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Norddeutschland Naturschutzgebiet Brenner Moor: Salzhaltiger Lebensraum mit zähen Bewohnern
Nachrichten Norddeutschland Naturschutzgebiet Brenner Moor: Salzhaltiger Lebensraum mit zähen Bewohnern
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10:33 12.07.2019
Das Brenner Moor verspricht eine atemberaubende Landschaft und Natur pur. Spaziergänger können hier so richtig abschalten. Quelle: Burmester
Stormarn

Die Salzaster mit ihren dickfleischigen, wachsartigen Blättern wächst im Naturschutzgebiet Brenner Moor in Stormarn, das in Schleswig-Holstein nahezu einzigartige geologische Bedingungen bietet. Anders als herkömmliche Gartenpflanzen können Salzpflanzen, auch Halophyten genannt, eine hohe Konzentration von Salz im Boden aushalten. Denn mithilfe ihrer Blätter können sie genügend Wasser speichern, um das aufgenommene Salz zu verdünnen.

In dem Gebiet am Stadtrand von Bad Oldesloe gibt es nicht nur seltene Binnenland-Salzquellen, sondern auch bedrohte Pflanzenarten, die auf der Roten Liste stehen, zu sehen.

Moorflächen werden landwirtschaftlich genutzt

Das Brenner Moor in Schleswig-Holstein ist besonders. Denn 80 Prozent der Moorflächen hier wurden entwässert, um sie landwirtschaftlich nutzen zu können. Während intakte Moore eigentlich CO2 speichern, setzen die entwässerten Flächen das zehnfache an CO2 frei: etwa acht Tonnen jährlich.

Auch das Brenner Moor wurde in der Vergangenheit entwässert. Bis in die 1930er Jahre befanden sich auf dem Gebiet Weideflächen, auf denen die Oldesloer Kutscher ihre Pferde grasen ließen.

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Doch mit der Verbreitung des Automobils wurden zahlreiche Acker stillgelegt und es konnte sich über die Jahre wieder ein Moor entwickeln. Zudem wurde das Gebiet bis 1970 als Mülldeponie genutzt. Seit 1978 gilt das Brenner Moor allerdings als Naturschutzgebiet.

Die Fläche ist ein sogenanntes Flachmoor und hat daher Kontakt zum Grundwasser und zu dem mineralischen Untergrund. In dem Moor liegen Salz- und Süßwasserbereiche nebeneinander, das Salzwasser tritt aus einzelnen Quellen im Untergrund hervor. Es stammt vermutlich von einem Salzstock in etwa 500 Meter Tiefe bei Sülfeld und hat den gleichen Salzgehalt wie die Nordsee.

Auf dem Gebiet wachsen unter anderem Schilfflächen, Hochstaudenrieden und ein Erlenbruchwald.

An zehn Beobachtungspunkten können Spaziergänger die Vielfalt des Lebensraumes entdecken und sich an den Stationen mit Hinweistafeln über die Landschaft informieren. Neben den Salzpflanzen leben dort auch Insekten wie Schmetterlinge und Tiere wie der Kuckuck, aber auch Wildschweine sind hier zu finden.

Am Trave-Altarm an Station 7 können auch Graureiher oder Stockenten beobachtet werden. Bei Sommerhitze lassen sich bei Station 1 neben dem Bohlenweg zudem weiße Salzausblühungen entdecken. Mit einer Lupe werden die kleinen Kochsalzkristalle für das menschliche Auge sichtbar. Und auch die zähe Salzaster können Besucher hier sehen.

Alessandra Röder

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