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Norddeutschland Aktionstage in Niendorf mit Forschungsschiff Aldebaran
Nachrichten Norddeutschland Aktionstage in Niendorf mit Forschungsschiff Aldebaran
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18:48 07.08.2019
Zu Forschungszwecken unterwegs: Das Schiff „Aldebaran“ legt im Niendorfer Hafen einen Stopp zu den Aktionstagen zum Meeresraum ein. Quelle: FOTO: TSNT (hfr)
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Niendorf

Noch ist das ForschungsschiffAldebaran“ vor der Lübecker Bucht im Einsatz. Von Hamburg aus ist das Segelschiff über Brunsbüttel durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Kiel und schließlich in Richtung Timmendorfer Strand geschippert. Die Mission: Wie viel Mikroplastik wird von den Kläranlagen aussortiert und wie viel davon landet im Meer?

Am Freitag, 9. August, legt die Crew dann im Niendorfer Hafen an. Denn dort finden die Aktionstage zum Meeresraum statt. Bei dem Projekt der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und der Deutschen Meeresstiftung werden verschiedene Workshops angeboten und Vorträge gehalten.

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Expedition auf dem ForschungsschiffAldebaran

Zudem können Schüler ab der 6. Klasse beispielsweise einen Einblick in den deutschen Meereswettbewerb der Meeresstiftung bekommen. Für ein paar Stunden fahren sie mit dem ForschungsschiffAldebaran“ auf das Wasser und führen dort eigene kleine Forschungen durch. „Mit der Unterwasserdrohne können wir sehen, was vor der Haustür in der Ostsee los ist“, sagt Frank Schweikert, Vorstand der Stiftung.

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Schweikert ist selbst oft mit der Besatzung der „Aldebaran“ unterwegs. Beispielsweise ist das Schiff auf den Spuren des Klimawandels drei Jahre lang in der Karibik gewesen. Wer sich für die Arbeit der Crew interessiert, kann beim Open Ship an Bord gehen und sich das Forschungsschiff genauer ansehen. „Das ist für die Leute faszinierend“, erklärt Schweikert. „Auch weil sie der Besatzung viele Fragen zu ihrer Arbeit stellen können.“

Das Meer werde für die Zukunft immer wichtiger. Es ist der einzige Lebensraum, wo Wachstum möglich ist, betont der Stiftungsvorstand. „Gerade Menschen im Urlaub erreichen wir eher als Menschen im Alltag. Wir hoffen, sie nachhaltig für das Thema zu interessieren und zu sensibilisieren.“

Zahlreiche Vorträge und Open Ship

Um Plastikmüll im Meer geht es unter anderem in den Mitmach-Workshops im Informationszentrum Fischerei und Hafen, direkt an der Hafenkante. Dort gibt es aber auch eine interaktive Ausstellung zum Meeresschutz. Beispielsweise können Besucher dort das Geräusch einer Schiffsschraube hören und erfahren, was diese Lärmbelästigung für die Unterwasserwelt bedeutet.

Das Programm der Aktionstage in Niendorf im Überblick

SailingLab Niendorf:

9. August, 12 bis 15.30 Uhr,

10. und 11. August jeweils von 10 bis 14 Uhr,

12. August 14 bis 17.30 Uhr im Hafen gegenüber der Hafeninformation.

Anmeldungen sind noch für Sonnabend und Montag per E-Mail an sailinglab-niendorf@meeresstiftung.de möglich.

Mitmach-Workshops rund ums Thema Plastikmüll im Meer: Vom 9. bis 14. August finden die Workshop-Angebote jeweils um 10, 12 und 14 Uhr im Informationszentrum Fischerei und Hafen statt:

„Algen, Fische, Zahnbürsten – warum kommt der Müll ins Meer?“

„Was hat Moby dick gemacht?“

„Wie Sand am Meer? Plastikmüll in den Ozeanen“.

Offene Mitmachangeboteim Info-Point gibt es täglich von 10 bis 16 bzw. 18 Uhr.

Anmeldungen sind per E­Mail an sailinglab-niendorf@meeresstiftung.de erwünscht.

Meeresraum Niendorf in der Hafeninformation:

9. bis 14. August jeweils von 10 bis 16 Uhr, Sonntag bis 18 Uhr: Das Angebot ist eine Ausstellung zum Meeresschutz.

Open Ship: „Aldebaran

10. und 11. August jeweils von 15 bis 18 Uhr und

12. und 14. August jeweils von 14 bis 16 Uhr. Am 13. August von 14 bis 18 Uhr.

Vorträge:

9. August um 16 Uhr: André Wiersig, Botschafter der Deutschen Meeresstiftung mit „Nachts allein im Ozean“ am Freistrand beim Hafen.

11. August um 16 Uhr: Dr. Walter Hemmerling, Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein mit „Wildes Schleswig-Holstein – 40 Jahre Stiftungsland“ im Informationszentrum Fischerei und Hafen.

13. August um 16 Uhr: Frank Schweikert, Vorstand der Deutschen Meeresstiftung mit „Plastik im Meer – Warum vermüllen wir unsere Ozeane?“ am Freistrand in der Nähe des Niendorfer Hafens.

Schweikert kann den Vortrag „Nachts allein im Ozean“ von Extremschwimmer und Botschafter der Deutschen Meeresstiftung, André Wiersig, besonders empfehlen. „Ihm zuzuhören ist echt spannend, solche Menschen trifft man nicht überall.“ Der Schwimmer hat als erster Deutscher die „Ocean’s Seven“ bewältigt. Er schwamm über mehrere Stunden hinweg durch sieben anspruchsvolle Meerengen, wie den Ärmelkanal. Dabei begegnete er Delfinen und Müll. „Wenn man selbst mitten in der Nacht draußen im Ozean mit dem Kopf in eine Plastiktüte geschwommen ist, bekommt man eine ganze andere Einstellung zum Schutz der Meere“, sagt Wiersig.

Von Saskia Hassink