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Norddeutschland Aus für Waldkrippen? Schleswig-Holstein lenkt ein
Nachrichten Norddeutschland Aus für Waldkrippen? Schleswig-Holstein lenkt ein
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19:00 08.11.2019
In sogenannten Natur-Gruppen spielen Kinder in den Regel die meiste Zeit des Tages draußen. Quelle: dpa
Lübeck/Kiel

Das neue Gesetz sah bislang vor, dass Naturgruppen ab dem Kindergartenjahr 2025/26 nur noch für Kinder von der Vollendung des dritten Lebensjahres bis zum Schuleintritt gefördert werden sollten. Hintergrund: Das Land hatte wegen einer erhöhten Unfallgefahr Bedenken. „Kinder in diesem Alter sind aufgrund ihrer Entwicklung noch nicht in der Lage, Gefahren zu erkennen oder ihnen auszuweichen. Besonders im ersten und zweiten Lebensjahr lernen Kinder, indem sie alles in den Mund stecken, was sich in ihrer Umgebung befindet. Dies können bei einer Förderung in der freien Natur giftige Pflanzen oder Früchte, Tierkot oder -urin, Steine usw. sein“, hieß es im Gesetzentwurf. Durch die neue Alterseinteilung wären aber auch Hortgruppen in Natur-Kitas künftig weggefallen.

Altersregelung gekippt

Nach der parlamentarischen Anhörung des Gesetzentwurfs nun das Umschwenken: Die Förderung soll nach 2025 auch für Krippenkinder ab einem Alter von 20 Monaten gelten. Und: die angestrebte gesetzliche Regelung betrifft zudem alle diejenigen Gruppen (unabhängig vom Alter) nicht, in denen unter anderem auch Innenräume genutzt werden. Also die nicht ausschließlich draußen betreut werden. Auch Hortgruppen soll es künftig weiter in den Einrichtungen geben können. Das sieht ein im Sozialausschuss des Landtags vorgestellter Änderungsantrag vor.

Bisher keine gesetzliche Regelung

„Naturkitas sind ein fester und wichtiger Bestandteil der Kitalandschaft in Schleswig-Holstein und werden das auch bleiben“, sagt Christian Kohl, Sprecher des Kieler Sozialministeriums. Der Grund für eine Altersregelung: „Ziel war es, ein angemessenes Alter zu definieren, in dem Kleinkinder aufgrund ihrer Entwicklung ausreichend in der Lage sind, mögliche Gefahren zu erkennen.“ Bisher habe es dazu keine gesetzliche Regelungen gegeben, lediglich einen Leitfaden.

Von Kalben: „Kinder haben eine gute Zeit“

Unter anderem der Bundesverband der Natur- und Waldkindergärten in Deutschland hatte die Gründe für die geplante Altersregelung als „theoretisch konstruiert“ bezeichnet. Die Grünen-FraktionsvorsitzendeEka von Kalben erklärte: „Viele Kinder unter drei werden schon jetzt im Wald betreut und haben dort eine gute Zeit. Deshalb haben sich die Jamaika-Fraktionen dafür entschieden, dies für Kinder ab 20 Monaten auch weiterhin zu ermöglichen. Mit unseren Änderungen werden alle Gruppen, einschließlich der Schulkindergruppen, grundsätzlich als Naturgruppen möglich.“

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Von Jan Wulf

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