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Norddeutschland 26-Jährige soll Landtags-Vizepräsidentin werden
Nachrichten Norddeutschland 26-Jährige soll Landtags-Vizepräsidentin werden
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17:00 09.06.2019
Die Grünen-Abgeordnete Aminata Touré will als neue stellvertretende Landtagspräsidentin in Schleswig-Holstein kandidieren. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel

Die Grünen-Abgeordnete Aminata Touré soll neue Landtagsvizepräsidentin werden. Die 26-Jährige sitzt als erste schwarze Abgeordnete seit zwei Jahren im Landtag von Schleswig-Holstein. Die offizielle Abstimmung ist allerdings erst nach der Sommerpause. Der Wechsel ist nötig, weil der bisherige Stellvertreter Rasmus Andresen für die Grünen nach Brüssel ins EU-Parlament geht.

Als „Herzblut-Parlamentarierin“, wie Touré sich selber nennt, fühlt sie sich von dem Vorschlag ihrer Partei geehrt. „Dass ich überhaupt hier im Parlament sitzen darf, war von Tag eins an eine Ehre für mich und mir war bewusst, dass es mit sehr viel Verantwortung einhergeht“, sagt die junge Politikerin. Den Landtag als Vizepräsidentin zu vertreten, sei ein weiterer Schritt, Politik nach außen zu tragen. Sie habe viele Nachrichten bekommen, als bekannt wurde, dass sie für den Posten zur Wahl steht – auch von vielen jungen Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund: „Sie fühlen sich einfach vertreten.“

Jung, weiblich, schwarz

Aminata Touré ist jung, weiblich, schwarz. Dass das in den Medien immer wieder betont wird, nervt sie nicht. Im Gegenteil: Es spielt für viele Menschen eine Rolle, die sich sonst nicht in der Politik wiederfinden und von ihr vertreten fühlen. „Es geht ja nicht nur um Hautfarbe oder das Alter, sondern um politische Belange“, betont Touré. Ihre Themen: Migration und Frauen. Touré ist in Neumünster aufgewachsen. Ihre Eltern sind 1992 aus dem westafrikanischen Mali geflohen. Als Kind hat sie selbst erlebt, wie sich Entscheidungen von Politikern auf das eigene Leben auswirken können. „Deswegen wurden wir sehr politisch erzogen, wir waren abhängig davon.“ Nachdem Abitur hat die 26-Jährige in Kiel Politikwissenschaften und Französische Philologie studiert.

Ihre persönlichen Erfahrungen sind für Touré ein Mosaikstein, um gute Politik zu machen. Touré glaubt, dass niemand objektive Politik machen kann. Jeder habe Erfahrungen, die in die Arbeit mit einfließen. Sie weiß aber auch, das alleine reicht nicht aus: „Ich kann nicht einfach sagen ,Hallo, hier bin ich’ – ich arbeite auch hart.’“ Neben der Ausschussarbeit ist sie ständig im Austausch mit den Menschen, die sie vertritt. Sie besucht Frauenhäuser und Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge. Einmal im Monat organisiert sie einen Frauenstammtisch.

Landespolitik wird mit Instagram transparent

Wie wichtig der Kontakt zu den Bürgern ist, hat sie gemerkt, als sie 2017 in den Landtag kam: „Die erste Frage in meinem Umfeld war immer: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ Deswegen will sie Bürgern den Alltag von Politikern näherbringen. Auf ihrem Instagram-Profil teilt sie Fotos aus dem Parlament, wie sie am Rednerpult steht, vom Europawahlkampf. Sie veröffentlicht Bilder von Demonstrationen gegen Rassismus und von ihren Besuchen in Frauenhäusern und Gemeinschaftsunterkünften. „Das ist eine ganz einfache Möglichkeit, Leute mitzunehmen. Damit kann ich Politik transparenter und sichtbarer machen.“

Touré hofft, dadurch auch die Akzeptanz von Politik wieder steigern zu können. Sie verfolge bundesweit Diskussionen, wer eigentlich für wen Politik mache. „Die Menschen haben den Eindruck, die gleichen Leute treffen immer die gleichen Entscheidungen.“ Dabei könne jeder Politik machen und teilnehmen. Vermeintlich geschlossene Türen stünden eigentlich offen.

Sollte Aminata Touré nach der Sommerpause als stellvertretende Landtagspräsidentin gewählt werden, will sie das Amt auch auf Instagram dokumentieren und für mehr Transparenz sorgen.

Annabell Brockhues

Mit viel guter Laune und Spaß an Geschichten von der Küste bis ins Umland ist die LN für Sie in der Region auf der Suche nach den schönsten und spannendsten Geschichten.

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