen Niveau begeistert: Zwei homosexuelle junge Männer ohne Geld glauben an ihren Traum, setzen sich über Vorurteile hinweg und überwinden alle Hindernisse.“

Die Enttäuschung bei der ARD ist groß – Christine Strobl, Geschäftsführerin der ARD-Tochter Degeto, versucht dies auch gar nicht zu verbergen: „Wir haben viel Energie, Begeisterung und Ideen in dieses Projekt gesteckt. Nach zwei Jahren intensiver Entwicklungsarbeit und so nahe der Realisierung bin ich von dieser Entscheidung überrascht und natürlich sehr enttäuscht, auch weil wir für die ARD ein sehr besonderes Event-Programm verlieren, um das wir sehr gekämpft haben. Es ist wirklich schade – nicht nur für alle Kreativen und Produzenten in Deutschland, sondern vor allem für das Publikum des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Wir müssen uns jetzt mit den Produzenten zusammensetzen und schauen, wie wir mit dieser schwierigen Situation umgehen.“

Die „Bild“-Zeitung vermutet andere Gründe hinter dem vorläufigen Serien-Aus. „Die ARD beabsichtigte, auch die persönliche Beziehung der Magier zueinander in der Serie zu beleuchten. Siegfried und Roy wollten ihr Privatleben aber nicht thematisiert sehen“, heißt es dort. Eine eindeutige Quelle ist aber nicht angegeben.

Von RND/goe

Im Kölner „Tatort: Kaputt“ schießt Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) auf eine Tatverdächtige – und dann läuft der Abspann. So reagiert die Polizei, wenn ein Uniformiert im Dienst von seiner Waffe Gebrauch macht.

10.06.2019

Peter Dinklage ist 1,35 Meter groß. Er sträubt sich dagegen, deswegen immer nur bestimmte Rollen zu bekommen. In „Game of Thrones“ hat er den kleinwüchsigen Fanliebling Tyrion so facettenreich gespielt, dass er dafür mehrere TV-Preise gewonnen hat.

10.06.2019

Der russische Reporter Iwan Golunow schrieb über korrupte Polizisten und Geheimdienstler, enthüllte ihre Verbindungen zur Organisierten Kriminalität. Nun will ihm die Polizei Drogendelikte anhängen. Das Entsetzen über die neue Behörden-Willkür in Russland ist riesig.

10.06.2019