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Norddeutschland Arbeitslosenzahlen in SH: Das Hoch hält an
Nachrichten Norddeutschland Arbeitslosenzahlen in SH: Das Hoch hält an
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12:05 30.04.2019
In Schleswig-Holstein sind nur noch 78 700 Menschen ohne Arbeit. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
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Kiel

Das Schwächeln der Konjunktur ist auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein nicht zu spüren. Auch im April hat sich die Lage weiter entspannt, wie aus dem Monatsbericht der Arbeitsagentur hervorgeht. Demnach sank die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich um 10,1 Prozent auf 78 700. Zum Vormonat März gab es nach den am Dienstag veröffentlichten Zahlen einen Rückgang um 4,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 5,0 Prozent, nach 5,7 Prozent vor einem Jahr.

Alle Alters- und Personengruppen profitieren

Laut Arbeitsagentur profitierten alle Alters- und Personengruppen von der positiven Entwicklung. Ganz besonders trifft dies auf Männer zu, da auf dem Bau und in den sogenannten grünen Berufen zu dieser Jahreszeit überdurchschnittlich viele neue Mitarbeiter eingestellt werden. Aber auch bei Jugendlichen und Älteren über 50, bei Ausländern, Menschen mit Handicap und bei Langzeitarbeitslosen ging es bergauf. „Es läuft alles rund“, sagte Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann.

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Nordfriesland einer der Gewinner

Besonders sank die Arbeitslosigkeit in den Tourismus-Hochburgen – in Nordfriesland zum Vormonat um 18,4 Prozent und in Ostholstein um 14,5 Prozent. Der Vorjahresvergleich offenbart aber klare Unterschiede: Nordfriesland verbuchte ein Minus von 15,1 Prozent, während der Rückgang in Ostholstein mit 2,9 Prozent weit geringer ausfiel.

Haupt-Koopmann hob hervor, dass auch langzeitarbeitslose Eltern und Alleinerziehende häufiger den Bezug von Hartz IV beenden konnten. „So zeigen die uns jetzt vorliegenden Jahresdaten für 2018, dass im Vergleich mit 2017 die Zahl der Kinder unter 18 in Bedarfsgemeinschaften um 3,3 Prozent oder 2500 auf 74 200 gesunken ist.“ Der Rückgang liege über dem Schnitt der westdeutschen Länder. Die Anstrengungen der Jobcenter seien erfolgreich.

Zuwächse im Handel

Insgesamt nahm die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen weiter zu – nach den jüngsten Daten vom Februar zum Vorjahr um 2,1 Prozent auf 989 400. Im Gesundheits- und Sozialbereich, in der Industrie und im Handel gab es besonders kräftige Zuwächse.

Eine solide Schul- und Ausbildung sowie lebenslanges Lernen seien der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit, sagte Arbeitsminister Bernd Buchholz (FDP). „Der Transformationsprozess auf dem Arbeitsmarkt schreitet kontinuierlich voran, die Anforderungen an jeden Einzelnen verändern sich.“ Dies sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber als Anreiz für Investitionen in Fort- und Weiterbildung verstehen. Land, Bund und EU unterstützten dies mit Fördermitteln.

Die niedrigste Arbeitslosigkeit hat unter den Kreisen weiter Stormarn mit 3,0 Prozent, die höchste Dithmarschen mit 5,5 Prozent. Bei den kreisfreien Städten liegt die Quote zwischen 7,4 Prozent in Lübeck und 7,9 Prozent in Neumünster.

Wolfgang Schmidt