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Norddeutschland Ameos verspricht: Tarifverträge gelten weiter
Nachrichten Norddeutschland Ameos verspricht: Tarifverträge gelten weiter
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15:51 26.10.2018
Die schweizerische Ameos-Gruppe übernimmt die Sana-Kliniken in Ostholstein. Das sorgt in der Region für Unruhe und Sorge über die künftige medizinische Versorgung vor Ort. Gestern war das Thema einer Sondersitzung des Landtags-Sozialausschusses. Quelle: Ameos
Eutin/Kiel

Die Ameos-Gruppe übernimmt die Sana-Kliniken in Ostholstein – und versucht, die Mitarbeiter zu beruhigen. Alle Tarifverträge hätten weiter bestand, versichert Regionalgeschäftsführer Frank-Ulrich Wiener. Die Arbeitsbedingungen würden sich keinesfalls verschlechtern. Die Landtags-SPD mag das nicht so recht glauben. Der Deal sei ein Beispiel dafür, dass Gesundheitsversorgung nicht in Privathand gehöre, sagt die SPD-Sozialpolitikerin Birte Pauls.

Die SPD fürchtet Ameos-Gewinne auf Kosten der Mitarbeiter

Ameos sei andernorts dafür bekannt, Mitarbeiterrechte zu unterwandern, sagt Birte Pauls. So gebe es etwa keinen Konzern-Betriebsrat. „Das Unternehmen ist auf Geldgewinn hin orientiert“, sagt die Sozialdemokratin. Es sei jetzt die erste Pflicht der Jamaika-Regierung, darauf zu achten, dass Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte nicht die Leidtragenden der Ameos-Übernahme werden.

Ameos-Geschäftsführer Frank-Ulrich Wiener verspricht, dass die Sana-Tarifverträge in Ostholstein weiter gelten, auch bei Neueinstellungen. Quelle: Cornelius Kettler

Frank-Ulrich Wiener weist solche Verdächtigungen zurück. „Es gibt geltende Arbeitsverträge“, sagt der Geschäftsführer von Ameos-Nord. Die seien zu bestimmten Bedingungen abgeschlossen worden, „und diese Bedingungen gelten auch in Zukunft weiter“. Auch Neueinstellungen werde Ameos nur zu den bisherigen Tarifbedingungen vornehmen. Im Übrigen sei die Darstellung der Gewerkschaft Verdi, Ameos zahle in anderen Häusern geringere Gehälter, falsch.

Ameos setzt auf mehr Effizienz durch Bündelung von Leistungen

Über den Personalstand habe man noch keine Übersicht gewonnen, sagt Wiener. Klar sei aber auch hier: „Eine gute Versorgung geht nur mit einer ausreichenden Personalausstattung.“ Erst 2017 hatten Sana-Beschäftigte mit Brandbriefen auf einen ihrer Ansicht nach bedrohlichen Personalmangel etwa in der Oldenburger Klinik aufmerksam gemacht.

Der Sana-Ameos-Deal

Zum 1. Januar 2019 soll die schweizerische Ameos-Gruppe die vier Sana-Kliniken in Ostholstein übernehmen. Träger der Kliniken in Eutin, auf Fehmarn, in Oldenburg und Middelburg bleibt dabei die bisherige „Sana Kliniken Ostholstein GmbH“, heißt es vonseiten des Gesundheitsministeriums in Kiel. Es würden nur deren Eigentümer wechseln – und es würde mutmaßlich bald deren Name geändert werden. Dass die GmbH juristisch Bestand habe, habe vor allem zur Folge, dass alle Verträge und Verpflichtungen, die Sana eingegangen ist, auch für den neuen Eigentümer, die Ameos-Gruppe, gelten würden. Somit müssten weder Tarifverträge mit den Mitarbeitern noch Versorgungsverträge mit dem Land neu abgefasst werden.

Möglichkeiten für eine Effizienzsteigerung der Kliniken sieht Wiener hingegen in einer generellen Strukturreform der medizinischen Versorgung in Ostholstein. Die werde jetzt erleichtert, weil man diese Versorgung aus einer Hand planen und bestimmte Leistungen an bestimmten Standorten bündeln könne. An der schon von Sana angekündigten Modernisierung der Klinik in Eutin halte man fest. „Wir gehen davon aus, dass sich das Haus problemlos sanieren lässt“, sagt Wiener. Für die Insel Fehmarn werde man ein neues, integratives Versorgungskonzept vorlegen, wolle in den Prozess alle Akteure wie etwa die niedergelassenen Ärzte einbinden. Hintergrund: Ein Krankenhaus-Gutachten hatte zuletzt die Schließung der wenig ausgelasteten Inselklinik vorgeschlagen, die Ameos jetzt ebenfalls von Sana übernimmt.

Damit immerhin könnte auch die SPD ihren Frieden machen. Wenn ein ambulantes System sieben Tage pro Woche eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung auf der Insel sicherstelle, „dann ist das auch gut“, sagt Birte Pauls.

Wolfram Hammer

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