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18:51 10.10.2019
Ein Foto aus dem Jahr 2012: Bislang hält der ICE von Kopenhagen nach Hamburg noch in Oldenburg (Kreis Ostholstein). Quelle: Holger Marohn
Lübeck

Wegen „zunehmender Bauarbeiten mit Schienenersatzverkehr auf dänischer Seite“ werden die IC-Züge der Linie HamburgKopenhagen, die bisher über Lübeck und Puttgarden fuhren, „für die nächsten Jahre“ über die Festlandroute über Padborg umgeleitet. Das erklärte die Deutsche Bahn am Donnerstag zum neuen Fernverkehrsfahrplan 2020. Auch Lübecker oder Ostholsteiner, die mit der Bahn in die dänische Hauptstadt reisen wollen, sollten dann den Umweg über Hamburg nehmen, sagt DB-Sprecher Egbert Meyer-Lovis. „Mit der Fähre und anschließend mit Nahverkehr und Bus nach Kopenhagen zu kommen, dauert definitiv länger“, sagt er.

Folgen für Pendler

Die Streichung der Verbindung hat auch Folgen für Pendler, die von Fehmarn und dem Norden Ostholsteins nach Lübeck oder Hamburg fahren müssen. Den „Ferien-IC“ im Sommer von Fehmarn über Lübeck nach Köln werde es weiter geben, sagt der DB-Sprecher. Aber ansonsten sind die Fehmaraner auf die Regionalbahn angewiesen, die nur alle zwei Stunden in Richtung Süden fährt. „Mit der Fertigstellung der festen Fehmarnbelt-Querung geht es dann wieder direkt, öfter und schneller auch zwischen Hamburg und Kopenhagen“, schreibt die Deutsche Bahn. Das bedeutet im Umkehrschluss: Die direkte Verbindung wird es zehn Jahre lang nicht mehr geben, wenn nicht sogar länger.

Ostholstein setzt auf Gespräche

Der Kreis Ostholstein sei bereits seit einiger Zeit über die Pläne der Deutschen Bahn informiert und habe im Mai diesen Jahres alle Beteiligten zu einem Gespräch eingeladen, erklärt Nils Hollerbach, Leiter des Fachbereichs Planung, Bau und Umwelt des Kreises Ostholstein. Trotz des Hinweises auf die enorme Bedeutung des Fernverkehrs, für Pendler und insbesondere auch für den Tourismus, habe dies nicht zum erhofften Erfolg geführt. „Wir werden in weiteren Gesprächen erörtern, ob es doch noch Möglichkeiten gibt, zu verhindern, dass der Kreis vom Fernverkehr abgeschnitten wird“, sagt Hollerbach.

Busse im Stundentakt

Grundsätzlich sei das erst einmal eine unternehmerische Entscheidung der DB, sagt eine Sprecherin des Kieler Wirtschaftsministeriums. Die Umleitung des Fernverkehrs sei nötig geworden, weil schon heute in Dänemark diverse Bauarbeiten den Verkehr nicht mehr möglich machten. Während der Bauarbeiten für den Fehmarnbelttunnel und der damit verbundenen Streckensperrung in Schleswig-Holstein würden „Busse im Stundentakt auf der Vogelfluglinie“ verkehren. „Bis zur Sperrung auf deutscher Seite fahren weiterhin die Züge der Linie RB 85 im Stundentakt nach Neustadt bzw. im Zweistundentakt nach Fehmarn. Im Taktknoten Lübeck besteht Anschluss von und nach Hamburg“, sagte die Ministeriumssprecherin.

Nachtzug nach Kopenhagen

Mit der Festlandroute von Hamburg nach Kopenhagen bietet die Bahn umsteigefreie Verbindungen mit einer Dauer von 4 Stunden und 40 Minuten an. Übers ganze Jahr gebe es täglich drei Fahrten in jeder Richtung, durch den Einsatz längerer Züge sei die Platzkapazität insgesamt so hoch wie bei den sechs Abfahrten bisher in der Hochsaison. Zu Weihnachten und im Hochsommer gibt es auch eine Nachtverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen mit Zwischenhalt in Kiel und Flensburg.

Wieder ICE nach München

Die ICE-Verbindung LübeckMünchen, die im Frühjahr wegen der Bauarbeiten auf der Schnellfahrstrecke zwischen Hannover und Göttingen ausgesetzt worden war, soll es ab dem 15. Dezember wieder geben, sagte Meyer-Lovis. „Wir kehren dabei zum alten Fahrplan zurück.“ Bis zum Frühjahr fuhren die ICE-Züge nach München um 8.16 Uhr und 14.15 Uhr in Lübeck ab.

Mehr Züge nach Köln

Verbesserungen gibt es auf der ICE-Strecke HamburgKöln. Hier erweitere die DB ihr Angebot um zwei bis drei Züge auf bis zu fünf Züge pro Tag und Richtung zusätzlich zu den stündlich abfahrenden Zügen. Der abendliche ICE-Sprinter fährt um 18.12 Uhr ohne weiter Zwischenhalte nach Essen, Duisburg, Düsseldorf und Köln. Neu im Fahrplan ist auch ein täglicher Nachtzug von Hamburg nach Zürich.

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Von Christian Risch

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