Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Medien & TV Diese Serien auf Netflix, Amazon Prime und Sky gehen im September an den Start
Nachrichten Medien & TV Diese Serien auf Netflix, Amazon Prime und Sky gehen im September an den Start
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:41 27.08.2019
Mehrere deutsche Produktionen gehen im Septemebr bei den verschiedenen Streamingdiensten an den Start. Quelle: imago/xim.gs
Hannover

Mit dem September erwachen auch die Streamingdienste aus dem Sommer-Schneewittchen-Schlaf und haben der treuen Binge-Watcher-Gemeinde gleich einige Perlen vorgelegt. Von Polit-Thriller zu Polit-Satire, von Agentengescichte zum Crime-Experiment: Netflix, Amazon Prime und Co bedienen die Krimifans wie Freunde amüsanter aber komplexer Unterhaltung gleichermaßen. Mit „Skylines“ und „Criminal“ sind auch zwei Produktionen aus Deutschland dabei. Wir haben das Angebot gesichtet und liebevoll häppchenweise aufbereitet – von „Jaaa!“ zu „Naja…..“

Lesen Sie auch: Neu bei Netflix, Amazon Prime und Sky: Serien und Staffeln ab Juli 2019

The Loudest Voice, Staffel 1, ab 16. September, Sky

Roger Ailes ist fett, alt und ein Rassist. Das sagten die Kritiker des inzwischen verstorbenen Gründers von Fox News, das sagt er aber auch von sich selbst. Zumindest mit der Stimme von Russel Crowe, der – nicht wiederzuerkennen – den Medienmenschen spielt. Die Showtime-Serie „The Loudest Voice“, Start ist in Deutschland am 16. September bei Sky, will als Charakterstudie und Erzählung der Zeitgeschichte dienen – und vielleicht sogar erklären, warum ein Mensch wie Donald Trump Präsident in den USA werden konnte. Weil Roger Ailes mit Fox News ihm den Boden mit polarisierenden Aussagen und – laut Serie – einem Hang zu Fake News bereitet hat. In den Folgen zeigt „The Loudest Voice“, wie sich Ailes ein Imperium aufgebaut hat, und als Alpha-Tier seine Machtposition nutzt, um Frauen sexuell zu belästigen oder Unliebsamen den Karriereweg zu versperren.

The Politician, Staffel 1, ab 27. September, Netflix

Star-Showrunner Ryan Murphy ist jetzt ganz Netflix verschrieben, zumindest was seine professionelle Tätigkeit angeht. Und die erste Frucht des Exklusivvertrags: „The Politician“. Playton Hobart (Benn Platt) wird eines Tages der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Das weiß er, das ist ein Fakt. Auf dem Weg dahin muss er aber erst einmal Präsident seiner Schule werden. Leider ist Playton irgendwie arrogant, verfügt über keinerlei Empathie und tut nur Gutes, um in den sozialen Medien damit punkten zu können. Seine Konkurrenz: Astrid (Lucy Boynton). „The Politician“ leuchtet grell, ist hochkarätig (mit Gwyneth Paltrow) besetzt und gibt sich extrem schrill. Könnte eine prima-skurille-kalifornische Satire auf die Welt der Privilegierten sein, die der Welt nichts schulden und sich alles nehmen. Genauso wie auf den Politbetrieb in Washington. Schließlich kommen hier auch ganz „House of Cards“-mäßig ein paar Assassine zum Einsatz.

Criminal, Staffel 1, ab 20. September, Netflix

„Der Totmacher“ mit Götz George als Massenmörder Fritz Haarmann hat es 1995 gezeigt: Ein Verhörraum reicht aus, um eine ganze Kriminalgeschichte zu erzählen. Die in Großbritannien, Spanien, Frankreich und Deutschland produzierte Serie widmet sich gleich zwölf Krimis. Ein jeder ist in einem anderen Verhörraum angesiedelt. Anhand der Verhöre, anhand der Psychospiele zwischen Verdächtigen und Ermittlern soll sich der Zuschauer von Schuld und Unschuld überzeugen lassen. Oder eben raten, wenn die Wahrheit schwammig bleibt. David Tennant („Broadchurch“, „Doctor Who“) ist für das Team Großbritannien, offensichtlich als Verdächtiger, am Start und Florence Kasumba („Deutschland 86“, „Tatort“) mimt als Mitglied des deutschen Cast wahrscheinlich eine Ermittlerin. Ein spannendes Erzählexperiment – das hoffentlich wie in „Der Totmacher“ es schafft, den eigentlichen Film in den Köpfen der Zuschauer abspielen zu lassen.

Lesen Sie auch: Empfehlungen für den Seriensommer 2019: Drogendealer, Agenten und alte Bekannte

Undone, Staffel 1, ab 13. September, Amazon Prime

Eine Animationsserie für Erwachsene: Alma hatte einen Autounfall, einen schlimmen. Danach ist nichts mehr wie es war. Natürlich nicht, sowieso nicht. Doch bei Alma kommt noch eine besondere Dimension hinzu: Sie hat seit dem Unfall ein anderes Verhältnis zur Zeit. Die Serie scheint liebevoll gezeichnet zu sein, die Reisen von Alma duch Raum und Zeit lassen sich durch eine Animation natürlich auch sehr viel poetischer darstellen als durch krasse Special-Effects in einer Spielfilm-Serie. Dies könnte eine zarte Serie für verregnete Herbstabende werden, schließlich sucht Alma die Wahrheit über ihren Vater, und muss sich ständig fragen, ob sie nicht verrückt wird – allerdings lässt eines aufhorchen. Die Macher hinter „Undone“ ist von Raphael Bob-Waksberg, der auch die laute Sendung „BoJack Horseman“ kreiert hat. Das dürfte für ein paar Überraschungen sorgen.

The Spy, Staffel 1, ab 6. September, Netflix

Ein Agententhriller im Syrien der 1960er Jahre, und zwar mit Sacha Baron Cohen, ja das ist der Mann, der als Borat einen knallgrünen Mankini trug. Das sollte erst einmal genug Neugierde wecken. Dann basiert die Netflix-Serie auf wahren Begebenheiten und ist allem Anschein nach nicht in Comedy-Manier wie „Borat“ gestaltet, sondern als ernste, eher todernste Angelegenheit. Während über das Leben – und den Tod – der Hauptfigur, dem israelischen Spion Eli Cohen, einiges bekannt ist, gibt es noch wenig Vorschaumaterial zur Serie. Doch soll „The Spy“, die Mini-Serie hat sechs Teile, Cohens Einsatz in Syrien verfolgen. Mit ausschweifenden Partys und angeblichen Orgien soll er betrunkenen Funktionären Geheimnisse entlockt haben, mit einer List soll er die syrischen Befestigungen in den Golanhöhen für die israelischen Truppen markiert haben. Und so Israel zum Sieg im Sechs-Tage-Krieg verholfen haben. Doch irgendwann befürchtete Cohen seine Enttarnung. Er kehrte für die Geburt seines dritten Kindes nach Israel zurück, soll seine Chefs gebeten haben, ihn von seiner Mission in Syrien abzuziehen, doch wurde er für einen letzten Einsatz zurückgeschickt. Die Geschichte weiß, wie Eli Cohens Leben endete: Am 18. Mai 1965 wurde er in Damaskus öffentlich gehängt.

Skylines, Staffel 1, ab 27. September, Netflix

Krasse Kerle, harte Beats: In den Hochhausschluchten von Frankfurt vermischen sich in der Serie „Skylines“ Hip Hop und organisiertes Verbrechen. Der Produzent Khalifa, der sich mit dem Label Skylines einen Namen gemacht hat, wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Sein Bruder kommt aus dem Ausland zurück und will auch ein Stück vom Kuchen haben. Gleichzeitig versucht Jinn, eine Nachwuchshoffnung, in der Szene Fuß zu fassen. Ab dem 27. September kann man sehen, ob die Serie nur Macho-Hip-Hop-Klischees reproduziert, oder ob „Skylines“ es schafft ein authentisches wie differenziertes Bild der deutschen Hop-Hop-Szene zu schaffen. Zur Sicherheit hat sich Netflix gleich ein paar echte Musiker rangeholt. Dann sollte es mit der Authentizität schon klappen.

The Handmaid’s Tale, Staffel 3, ab 5. September, Magenta TV

Vor sechs Jahren startete die erste Staffel von “The Handmaid’s Tale” – und die Serie über ein christlich-totalitäres Regime wurde zum großen Serienhit. Die dritte Staffel geht in Deutschland nun bei Magenta TV an den Start. Im Staat Gilead will June (inzwischen für ihre Rolle berühmt: Elizabeth Moss), die ihrem Leben als Magd, Arbeitssklavin und Gebärmaschine entkommen konnte, eine Revolution anführen. Gelobt wurde die Serie für die detaillierte Darstellung der gewaltreichen Utopie, die sich aber, je länger die Serie läuft, manchmal zu sehr an eben jener Gewalt ergötzt.

Unbelievable, Staffel 1, ab 13. September, Netflix

Eine Frau zeigt eine Vergewaltigung an, doch die Geschichte ist nicht schlüssig. Was ist passiert? Wer ist zu schützen? Und vor allem: Was ist wirklich passiert? In „Unbelievable“ will Netflix zeigen, wie schwierig es ist, wenn unklar ist, wer Opfer und Täter ist. Wenn ein Fakt plötzlich zur Frage der Glaubwürdigkeit wird. Definitiv keine Serie zum Nebenhergucken, zum Malebeneinschalten, zum Sichkurzunterhaltenlassen. Es scheint eine Serie zu sein, die zum Nachdenken zwingen will. Ob sie das schafft, hängt natürlich von der Machart ab.

Frau Jordan stellt gleich, Staffel 1, ab 27. September, Joyn

Katrin Bauerfeind ist jetzt Gleichstellungsbeauftrage. Zumindest in der neuen Serie beim ProSieben-Streamingdienst Joyn. Als Eva Jordan soll sie mit „Verve, Witz und Weißwein“, so zumindest die Beschreibung in der Mitteilung des Streamingdienstes, für die Gleichstellung der Frau kämpfen. Bei Elternkursen, Frauen in der Feuerwehr, alten, weißen Männern und jungen, nackten Frauen soll Frau Jordan für die richtige Balance sorgen. Das soll schief gehen und dann auch lustig sein. Hoffentlich wird es das – denn die Gleichstellung kann eine klug gemachte, humoristische Serie, wie sie aus den USA „Girls“ ist, gut gebrauchen.

Disenchantment, Staffel 2, ab 20. September, Netflix

Prinzessin Bean zieht wieder los, um in einer Mischung zwischen „Game of Thrones“ und „The Simpsons“ – natürlich aus der Feder von Matt Groening – alle mögliche Abenteuer zu erleben. Diesmal auf der Liste: Einen Freund retten und das Königreich ihres Vaters herstellen. In der ersten Staffel entwickelte die Fantasy-Satire ein paar nervige Länge, die Kritiken waren eher gemischt. Ob Matt Groening das im zweiten Teil auffangen konnte?

Élite, Staffel 2, ab 6. September, Netflix

Sie waren vorher ja schon reich, jung und skandalös, jetzt geht es bei der spanischen Netflix-Serie „Élite“ in die zweite Runde. Und bei der „Gossip Girl“-meets-Crime-Serie wird das Drama auch jetzt nicht abreißen. Für Fans von „Tote Mädchen lügen nicht“ und – wie erwähnt „Gossip Girl“.

Chris Tall Presents…, Staffel 1, ab 27. September, Amazon Prime

Chris Tall macht Dinge, die man nicht macht. Bei RTL stand der Comedian mit seinem Programm „Darf er das?“ auf der Bühne, jetzt macht er Amazon Prime sicher. Und will mit seiner Comedy-Serie anderen deutschen Comedians die Bühne bereiten.

El Corazón de Sergio Ramos, Staffel 1, ab 13. September, Amazon Prime

Amazon Prime hat sein Herz für Fußball entdeckt – oder eher Fußballfans. Der Streamingdienst hat im August schon „Inside Borussia Dortmund“ und „This is Football“ herausgejagt. Jetzt kommt eine Dokuserie nur über den Kapitän des Spitzenclubs Real Madrid, Sergio Ramos, heraus. Wahrscheinlich gibt es Höhepunkte und Niederlagen, Emotionen und verbissener Kampfesgeist und natürlich sehr, sehr viel Herz.

Von Geraldine Oetken/RND

Es wird Herbst, die Horrorserien nahen. Ab 13. September kann man bei Netflix “Marianne” streamen. Eine Schriftstellerin stellt darin fest, dass die Figuren ihrer Gruselstorys existieren - und sie besuchen kommen.

27.08.2019

Bei der Freiwilligen Selbstkontrolle wird die Altersfreigabe in Zukunft von einer Software ermittelt – doch Jugendschützer sind skeptisch. Das steckt dahinter.

27.08.2019

Am 3. September taucht ein besonders umstrittener Charakter wieder im GZSZ-Kiez auf. Die Figur hatte vergangenen Oktober einen dramatischen Abgang hingelegt - und gehörte nicht gerade zu den beliebtesten Charakteren der Serie.

27.08.2019