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Norddeutschland Appell der UKSH-Mitarbeiter: Bleibt zu Hause!
Nachrichten Norddeutschland Appell der UKSH-Mitarbeiter: Bleibt zu Hause!
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17:20 27.03.2020
UKSH-Mitarbeiter an den Standorten Lübeck und Kiel appellieren #stayathome an die Bürger während der Corona-Krise. Quelle: HFR
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Lübeck

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Mit selbst gestalteten Plakaten posieren Mitarbeiter-Teams des UKSH in Lübeck und Kiel derzeit vor einer Kamera, die Bilder wandern durch die Öffentlichkeit. Sie vermitteln eine klare Botschaft der Ärzte, Pflegekräfte und Servicemitarbeiter: Bleibt zu Hause! Oder wie es auf einigen Plakaten mit Blick auf die Klinik heißt: „Wir bleiben für Sie drin! Bleiben Sie für uns draußen!“

Mit einer Online-Kampagne wollen die Angestellten am UKSH auf die aktuelle Situation aufmerksam machen. Hier sind die besten Bilder:

„Angesichts der Pandemie müssen wir Sie selbst und uns schützen, indem wir auf aufschiebbare Therapien verzichten und den Besuch kranker Angehöriger verbieten müssen. Not- und Härtefälle sind selbstverständlich ausgenommen“, heißt es. Die weltweit laufenden #StayatHome-Kampagne, an der auch Mitarbeiter der Sana- und Schön-Klinik mitmachen, appelliert daher an die Rücksicht der Menschen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. „Im UKSH werden viele schwerst Erkrankte und immungeschwächte Menschen versorgt, für die eine Infektion tödlich sein könnte. Und, wer kann Sie noch versorgen, wenn das medizinische Personal sich bei Besuchern ansteckt?“, fragt der einzige medizinischen Maximalversorger der Landes mit rund 15.000 Mitarbeitern.

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Medizinisches Personal ist unverzichtbar

Sie alle arbeiten laut UKSH daran, mögliche gesundheitliche Folgen der Corona-Pandemie in Schleswig-Holstein so gut es geht im Griff zu behalten. „Wir alle erleben die Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens, um die Ausbreitung des SARS-Cov-2 zu verhindern und verzögern. Dies trifft uns alle. Ein wichtiges Ziel ist, das gute Gesundheitssystem aufrecht zu erhalten. Unverzichtbar ist gerade jetzt das medizinische Personal des UKSH”, bestärkt der Vorstandsvorsitzende des UKSH Jens Scholz.

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Auf Facebook und Instagram zeigen unterdessen viele Menschen ihre Solidarität mit den UKSH-Mitarbeitern. Auf der Website www.uksh-helden.de gibt es unter anderem ein Bild-Overlay, dass sich Nutzer herunterladen können oder per Klick direkt über das eigene Profilbild legen können. Mit dem Schriftzug „UKSHelden Danke“, sollen die User den Mitarbeitern im medizinischen Bereich Mut machen. „So erreichen die Dankesgrüße die Mitarbeiter und freiwilligen Helfern hygienisch unbedenklich“, teilt das UKSH mit. Etliche hätten sich bereits beteiligt und so ihre Loyalität mit den Kollegen demonstriert.

Tägliche Koordinierungsrunde am UKSH

Das UKSH ist laut Scholz mit seinen 80 Kliniken und Instituten trotz aller Herausforderungen aktuell gut aufgestellt. Täglich bewerte eine Koordinierungsrunde mit Experten unter Leitung des Vorstands die Lage. Speziell ausgerüstete Corona-Stationen würden eingerichtet, intensivmedizinischen Kapazitäten erhöht und auch persönliche Schutzausrüstung, die eigentlich Mangelware ist, weltweit gefunden. „Wir sind es vielen schwerkranken Patienten schuldig, jetzt unseren Job im UKSH zu machen. Gemeinsam mit den Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteinern schaffen wir das”, ist Scholz sicher.

Freiwillige Helfer gesucht

Verantwortungsbewusstsein und Fürsorge von Ärzten und Pflegekräften werden für den Ernstfall allerdings wohl nicht reichen. Mit Blick auf die europäischen Nachbarn hat das UKSH nach eigenen Angaben gemeinsam mit den Universitäten Kiel und Lübeck deshalb schon jetzt mögliche Grenzen der Handlungsfähigkeit im Blick. Einem Aufruf zu helfen, wenn es ernst wird, sind in wenigen Tagen mehr als 1200 Freiwillige gefolgt: „Wir sind beeindruckt, wie viele Menschen an uns denken und den täglichen Einsatz ,an der Front’ unterstützen möchten”, sagt Scholz.

Wer kennt sich in einem Krankenhaus aus?

Gesucht werde dabei vorrangig medizinisch qualifiziertes Personal: Ärzte, Pflegekräfte oder Service-Mitarbeiter sowie Menschen, die sich in einem Krankenhaus auskennen. Auch Helfer mit Erfahrungen in der Gastronomie oder im Hotelfach seien herzlich willkommen. Voraussetzung ist, dass keine coronavirus-typischen Symptome vorliegen und kein Kontakt zu positiv getesteten Personen bestand und besteht sowie keine Reiserückkehr in den vergangenen 14 Tagen vorliegt. Mögliche Einsatzfelder variieren je nach Qualifikation und verfügbarer Zeit. Freiwillige Helfer können sich über die Website www.uksh-helfen.de melden.

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Von Jan Wulf