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17:43 23.01.2019
Der Bus soll ab Mitte März in Keitum auf Sylt im Linienbetrieb eingesetzt werden. Die SVG ist Partner im Forschungsprojekt Nachfragegesteuerter-AutonomFahrender-Bus (NAF). Quelle: dpa
Lübeck/Sylt

Ausgerechnet in Keitum, jenem beschaulichen Sylter Ortsteil an der Wattenmeerseite der Insel, fängt die Zukunft in Schleswig-Holstein zuerst an. Dort, wo der Baumbestand alt, die ausladenden Wohnhäuser reetgedeckt und die Zahl der Cafés für ein betuchtes Publikum fast nicht überschaubar ist, dort irgendwo hinter der Severinskirche soll in wenigen Wochen der erste autonom fahrende Bus im Land in den Linienbetrieb gehen (die LN berichteten). „Future now“ sozusagen. Erste auffällige Hinweisschilder weisen in Keitum darauf hin.

Ende vergangenen Jahres hat die Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) bei der französischen Firma Navya den Minibus gekauft. Jetzt wird die Teststrecke in Keitum peinlich genau vermessen. „Per GPS und Laser“, sagt SVG-Betriebsleiter Sven Seddig. Der achtsitzige Bus soll sich auf seinem drei Kilometer langen Weg vom Ortseingang zum Heimatmuseum (sieben Haltestellen) schließlich nicht verfahren.

Bund unterstützt Projekt mit 2,4 Millionen Euro

Herausgefunden werden soll in Keitum, ob der öffentliche Personennahverkehr auf dem Lande in Zukunft automatisiert funktionieren kann. Dazu zählt die Frage, ob Fahrgäste die Hemmschwelle überwinden, einen Bus zu besteigen, in dem kein Fahrer hinterm Lenkrad sitzt. Geleitet wird das Projekt von der Technologie- und Innovationsberatung Eura AG. An deren Niederlassung im nordfriesischen 1000-Einwohner-Dorf Enge-Sande ist auf dem „Green TEC Campus“ seit vergangenem Sommer ein autonom fahrender Bus im Einsatz – zum Vorzeigen für interessierte Kommunen. Das Bundesverkehrsministerium unterstützt das Projekt mit insgesamt 2,4 Millionen Euro.

Wenn die Sylter mit dem „Einmessen“ der Keitumer Teststrecke fertig sind, schaut zur Sicherheit der Tüv vorbei, schließlich geben der Kreis Nordfriesland und das Wirtschaftsministerium in Kiel ihr Okay. Unterdessen bildet die Sylter Verkehrsgesellschaft drei Mitarbeiter zu „Operatoren“ aus. Sie sollen den autonom fahrenden Bus begleiten und im Notfall manuell eingreifen können. Der Kleinbus mit Elektroantrieb steht Fahrgästen zunächst kostenlos zur Verfügung. In der Nacht lädt er an einem eigens dafür konzipierten Container auf dem Parkplatz am Keitumer Kreisel den nötigen „Saft“.

Andere Kommunen wollen nachziehen

So viel Innovation weckt Begehrlichkeiten. Im Kreis Dithmarschen (Lunden und/oder Wesselburen) soll noch 2019 ein weiterer fahrerloser Bus an den Start gehen. In Wahlstedt (Kreis Segeberg) könnte nach dem positiven Fazit einer Machbarkeitsstudie absehbar ebenfalls ein autonomer Bus rollen. Überlegungen dazu gibt es auch in Eutin, sehr konkret sind die Pläne in Weissenhäuser Strand (beide Kreis Ostholstein). In Lauenburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) soll ein Testfeld für autonomes Fahren auf öffentlichen Straßen aufgebaut werden. „Wir bekommen die beiden Busse noch im ersten Quartal“, kündigt Bürgermeister Andreas Thiede an.

Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) freut sich über das Interesse, schon weil es der Einstieg in ein Zeitalter auch autonomer Mobilität sei. „Gerade was die ländlichen Räume angeht, können wir eine Region sein, in der man Dinge austestet, die man im städtischen Bereich eben nicht testen kann.“

Curd Tönnemann

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