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Norddeutschland Ausländeramt im Norden deutlich unterbesetzt
Nachrichten Norddeutschland Ausländeramt im Norden deutlich unterbesetzt
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18:09 07.06.2019
Die Beratungsfirma kommt zu dem Schluss, dass die gesamte Organisation des Landesamtes „deutlich verbesserungswürdig“ sei. Quelle: dpa
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Kiel

Schleswig-Holsteins Landesamt für Ausländerangelegenheiten ist aus Expertensicht unterbesetzt. Wie der „Spiegel“ am Freitag berichtete, hat die Beratungsfirma PwC eine Sollstärke von 165 Stellen ermittelt. Tatsächlich verfüge die Landesbehörde aber nur über 156 Stellen, von denen laut PwC im Februar lediglich 114 besetzt gewesen seien. Der Bericht offenbare eklatante Defizite bei der Betreuung von Migranten, schreibt der „Spiegel“.

Bericht bildet Stand vom 1. März ab

„Der Bericht bildet den Stand vom 1. März 2019 ab“, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Dirk Hundertmark. „Die gemeinsam mit PwC erarbeiteten Anregungen sind Grundlage für derzeit laufende Aufbau- und Ablauforganisationsentwicklungen.“ Seit 1. März seien sechs Stellen besetzt worden, vier weitere Beschäftigte bereiteten sich auf die Arbeitsaufnahme vor.

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„Systematische Überforderung der Beschäftigten“

Laut „Spiegel“ hatte die Staatskanzlei die vertrauliche Untersuchung in Auftrag gegeben, um den Personalbedarf des Amtes zu ermitteln. „Man muss konstatieren, dass seit geraumer Zeit rund 28 Prozent der Stellen nicht besetzt sind und die Aufgaben dennoch erledigt werden müssen“, zitiert der „Spiegel“. Dies trage zu einer „systematischen Überforderung der Beschäftigten“ und einer „partiellen Nicht-Erfüllung von Aufgaben“ bei.

Gesamte Organisation des Landesamtes „verbesserungswürdig“

So funktioniere die Postverteilung in der Flüchtlingsunterkunft Boostedt nicht. Die gesamte Organisation des Landesamtes sei „deutlich verbesserungswürdig“. In Neumünster machte die Untersuchung unter anderem diesen Mangel aus: „Insbesondere Aufgaben im Zusammenhang mit Beratungstätigkeiten zur freiwilligen Ausreise konnten im Betrachtungszeitraum 2018 laut Auskunft des Sachgebiets praktisch nicht wahrgenommen werden, da die Kapazitäten an anderer Stelle gebunden waren“. Die PwC-Studie soll laut „Spiegel“ 120 000 Euro gekostet haben. Dazu äußerte sich das Ministerium nicht.

dpa

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