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Medien & TV Hollywoodstar Udo Kier: Ich bin schon 50-mal gestorben
Nachrichten Medien & TV Hollywoodstar Udo Kier: Ich bin schon 50-mal gestorben
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20:22 22.03.2019
Ein Kenner des Todes: Udo Kier hat in mehr als 200 Filmproduktionen mitgewirkt – und musste schon häufig den Filmtod sterben. Quelle: Splendid
Hannover

Udo Kier ist der Mann für die Schurkenrollen. In „Iron Sky 2“ spielt er Adolf Hitler. Bevor Kier, geboren 1944 in Köln, Schauspieler wurde, jobbte er als Model. Mit 23 Jahren ging es nach New York zur Schauspielschule. 1992 trat er in Madonnas Video „Deeper and Deeper“ auf. Er wirkte in mehr als 250 Filmproduktionen mit, aktuell ist er in „M – eine Stadt sucht einen Mörder“ (RTL Now) zu sehen. Im Interview spricht er über den Filmtod, seine schlechten Filme und das digitale Leben.

Ihren neuesten Film „Iron Sky 2 – The Coming Race“, in dem Sie Adolf Hitler spielen, überleben Sie auch nicht.

Das stimmt. (lacht) Der Film ist der totale Wahnsinn. Ich reite als Adolf Hitler auf einem Dinosaurier und schreie rum. Das macht Spaß. Ich wollte für die Rolle Hitlers Schäferhund Blondi haben. Da meinte der Regisseur Timo Vuorensola, dass wir vielleicht Schwierigkeiten mit dem Tierschutz bekommen könnten. Dann habe ich vorgeschlagen, dass wir dann eben einen ausgestopften Hund nehmen, ihn auf Räder stellen und ich ihn einfach hinter mir herziehen kann. So eine Rolle zu spielen macht als Schauspieler unglaublich viel Spaß.

Wie oft sind Sie schon gestorben?

Ich wurde letztes Jahr bei einem Filmfestival in Wien geehrt, als eine junge, schöne Frau auf mich zukam und mir ein Buch überreichte. Diese Frau hat meine Filmtode zusammengetragen. Sie hatte genau aufgeschrieben, wie lange ich gebraucht habe, um zu sterben, was meine letzten Worte waren. Das ganze Buch ist sehr witzig geworden. Da sind 36 Tode drin. Aber ich bin viel öfter gestorben, bestimmt über 50-Mal.

Wie stirbt man richtig in Filmen?

Immer mit offenen Augen. Wenn man einfach nur so irgendwo rumliegt, ist das ja langweilig. Das Team muss immer irgendwo einen Punkt für mich hinmachen, auf den ich mich 100-prozentig konzentrieren kann.

Wie möchten Sie denn am Liebsten selbst aus dem Leben scheiden?

Aus Spaß habe ich mal gesagt, dass ich mit meinem Mercedes 190 SL über die Klippen von Santa Monica fahren will, während die Sonne untergeht. Aber man weiß ja nicht, wie man sterben wird. Ich kann heute Abend im Kaufhaus des Westens Austern essen und mich daran vergiften. Aber immerhin würde in den Nachrufen dann stehen: „Er starb beim Austernessen!“ Und nicht: „Er erstickte an einer Currywurst!“ (lacht)

Sie werden im Oktober 75 Jahre alt. Wie feiern Sie?

75 Jahre sind definitiv ein Grund zu feiern. Ich lebe seit 22 Jahren in Los Angeles, wohne in einer ehemaligen Bücherei, fahre wunderschöne Autos und mir geht’s gut. Außerdem habe ich sehr viele Filme gemacht. Da sind zwar fast 100 schlecht von, aber 50 kann man bei einem guten Rotwein gucken, und die restlichen sind richtig gut. Ich weiß allerdings noch nicht, ob ich meinen Geburtstag in Berlin oder in der Wüste feiere.

Sie zählen zu den wenigen Deutschen, die schon mit fast jedem in Hollywood gedreht haben. Müssen Sie noch zu Castings gehen?

Ich bin ein glücklicher Mann. Ich musste nie zu einem Regisseur sagen, dass ich gern mit ihm arbeiten möchte. Das hat sich immer ergeben. Ich würde nie zu jemandem wie David Lynch gehen und sagen, dass ich gern mit ihm arbeiten würde. Denn seine Antwort wäre bestimmt: „Wer nicht?“ Da würde ich mich danach nur peinlich unterm Tisch verstecken. (lacht)

Stimmt es, dass Sie keinen Computer besitzen?

Ich bin nicht auf Facebook oder Instagram und schreibe auch keine SMS. Aber ich telefoniere, maile und habe auf Reisen natürlich einen Laptop dabei. Ich bin ja eine Generation, in der es das alles gar nicht gab. Wir hatten einen Schwarz-Weiß-Fernseher auf dem Wohnzimmerschrank stehen. Da konnte man dann Peter Frankenfeld mit schwarz-weißer Jacke als Testbild sehen. Das hat sich heute alles geändert. Und ich gehe natürlich schon mit der Technik. Ich habe zu Hause auch eine automatische Kaffeemaschine stehen und koche nicht mehr mit Filtertüten. (lacht)

Von Thomas Kielhorn/RND

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