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Norddeutschland Start verzögert sich weiter: Am E-Highway muss nachgebessert werden
Nachrichten Norddeutschland Start verzögert sich weiter: Am E-Highway muss nachgebessert werden
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19:00 12.09.2019
An den Querauslegern auf dem E-Highway soll noch nachgebessert werden. Quelle: Holger Kröger
Lübeck/Kiel

„Da muss absehbar nachgebessert werden“, erklärt Harald Haase, Sprecher des Verkehrsministeriums in Kiel. In den kommenden Wochen sollen alle 250 Masten der Oberleitungsanlage entlang der A 1 zwischen Reinfeld und dem Autobahnkreuz Lübeck noch einmal geprüft und gegebenenfalls verstärkt werden. Das hatte ein vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) beauftragter Gutachter empfohlen. Das Land ist rechtlich für die Anlage verantwortlich. „Natürlich gehen wir hier auf Nummer sicher“, betont Minister Bernd Buchholz (FDP).

Freigabe soll noch in diesem Jahr erfolgen

Die landesweit erste Elektro-Teststrecke für Lkw wird vom Bund finanziert. Als Generalunternehmer baut die Siemens AG in Zusammenarbeit mit SPL Powerlines. Die Projektverantwortlichen gehen davon aus, dass die Freigabe noch in diesem Jahr erfolgen könne, teilte das Verkehrsministerium mit. Der 21. September sei aber nicht zu halten. „Wir wollen, dass der E-Highway funktioniert und müssen nun noch ein paar Sicherheitshürden überwinden“, sagt Buchholz.

Seit Juni ist die Teststrecke ungenutzt

Eigentlich hatte die Anlage schon im Sommer in Betrieb gehen sollen. Doch nach einer einzigen Probefahrt am 3. Juni ist die fünf Kilometer lange und 19 Millionen Euro teure Teststrecke nahe Lübeck ungenutzt. Schwierigkeiten bei der Herstellung der ersten Hybrid-Lkw hatten die Inbetriebnahme verzögert. Vorgesehen ist, dass die Spedition Bode aus Reinfeld (Kreis Stormarn) die Elektro-Autobahn regelmäßig mit Hybrid-Lastwagen im Pendelverkehr nutzt.

Betrieb soll wissenschaftlich begleitet werden

Dabei werden die Hybrid-Lkw mit Strom aus der Oberleitung versorgt, zugleich können Batterien aufgeladen werden, damit die Laster auch auf der nicht-elektrifizierten Autobahn weiter rein elektrisch fahren können. Der Strom soll zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen, etwa von Windrädern oder aus Biogasanlagen in der Nähe. Zusätzlich verfügen die Hybrid-Lkw auch über einen Dieselmotor. Drei Jahre lang soll der Betrieb der Anlage zunächst wissenschaftlich begleitet werden.

Kosten trägt der Bund

Die E-Highway-Teststrecke – jeweils fünf Kilometer in beide Richtungen – ist Teil eines bundesweiten Pilotprojektes, das den elektrischen Antrieb von Lastwagen unter realen Verkehrsbedingungen erproben soll. Die Kosten von mehr als 19 Millionen Euro übernimmt der Bund. Schleswig-Holstein ist nach Hessen das zweite Bundesland, das eine solche Teststrecke für Elektro-Lastwagen erhält. Eine dritte Teststrecke wird derzeit in Baden-Württemberg geplant.

Elektro-Lkw im Test

Bundesweit sind drei Teststrecken für Elektro-Lkw vorgesehen. Am weitesten ist Hessen: Auf der A 5 zwischen Langen und Weiterstadt wurde ein fünf Kilometer langes Teststück im Mai in Betrieb genommen. Bisher ist dort nur ein Strom-Laster unterwegs, ein zweiter Lkw soll noch eingesetzt werden. Neben Schleswig-Holstein soll dann auch Baden-Württemberg einen E-Highway bekommen. Der Baubeginn auf der B 462 bei Rastatt ist allerdings erst für Ende des Jahres geplant.

Auf den drei Strecken wird die Elektrifizierung von Lkw als umweltfreundliche Antriebsalternative getestet. Wird das Konzept als praxistauglich angesehen, könnten 1000 Kilometer Straße in ganz Deutschland mit der Oberleitungstechnik ausgestattet werden.

Insgesamt investiert das Bundesumweltministerium rund 50 Millionen Euro in den Feldversuch. Die A 1 zwischen Lübeck und Hamburg ist eine der meistgenutzten Lkw-Verkehrsachsen in Schleswig-Holstein – 60 000 Kraftfahrzeuge werden pro Tag gezählt, 9000 davon sind Schwerlastwagen.

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