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Norddeutschland Akkordarbeit beim Hafengeburtstag
Nachrichten Norddeutschland Akkordarbeit beim Hafengeburtstag
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21:10 06.05.2016
Hamburger Hafengeburtstag: Je besser das Wetter, umso besser laufen auch die Geschäfte an den Buden. Quelle: Scholz/dpa
Hamburg

Sonne satt, ausgelassene Stimmung und an fast jeder Ecke Leckereien: Hunderttausende Besucher lassen es sich in Hamburg beim 827. Hafengeburtstag gut gehen. Doch während die einen feiern, müssen andere arbeiten. Ob Fischbrötchen, Zuckerwatte oder Erdbeerbowle: Die Besucher der bunten Hafenmeile rund um die Landungsbrücken werden von vielen fleißigen Helfern mit Snacks und Getränken versorgt.

„Wir gehen davon aus, dass 2000 Arbeitskräfte allein an den Ständen beschäftig sind“, sagt Franziska Hamann von der Wirtschaftsbehörde. Da die Hansestadt das maritime Volksfest ausrichtet, verteilt auch sie die insgesamt 350 Standplätze — 110 entlang der bunten Hafenmeile, 240 bei den zahlreichen Festbühnen. „Die Schausteller können sich jährlich bewerben“, sagt Hamann. Besonders gut von den Gästen angenommen würden nicht etwa Fischbuden, sondern Süßigkeitenstände. Die Schlangen an Buden mit heißen Pfannkuchen, Schmalzgebäck oder gebrannten Mandeln sind tatsächlich besonders lang. Für die Standbesitzer bedeutet das: Akkordarbeit.

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„Von 10 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts, also 16 Stunden dauert mein Arbeitstag hier“, sagt der Betreiber einer Süßigkeitenbude, der seinen Namen nicht nennen will. Gemeinsam mit seiner Frau ist er mit einem Familienbetrieb seit Jahren auf dem Hafengeburtstag vertreten. „Die Arbeit macht sehr viel Spaß, auch wenn die Füße irgendwann nicht mehr wollen“, berichtet die Ehefrau. Finanziell lohne sich die harte Arbeit aber nicht immer. In einem ganz schlechten Jahr seien nur 58 Euro brutto dabei herausgekommen.

Das Angebot der beiden reicht von selbstgebrannten Nüssen über Zuckerwatte bis hin zu Lebkuchenherzen. Wie viel Ware sie pro Jahr verkaufen, können sie nicht sagen. „Die Menge hängt stark vom Platz ab, an dem wir positioniert werden“, erklärt das Ehepaar. Das mache die Veranstaltung unkalkulierbar. Doch im Vergleich zum Hamburger Dom, bei dem das Geschäft seit Jahren rückläufig sei, sei das Geschäft auf dem Hafengeburtstag relativ konstant.

Ausschlaggebend für die Verkaufszahlen ist vor allem das Wetter. „Natürlich profitiert man von den Sonnenstrahlen in diesem Jahr, und auch von einem zusätzlichen Tag — in welcher Höhe wird sich noch zeigen“, sagt Budenbesitzer Manfred Habermann. Auch er betreibt seit Jahren einen Süßigkeitenstand auf der Hafenparty, die in diesem Jahr wegen des Feiertags vier Tage geht. „Zufrieden ist man nie, der Markt ist hart umkämpft“, sagt Habermann. Aleksandra Bakmaz

LN