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Medien & TV Die neue Königin der Serien: „Chernobyl“ schlägt „Game of Thrones“
Nachrichten Medien & TV Die neue Königin der Serien: „Chernobyl“ schlägt „Game of Thrones“
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15:15 27.05.2019
Helden der Sowjetunion: Szene aus „Chernobyl“ der Serie der Bezahlsender Sky und HBO um das Reaktorunglück von 1986. Quelle: Sky Deutschland/Sky UK Ltd/HBO/o
Los Angeles

Ein Reaktorfeuer schlägt Drogon, den mächtigen schwarzen Drachen. Kaum hat die Serie „Game of Thrones“ ihr Fett von vielen Kritikern und Fans abgekriegt, gibt es schon den nächsten Dämpfer für Könige und Rittersleut’ aus Westeros. Die Serie ist als „beste Serie“ bei der Film- und TV-Website imdb.de entthront worden. Gleich zweifach!

Jahrelang hatte „Game of Thrones“ dort die Höchstwertung inne: 9,5 von 10 möglichen Sternen – gemeinsam mit der Serie „Breaking Bad“ um einen schwerkranken Chemielehrer, der aus der Not heraus das beste Crystal Meth aller Zeiten kocht und darüber in den Abgrund des Verbrechens rutscht.

Chernobyl – 9,7 Sterne für eine Serie gab’s noch nie

Durch die von vielen Fans verrissene achte und letzte Staffel war „Game of Thrones“ in der vorigen Woche nach der letzten Folge auf 9,4 Sterne abgerutscht. „Breaking Bad“, längst abgelaufen, hatte dem mittelalterlichen Fantasyepos den Rang abgelaufen.

Und hielt mit seinen 9,5 Sternen plötzlich selbst nur noch Platz 2 inne.

Denn „Chernobyl“ heißt jetzt die neue imdb-Serienkönigin, die auf der imdb-Skala die für den Gesamteindruck einer Serie bislang unerreichten 9,7 Sterne erlangt hat. Das Drama aus dem „Game of Thrones“-Haus HBO um das ukrainische Reaktorunglück von 1986 hat die Kritiker mit seiner düsteren Stimmung und seiner Detailtreue überzeugt.

Und tatsächlich: Wenn eine Frauenstimme aus dem Lautsprecher auf Russisch „Achtung! Achtung!“ durch die Straßen der ukrainischen Stadt Pripyat plärrt, zieht beim Zuschauer Gänsehaut herauf. Die sich nie wieder verzieht.

Chernobyl – Nur die „New York Times“ war gelangweilt

Die Kritik war nahezu einhellig angetan von den ersten drei (von insgesamt fünf) Episoden, betonte dabei die extrem finstere Atmosphäre der Serie: Ben Travers von „IndieWire“ befand, dass „diese lebendige Neuerschaffung eines unvorstellbaren Desasters unangenehm“ sei. Hank Stuever schrieb bei der Washington Post“, die Serie sei „bis ins Kleinste so grimmig wie ihre Optik – vielleicht noch grimmiger.“ „Verstörend“, befand die Medienseite „Quotenmeter“, „klug und fesselnd“ der Kritiker Jan Freitag des RedaktionsNetzwerks Deutschland“ (RND): Einsam anders im Urteil war nur die New York Times“, die in „Chernobyl“ nur einen „konventionellen … Katastrophenfilm“ sah.

Das fiktionalisierte Grauen tatsächlicher Ereignisse zieht derzeit jedenfalls mehr als Crime und Fantasy. Das nukleare Feuer birgt offenbar weit mehr Horror als der Feuerstrahl mächtiger Drachen. Nun bleibt abzuwarten, ob „Chernobyl“ seine Position weiter hält.

Denn die einmalige Wertung ist das Ergebnis von 57003 Publikumsstimmen. Für „Game of Thrones“ waren 1 525 619 Stimmen abgegeben worden, für „Breaking Bad“ 1 201 661. Die Serie „Chernobyl“ hat auch nur fünf Folgen, „Breaking Bad dagegen 62 Folgen, „Game of Thrones“ sogar 73 Episoden. Das relativiert den aktuellen „Chernobyl“-Hype ein wenig.

In der Einzelfolgenwertung hat „Game of Thrones“ insgesamt vier Folgen mit 9,9 Sternen, eine mit 9,8 und sechs Episoden mit 9,7 Sternen errungen, „Breaking Bad“ hat zweimal 9,9 Sterne geschafft, einmal 9,8 und einmal 9,7. Sterne. Die erste Folge von „Chernobyl“ erhielt 9,4 Sterne, die zweite und die dritte bekamen jeweils 9,7.

Das Geheimnis des Supererfolgs: Die vierte Folge „The Happiness of all Mankind“, die erst am 4. Juni ausgestrahlt wird, bekam von einem 100-köpfigen Testpublikum die Höchstwertung von 10 Sternen. Ob die 9,7 Sterne Gesamtwertung auch nach dem offiziellen Sendestart weiter am imdb-Himmel strahlen, wird sich weisen.

Chernobyl“ läuft in Deutschland seit 14. Mai bei Sky Atlantic HD. Es ist die erste Gemeinschaftsproduktion von Sky und HBO.

Von Matthias Halbig/RND

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