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Norddeutschland Das 3G-Netz wird bald abgeschaltet
Nachrichten Norddeutschland Das 3G-Netz wird bald abgeschaltet
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18:46 10.07.2019
Funklöcher sollen durch den Ausbau von LTE- und 5G-Netzen der Vergangenheit angehören. Verlieren sind Nutzer, deren Geräte das alte 3G-Netz nutzen. Quelle: imago
Lübeck

Besonders in ländlichen Regionen sei durch den Abbau von 3G (UMTS) für einige Kunden eine Verschlechterung der Netzabdeckung zu befürchten, vermuten Experten.

Verantwortlich sind die Telefonanbieter. So die Deutsche Telekom: Man beschäftige sich damit, auch in Schleswig-Holstein das 3G-Netz „außer Betrieb zu nehmen“, teilt Telekom-Sprecherin Nicole Hafenrichter mit. Allerdings werde das nicht sofort passieren: „Wie in unseren AGB beschrieben wird 3G im Mobilfunknetz der Telekom – vorbehaltlich einer Verlängerung – bis zum 31. Dezember 2020 verfügbar sein.“ Wann genau 3G verschwinden werde, sei bislang unklar. „Eine Entscheidung, zu welchem Zeitpunkt wir das tun, ist bisher nicht gefallen.“

Termin für Abschaltung unklar

Vodafone Deutschland habe ebenfalls „aktuell keine Pläne für eine Abschaltung oder einen Rückbau seines UMTS-Netzes“, sagt Konzernsprecher Volker Petendorf. Es gebe aber Prognosen, dass Vodafone wohl in den Jahren 2020 und 2021 in Europa mit der Netzabschaltung von 3G beginnen werde. „Klar ist aber, dass UMTS nicht weiter ausgebaut wird und perspektivisch die Zukunft im 5G-Netz liegt.“

O2 setzt auf 4G

Das gilt auch für den dritten großen Netzbetreiber, Telefónica Deutschland und dessen O2-Netz. „Ob und wann im O2 Netz der Mobilfunkstandard UMTS im Zuge des 5G-Ausbaus abgestellt werden könnte, lässt sich heute noch nicht sagen“, lässt Sprecher Florian Streicher wissen.

Allein in Schleswig-Holstein habe Telefónica Deutschland im ersten Halbjahr 2019 mehr als 120 neue LTE-Sender errichtet. So in den Kreisen Herzogtum-Lauenburg (Aumühle, Mustin, Ziethen), Ostholstein (Timmendorfer Strand), Segeberg (Bad Segeberg, Henstedt-Ulzburg, Großenaspe, Groß Kummerfeld, Kaltenkirchen, Leezen, Nahe, Norderstedt, Wahlstedt) und Stormarn (Ahrensburg, Ammersbek, Tangstedt). Der weitere Ausbau sei im Gange.

In Lübeck sei die vorhandene LTE-Kapazität aufgerüstet worden. „Allerdings gibt es Kunden, die ein älteres, nicht LTE-fähiges Endgerät besitzen“, schränkt Streicher ein. „Im Falle eines Abschaltens von 3G müssten diese Kunden auf ein neueres Handy-Modell umsteigen, wenn sie Datendienste per LTE nutzen wollen.“

Millionen Nutzer betroffen

Fest steht: Viele Millionen Mobilfunknutzer in Deutschland wären von der 3G-Abschaltung betroffen. Sie nutzen laut Vertrag nur UMTS und haben keinen Zugang zum LTE-Netz. Schon jetzt, sagen Experten, sei das 3G-Netz nur lückenhaft ausgebaut. Verschwinden weitere UMTS-Stationen, wird es noch schlechter. Betroffen sind davon in erster Linie Kunden, die Verträge bei einem Mobilfunk-Discounter haben, der mit eigener Marke, aber ohne eigenes Netz auftritt. Derzeit seien dies über 50 Prozent der Nutzer.

Kiel befürwortet Netz-Umbau

Das Kieler Wirtschaftsministerium sieht die Entwicklung dennoch durchweg positiv. „Grundsätzlich wird die Mobilfunkversorgung künftig verbessert“, glaubt Staatssekretär Thilo Rohlfs. Denn der Abbau des bestehenden 3G-Netzes sei ja zugleich mit einer Aufrüstung auf 4G/LTE oder gar 5G verbunden. „Diese Anpassung ist vor dem Hintergrund der tatsächlich rasant steigenden Bandbreitenbedarfe im mobilen Bereich zu befürworten.“

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Glossar: Mobiles Internet

GRPS/Edge: Nach der Jahrtausendwende mussten Handy-Nutzer mit kriechend langsamem Internet auskommen. Die Technik dazu heißt GRPS beziehungsweise Edge, das ein klein wenig schneller als GRPS ist. In manchen ländlichen Gebieten müssen Nutzer bis heute mit dieser Geschwindigkeit auskommen.

3G/UMTS: Die dritte Generation des mobilen Internets (3G) basiert auf der UMTS-Technik und kam 2007 auf. Dadurch wurden deutlich höhere Datenraten möglich. Viele Kunden von Billig-Mobilfunkanbietern sind bis heute auf 3G angewiesen.

4G/LTE: 2010 nahm die Telekom den ersten Sendemast mit der schnellen LTE-Technik in Betrieb. LTE ist der aktuelle Standard für mobiles Internet.

5G: Die zukünftige Technik soll zehnmal so schnell wie LTE sein. Doch es wird noch einige Jahre dauern, bis 5G flächendeckend verfügbar sein wird.

Marcus Stöcklin

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